Breitbandausbau Steinkirchen

Schneckentempo beim schnellen Internet

Der Breitbandausbau in Steinkirchen ist ins Stocken geraten. In den verschiedenen Gemeindeteilen machen die Bürger im Moment recht unterschiedliche Erfahrungen.

Steinkirchen In Sachen Breitbandausbau liegt Deutschland im internationalen Vergleich nur auf Platz 25 – hinter Ländern wie beispielsweise Rumänien.

Das hat SPD-Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann kürzlich im Morgenmagazin von ARD und ZDF angeprangert. Vor allem auf dem Land ziehe es sich gerne mal etwas länger hin. So auch in der Gemeinde Steinkirchen.

„In Gott’s Nam’, de Zeit wer ma jetz a no übersteh’“, sagte Bürgermeisterin Ursula Eibl. Wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung nämlich deutlich wurde, läuft momentan nicht alles reibungslos ab. Im ersten Bauabschnitt sind die sechs Gemeindeteile Eldering, Steinkirchen, Hofstarring, Niederstraubing, Hienraching und Ebering an die Datenautobahn angeschlossen worden. An mancher Stelle staut es sich aber noch.

In Ebering gehe zum Beispiel noch gar nichts, berichtete Gemeinderat Hans Deutinger aus erster Hand. Außerdem gab es in Hofstarring Probleme. Hier soll nun ein zweiter Verteilerkasten Abhilfe schaffen. Zudem berichtete unter anderem Walter Heilmaier von Gemeindebürgern, die Probleme hätten. Er selbst sei bei sich zuhause in Sillading mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde schon zufrieden. Davon kann Gemeinderat Stefan Bart, der in Kögning wohnt, nur träumen. Er berichtete von vier oder fünf Mbit. Noch weniger geht beispielsweise in Pirka, dem Heimatort von Rätin Claudia Klobensteiner. Sie könne momentan „definitiv gar nix buchen“.

Bei diesen Ausführungen grätschte Kämmerer Karlheinz Miksch allerdings dazwischen. Orte wie Pirka kämen eben erst im zweiten Erschließungsschritt hinzu, in dessen Rahmen alle restlichen Gemeindeteile angezapft werden sollen. Es könne schon sein, dass Haushalte, die erst in der zweiten Welle hinzukommen sollen, schon von einem im ersten Abschnitt aufgestellten Kasten profitieren. Darauf könne man die Telekom aber nicht festnageln. „Da haben wir keinen Anhaltspunkt“, sagte Miksch. Bart sprach allerdings den Verteilerkasten am Ortsrand von Hienraching an. „Den haben sie extra unten an der Straße ins Niemandsland gestellt.“ Das könne doch nur so gemacht worden sein, damit auch Pirka davon profitieren könne. Dort gehe aber bekanntlich nichts. Wenn das also nicht das Vorhaben der Telekom gewesen sein soll, warum dann der ungewöhnliche Standort? „Dann wäre es eine völlige Fehlplanung, ein Schwachsinn“, schimpfte Bart. Für ihn sei die Situation „ärgerlich“. In den derzeitigen Ausbaugebieten sollen Geschwindigkeiten zwischen 30 und 50 Mbit ermöglicht werden.

Markus Schwarzkugler

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