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„Globetrotter“ heißt Mr. Woodlands Werk in der Freisinger Siedlung.

Aktionswoche: Bildende Kunst mit internationaler Beteiligung 

„Artding“: Künstler wollen Fassaden gestalten

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Erding – Art und Erding sollen im Sommer zu „Artding“ verschmelzen. Dahinter steckt ein Stadtkunst-Festival mit der Handschrift des Erdinger Künstlers Daniel Westermeier alias Mr. Woodland. Die CSU will aus Arting ein Projekt der Stadt machen.

Mr. Woodland ist in Erding alles andere als ein Unbekannter. Erding ist die Heimatstadt des 35 Jahre alten Vaters zweier Kinder. Bereits an mehreren Stellen ist Mr. Woodland bereits als Künstler in Erscheinung getreten: Von ihm stammen unter anderem die haushohen Gemälde an Fassaden an der Wendelsteinstraße in Altenerding sowie an der Ganghoferstraße in der Freisinger Siedlung.

Jetzt hat Mr. Woodland noch Größeres vor – und kann auf die Unterstützung der Kommunalpolitik setzen. Die CSU-Rathausfraktion kann sich vorstellen, Mr. Woodland im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Stadtteilkunst zu verpflichten – mit Großgemälden, die teils mit dem Pinsel gemalt werden, teils aus der Sprühdose kommen. OB Max Gotz sowie Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair sind interessiert, Burkhard Köppen holte den Künstler gestern an den traditionellen Stammtisch der Partei im Wirtshaus Kreuzeder.

Im vollen Nebenzimmer stellte Mr. Woodland Artding vor, ein Mural-Art-Festival der bildenden Kunst, das bereits in diesem Sommer stattfinden könnte. Er berichtete, dass er bereits ein halbes Jahr an dem Projekt arbeite, dennoch aber Vieles nach wie vor nicht sehr konkret sei.

Hinter Artding steht nicht nur Daniel Westermeier, sondern auch seine 20-köpfige Kreativagentur Toxic Playground. Fünf bis sechs Künstler, so Mr. Woodland, könnten ebenso viele Fassaden im Rahmen einer Kunstwoche gestalten. „Ich habe schon einige Häuser aufgespürt, wo das sehr gut möglich wäre.“ Dazu würde er international renommierte Künstler nach Erding holen. Auf die Frage von Arnold Kronseder, ob es nicht auch heimische Kunstschaffende sein könnten, sagte der 35-Jährige: „Eine lokale oder bayerische Szene gibt es nicht, auch in ganz Deutschland ist es nur eine Handvoll.“

Künstler bei der CSU: Daniel Westermeier alias Mr. Woodland (2. v. r.) zwischen (v. l.) Fraktionschef Jakob Mittermeier, Burkhard Köppen und Thomas Schreder.

Die Künstler seien in ihrer Motiv-Wahl zwar frei, „wir werden aber darauf achten, dass ein Motiv auch an die jeweilige Fassade passt“, so Mr. Woodland. Politische, sexistische oder Gewalt verherrlichende Motive seien tabu.

50 000 bis 60 000 Euro bräuchte er, um Artding zu realisieren. Die Künstler müssten nach Erding geholt und hier untergebracht werden. Hinzu kommen nach Mr. Woodlands Rechnung unter anderem Material, Werbung und eine Internetseite. Auf Nachfrage versicherte er, weitere Sponsoren zu werben.

Am Entstehungsprozess könnten die Menschen die ganze Woche über teilhaben. Aber auch danach, ist der Erdinger überzeugt, dürften die Werke Menschen in die Stadt locken, wo sie anhand eines Führers, der vom Smartphone aus abgerufen werden kann, Erding auf neue Weise kennen lernen. „Das ist wie eine Galerie, für die man keinen Eintritt zahlen muss und die immer offen ist“, so der Künstler. Von seiner eigenen Arbeit, die sich teils über vier Stockwerke erstreckt, weiß er: „Da bleibt immer jemand stehen. So kommen die Leute ins Gespräch.“ Zudem ist Mr. Woodland überzeugt, dass Erding sich in der Mural-Art-Szene international einen Namen machen könnte. „Erding, das wäre dann nicht nur Therme und Weißbier, sondern auch Sinnbild einer ganz besonderen Kunst.“

Mr. Woodland hofft zum einen, den Stadtrat von Artding zu überzeugen, und zum anderen darauf, „dass das Festival nicht nur einmal, sondern wie in anderen Orten alle zwei Jahre stattfinden kann“. CSU-Fraktionschef Jakob Mittermeier erklärte, die Premiere solle man auf jeden Fall wagen. Danach sehe man, in welcher Form es weitergehen könne. Zunächst will die CSU nun den Antrag an den Stadtrat formulieren.

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