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Feierten in Oberbierbach den 60. Hochzeitstag: (v.l.): Ursula Eibl (Bürgermeisterin Steinkirchen), Gerlinde Lohr (Tochter), Martin Bayerstorfer (Landrat), Katharina Fenk, Uli Lohr (Schwiegersohn) und Georg Fenk. 

Diamantene Hochzeit Fenk

„Jeder muss wissen, dass man nicht immer Recht hat“

Was ist das Geheimnis einer langen Ehe? Für Katharina und Georg Fenk aus Eldering ist das recht einfach: „Jeder muss wissen, dass man nicht immer Recht hat.“

Eldering – Für eine große Feier mit Familie und Nachbarn, zu der das Ehepaar Katharina und Georg Fenk anlässlich ihres Diamantenen Hochzeitstages eingeladen hatte, reichte es vor 60 Jahren nicht. „Wir haben arm angefangen“, erinnern sich die beiden Elderinger an den 1. Juni 1957.

Das Ja-Wort, so erzählte das Jubelpaar im Gasthaus Strasser in Oberbierbach, gaben sie sich im Wallfahrtsort Altötting, neben sechs anderen Paaren, die zur gleichen Zeit getraut wurden. „Gefallen hat’s uns nicht“, sind sie sich einig. Heute kaum mehr vorstellbar, benötigte die damals 20-jährige Braut die Unterschrift ihres Vater, um ihren drei Jahre älteren Georg heiraten zu können.

Volljährig war man in den 50er Jahren erst mit 21. Kennen gelernt haben sich der Schneider und die Schneiderin in der Arbeit. „Wir sind täglich miteinander mit dem Rad nach Taufkirchen gefahren, dann hat sich das ergeben“, erinnerte sich Katharina Fenk mit einem Lachen.

Beide hatten ihr Elternhaus in der damaligen Gemeinde Thalheim. Um sich dann ein gemeinsames Heim bauen zu können, reichte das Ersparte kaum. Ohne einen Baugrund, den Georg in Eldering besaß, hätte das Ehepaar noch lange auf sein eigenes Zuhause warten müssen. Dem entsprechend spartanisch beschreibt Katharina Fenk das Haus beim Einzug: „In den meisten Räumen ging man auf nacktem Beton, das Bad war nicht gefliest, eigentlich waren nur die Küche und das Schlafzimmer fertig eingerichtet“. 1963 kam dann ihr einziges Kind Gerlinde zur Welt. Georg arbeitete mittlerweile bei den BMW in München, Katharinas Arbeitsort blieb Taufkirchen, sie wechselte zu Himolla. Doch ihre Leidenschaft, räumt sie ein, war immer das Backen und Kochen.

Für die Feier zum 60. Hochzeitstag hat sie Windbeutel und mehrere Kuchen gebacken, es gibt kaum einen Sonntag, an dem nicht ein Gebäck auf den Kaffeetisch kommt. Der örtliche Schützenverein kann sich regelmäßig auf mindestens drei Kuchen oder Torten aus der Privatbäckerei Fenk verlassen. Auf die Frage, ob sie denn das Schießen auch schon einmal ausprobiert hätte, lacht sie: „Da würde ich alles über den Haufen schießen“.

Georg hat sich in seiner Freizeit über 22 Jahre um die Gestaltung und den Erhalt des bekannten „Zwergerlwaldes“ bei Taufkirchen gekümmert. In den Urlaub ist das Paar die ganzen 60 Jahre über kein einziges Mal gefahren, dazu gefällt ihnen ihre Heimat viel zu gut.

Gefragt, ob es ein Geheimrezept für 60 Jahre gelungene Ehe gibt, meint Katharina Fenk: „Ein solches gibt es nicht. Aber ein jeder muss halt wissen, dass man nicht immer Recht hat“.  fh

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