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Ökume nische Wallfahrt: Auf Einladung der KAB pilgerten auch Protestanten zur Bründlkapelle. 

Bründlwallfahrt

Katholiken und Protestanten suchen ihre Gemeinsamkeiten

Gelebte Ökume: Erstmal ist die traditionelle Bründlwallfahrt zusammen mit evangelischen Christen durchgeführt worden.

Von Fabian Holzner

Steinkirchen – Bei der diesjährigen Bründlwallfahrt wurde zwischen den Stationen kein Rosenkranz gebetet. Erwünscht war vielmehr das Gespräch zwischen Katholiken und Protestanten. Anlässlich der 500-Jahr-Feier der Reformation, 1517 hatte Martin Luther seine 95 Thesen formuliert, veranstaltete die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Taufkirchen seine erste ökumenische Wallfahrt.

Seit 40 Jahren pilgern die Ortsgruppenmitglieder von der Hofstarringer Kirche zu der kleinen Waldkapelle, heuer luden sie die evangelische Gemeinde Taufkirchens zu dieser katholischen Tradition ein. Auch der evangelische Pfarrer Edson Schumacher folgte der Einladung und erinnerte in der Filialkirche an die wichtigsten Stationen im Leben Martin Luthers. Bereits bei der Begrüßung sprach Rainer Forster Schnittmengen zwischen KAB und evangelischer Kirche, wie die Neuauslegung des Glaubens, an.

Pfarrer Franz Gasteiger konzentrierte sich auf zwei Schwerpunkte, um Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Zum einen die Bedeutung der heiligen Schrift, zum anderen die Auffassung des Himmels als Geschenk Gottes, für das keine Leistung erbracht werden muss. Gasteiger, Kreispräses der KAB, hob Luthers Leistung der Übersetzung der Bibel „in die Sprache der einfachen Menschen“ hervor. Der Reformator beherzigte und berief sich dabei auf den Grundsatz „Sola sriptura est pura“, „Allein die Heilige Schrift ist rein“. Damit war und ist gemeint, dass es über die Bibel hinaus keine Vermittler für den Glauben bedarf. Dass das Lesen und vor allem das Verstehen dieser Texte mit Mühe und Schwierigkeiten verbunden ist, gestand der Pfarrer den an der ersten Wallfahrtsstation versammelten Christen zu. In direkter Verbindung zu Luthers Thesenanschlag standen Gasteigers Ausführungen an der zweiten Station.

Während zu Zeiten des Ablasshandels galt „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“, ist heute „sola gratia“, „Allein aus Gnade kommt man in den Himmel“ auch Lehre der katholischen Kirche. An der Bründlkapelle angekommen, blickte Gasteiger in die Zukunft der Ökumene unter dem seiner Meinung nach „besten und angemessensten“ Konzept der „Versöhnten Verschiedenheit“, eine lebendige Einheit, wie die „Glieder eines Leibes“. Erfolge bei der Annäherung der katholischen und evangelischen Kirche sieht er sowohl auf unterer Ebene, wie dem ökumenischen Kirchentag in Erding, als auch auf höheren Ebenen, wie ein mehrfaches gemeinsames „Sozialwort“ zu gesellschaftlichen Fragen. Die gegenseitige Bereicherung der Konfessionen bezeichnete der ehemalige Flughafenseelsorger als „mühsam, wichtig und sehr hilfreich“.

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