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Gemeinderat Steinkirchen

Reizwort Nachverdichtung

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Das Wort Nachverdichtung geistert derzeit durch alle kommunalen Gremien. Auch der Gemeinderat Steinkirchen beschäftigte sich mit diesem Thema – und es kam zu Diskussionen.

Steinkirchen Die aktuellen Medienberichte zum Thema Nachverdichtung und Flächenverbrauch hat der Steinkirchener Gemeinderat Walter Heilmaier interessiert verfolgt. Als nun im Gremium zwei Entwicklungs- und Ergänzungssatzungen auf der Tagesordnung standen, ließ er seinen Sorgen freien Lauf. „Wenn ich die Verdichtung in anderen Gemeinden anschaue, kommt mir die Galle hoch“, sagte Heilmaier, während er und seine Ratskollegen gerade die Änderung der Satzung für Krottenthal besprachen.

Im Westen der Ortschaft soll ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück in zwei 1000 Quadratmeter große Grundstücke aufgeteilt werden, damit dort einmal der Besitzer der Fläche sowie ein weiterer Gemeindebürger jeweils ein Haus errichten können. Heilmaier sprach bei dieser Gelegenheit das Thema Flächenverbrauch an. „Muss man da schon so viel ausweisen?“, fragte er und bekam dafür eine Gegenfrage gestellt.

„Ich will deine Meinung jetzt konkret hören: Soll dort ein Einheimischer bauen dürfen oder nicht?“, wollte Manfred Schwaiger von Heilmaier wissen. „Ich bin dafür“, betonte dieser, stellte aber gleichzeitig auch infrage, ob es Sinn mache, mehr auszuweisen als zuvor. Letztlich stimmten sämtliche Räte für die Satzungsänderung, zumal es ja bereits einen einheimischen Bauwerber gibt, wie Bürgermeisterin Ursula Eibl einwarf. „Ich habe da kein schlechtes Gewissen“, meinte auch Stefan Bart. „Das ist ja was anderes als würden wir einen ganzen Park erlauben.“

Ähnlich verlief die Diskussion auch, was zwei benachbarte Grundstücke im südöstlichen Bereich von Kögning angeht. Auf dem einen steht bereits ein Haus, auf dem anderen soll eins entstehen. Erneut sprach Heilmaier den Flächenverbrauch an. Birgit Kastrup vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München beruhigte in dieser Hinsicht allerdings: „Alles, was man vom Außenbereich einbezieht, muss ausgeglichen werden“, sagte sie. Bei dem einen Grundstück seien das zum Beispiel die Eingrünungen im Süden und Osten der Fläche. Letzten Endes fiel auch hier das Votum einstimmig aus.

Außerdem segneten die Gemeinderäte den Antrag eines Bürgers ab, der seine 0,2 Hektar große, ansonsten recht nutzlose Wiese erstaufforsten will – mit Laubbestand und Wald. „Das betrifft mich persönlich“, sagte Heilmaier. „Das rechte untere Eck ist maximal zwei Meter von meinem Garten weg. Ich habe dann die ganzen Äste, das ganze Glumpzeug da.“ Er habe mit dem Antragsteller bereits gesprochen und ihm gesagt, dass er gegen den Antrag stimmen werde. „Ich habe nichts gegen ihn, wir haben vernünftig gesprochen“, berichtete Heilmaier. Aber zwei Meter Abstand seien „ebbs und nix“. Bis auf den betroffenen Rat stimmten letztlich alle Gremiumsmitglieder für den Antrag.

Aufgrund der vorangegangenen Diskussion musste sich Heilmaier aber noch ein Späßchen seines Kollegen Schwaiger gefallen lassen. „Wenn wir dir ein Haus hinbauen und die Fläche versiegeln würden, wäre es auch nicht besser“, meinte dieser augenzwinkernd. Da musste selbst Heilmaier lachen.

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