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Die Mission heißt Vorstandsverjüngung: Das wiedergewählte Gremium mit (hinten, v. l.) Hans Ertl, Hans Voichtleitner und Hans Löffl sowie (vorne, v. l.) Erwin Wittmann, Theresa Löffl, Gertraud Löffl und Hans Hartl hat sich das vorgenommen.

Holzland-Böllerschützen

Vorstand soll jünger werden

Die Steinkirchener Holzland-Böllerschützen wollen sich verstärkt darum bemühen, jüngere Menschen für diese Form der Traditionspflege zu interessieren und zu begeistern. Vor allem sollen sie in die Vorstandsarbeit eingebunden werden.

Steinkirchen Das Werben um jüngere Mitglieder stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Holzland-Böllerschützen im Gasthaus Bruckmaier in Steinkirchen. „Wenn wir ans Weiterbestehen denken, müssen wir schauen, dass was Jüngeres nachkommt“, mahnte Vereinsvize Hans Hartl, der trotz seiner deutlich geäußerten Amtsmüdigkeit wieder gewählt wurde. Schussmeister Hans Ertl sagte ihm zu, dass der Vorstand das Thema ernsthaft aufgreifen werde.

Vorerst bleibt der Vorstand aber wie er ist, mit Ertl und Hartl an der Spitze, Erwin Wittmann als Kassier, Gertraud Löffl als Schriftführerin und Theresa Löffl als Chronistin. Hans Voichtleitner und Hans Löffl prüfen die Kasse, Hans Ertl vertritt die Böllerschützen beim Hauptverein, den Stefanstalern Kögning.

Deren Vorsitzender Simon Irl ließ durchaus kritische Bemerkungen fallen, was die Lage im Hauptverein angeht. Dass nicht immer der Verein vernünftig vertreten gewesen sei bei wichtigen Anlässen, etwa bei der Primiz von Thomas Attenberger, habe Spuren hinterlassen, deutete er an. Um so wichtiger sei es gewesen, dass die Böllerschützen den Verein vertreten hätten. „Ich hoffe, das ist einmalig“, sagte er und ergänzte: „Ich kann mich nur entschuldigen.“ Irl konnte aber auch berichten, dass die Sache im Verein wohl hat bereinigt werden können, vor allem nach den jüngsten Vorstandswahlen.

Georg Schatz, der den Schützengau Dorfen vertrat, hob die Traditionspflege hervor. „Ich bin stolz auf die Böllerschützen“, sagte er und erwähnte auch die schöne Tracht der Aktiven: „Es gibt nicht viele, die so daherkommen.“

Das war auch das Thema von Bürgermeisterin Ursula Eibl, die ankündigte: „So lange ich im Amt bin, probier’ ich’s jedes Jahr.“ Damit meinte sie ihre Vorschläge für den Kulturpreis des Landkreises.

Einen Lapsus leistete sich Pfarrer Jacek Jamiolkowski in seinem Grußwort: „Das ist zunächst Männersache: Schießen.“ Der Protest der aktiven Frauen ließ nicht lange auf sich warten – mit Recht: So hat nämlich Anna Kuhn an 15 von 16 Anlässen, bei denen geschossen wurde, ihren Böller in die Höhe gehalten und war damit die fleißigste Schützin, gefolgt von Hans Ertl und Hans Löffl mit je 14 Auftritten. Ansonsten waren die insgesamt 19 Veranstaltungen vor allem „nahrhaft“, wie aus dem Bericht hervorging, der in einem Fall sogar in dem Satz gipfelte: „Da waren wir vollends voll.“

Die Aktiven verdienen diese Bezeichnung, nie waren weniger als sieben bei den Anlässen dabei. Ertl dazu: „Respekt. Ich hoffe, das bleibt so.“ Die Holzland-Böllerschützen könnten mit etwas Glück bayernweit bekannt werden, nämlich dann, wenn es ihnen gelingt, den Pfarrer als Aktiven zu gewinnen. Dieser verkündete nämlich: „Ich bin nicht weit weg davon, Mitglied zu sein.“ Ein Pfarrer mit Handböller, das wäre wahrlich eine Rarität.

Klaus Kuhn

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