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Gemüse in bester Bio-Qualität verkauften die Kleintierzüchter am eigenen Stand (v. l.): Ludwig Lentner, Hans Bauer, Andrea Waldinger, Max Bruckmaier und Sepp Held.

Urig und entspannt

Kraut- und Rübenmarkt in Steinkirchen lockt viele Fans an

Der Kleintierzuchtverein Steinkirchen bietet beim Kraut- und Rübenmarkt viele natürliche Produkte an, die „besser als bei Aldi und Lidl“ sind.

Steinkirchen – Ob erntefrisches Gemüse, neue Kartoffeln oder frisches Wild aus Steinkirchen – beim traditionellen Erntedank-Kraut- und Rübenmarkt des Kleintierzuchtvereins Steinkirchen wurden beim Bruckmaier-Wirt am Sonntag viele Delikatessen aus der Region angeboten. Dass der traditionelle Markt etwas ganz Besonderes ist, hat sich rumgesprochen. Wegen des Wildes fuhr Melanie Fischer-Mkumbe aus Inning ins benachbarte Steinkirchen. „Hier gibt es frisches Reh- und Wildschweinfleisch, in eigener Jagd erlegt – das habe ich von Freunden gehört“, sagte sie.

Außerdem sei der Kraut- und Rübenmarkt im Hof des Wirtshauses so urig, und es mache richtig Spaß, hier einzukaufen. Für 15 Euro boten Alois Bauer und Helmut Hellinger frisch erlegtes Steinkirchener Wild an, das von einem Bio-Metzger verarbeitet wurde. Die Direktvermarktung, sei für die Hoizland-Jaga wichtig, erklärte Bauer: „Man kann bei uns Wild bestellen – egal ob ein ganzes Reh oder eine Lende.“

„Natürliche Angebote, besser als bei Aldi“

Michael und Stefanie Krähmüller aus Berglern kamen zufällig in Steinkirchen vorbei – und fühlten sich sofort wohl. „Es ist so ruhig und entspannt hier. Kein Vergleich mit der Hektik auf großen Bauernmärkten“, sagten sie. Hier habe man noch Zeit zum Ratschen. Tochter Mila war begeistert von den Kleintieren. Meerschweinchen, Hennen und Kaninchen saßen in den Käfigen. Besonders fasziniert war die Kleine von einer prächtigen Häsin: „Wird die geschlachtet?“, fragte sie. Ludwig Lentner beruhigte das Mädchen: „Die ist für die Zucht im kommenden Jahr.“ Eigentlich wollte er noch einen zweiten Hasen mitbringen, doch der Käfig sei zu eng für zwei Tiere.

Noch vor zehn Jahren prägten die Kleintiere das Bild im Hof, ist doch der Veranstalter der örtliche Kleinzuchtverein. Doch der Nachwuchs fehle hier ebenso wie anderenorts, und ältere Züchter haben mittlerweile aufgehört. Viel zu entdecken gab es dennoch. Ingrid Brandlmeier aus Münchsdorf bot Nuss- uns Granatapfellikör, Feigen- oder Trüffelbalsam an – freilich gab es alles zum Probieren. „Ich bin schon seit vielen Jahren in Steinkirchen, habe die Leute hier kennen und mögen gelernt.“ Außerdem gehe Brandlmeier gerne auf kleine Märkte: „Hier gibt es guade und natürliche Angebote, besser als bei Aldi und Lidl.“

Kleiner Markt mit viel Arbeit

Beispielsweise gedrechselte Holzschalen von Erich und Marianne Mesner aus Langengeisling oder Selbstgestricktes am Stand von Alexandra Schmid aus Niederaichbach.

Auch wenn der Markt klein ist – die Mitglieder stecken viel Arbeit in die Organisation, erklärte Vorsitzender Max Bruckbauer. Nicht nur bei der Organisation des Markttages selbst, sondern auch beim Anbau: Kraut und Rüben, Kohl oder auch Salat, aber vor allem Kartoffeln, verkauften die Kleintierzüchter am eigenen Stand.

Michaele Heske

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