Streit um Gfällach bleibt im Fluss

Moosinning - Der Ärger um die Gfällach ist noch nicht versiegt. Jetzt hat sich das Landratsamt geäußert.

Der Bund Naturschutz (BN) wollte Wasser aus der Gfällach in sein Naturschutzgebiet (NSG) Gfällach ableiten, der Moosinninger Gemeinderat hatte das abgelehnt (wir berichteten).

Nun hat sich das Landratsamt Erding zur Problematik geäußert. „Leider konnte keine einvernehmliche Lösung erzielt werden“, zitierte Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung aus dem Schreiben der Behörde. Daher werde das Wasserwirtschaftsamt München weitere Untersuchungen anstellen, um den Wasserabfluss in der Gfällach zu ermitteln.

Weiter weist das Landratsamt aus aktuellem Anlass - dem „Trockenfallen der Gfällach am 25. und 26. Mai mit Fischsterben“ - darauf hin, dass der Bach zweifelsfrei ein Gewässer III. Ordnung sei und damit im Unterhaltsbereich der Gemeinde Moosinning liege. „Wasserableitungen aus der Gfällach bedürfen der wasserrechtlichen Genehmigung durch das Landratsamt Erding. Willkürliche Ausleitungen sind nicht zulässig“, heißt es weiter. Da bislang nicht bekannt sei, wer die bestehende Ableitung gebaut hat, und ob dafür eine wasserrechtliche Genehmigung vorliegt, falle auch diese Einrichtung bis zur endgültigen Klärung in die Zuständigkeit Moosinnings.

Außerdem erklärte das Landratsamt, dass der östliche Bachlauf der Gfällach im betroffenen Abschnitt als „schutzwürdiger Lebensraum in der Biotopkartierung des Landkreises“ erfasst sei. Auch bei einer Ableitung müsse gewährleistet sein, dass der Bachlauf stets genügend Wasser führt.

„Jetzt ist der Bund Naturschutz am Zug. Er muss auf die Gemeinde zugehen“, erklärte Kruppa und wies Vorwürfe des BN von sich, sie hätte Unterlagen verfälscht an den Gemeinderat weitergegeben. „Die große Kenntnis der Ratsmitglieder in dieser Sache zeigt, dass sie ausreichend informiert sind. Wir haben dem BN mitgeteilt, dass er seine Anschuldigungen zurücknehmen soll, da wir sonst rechtliche Schritte einleiten würden“, sagte die Bürgermeisterin. Inzwischen hat sich der BN in einem Brief entschuldigt.

Helmut Scherzl (BE) sprach von einer „Frechheit“ der Naturschützer, die in einem Schreiben erklärt hätten, „die behaupteten Fische konnten von ihnen bisher nicht beobachtet werden, und seien beim Ortstermin nicht gezeigt worden. Das ist nicht nachzuvollziehen“, denn, wie Kruppa erklärte, habe sie bei dem Termin angeboten, die verendeten Fische zu zeigen.

„Briefe hin, Fotos her - das bringt doch nichts. Warum laden wir nicht den BN in unsere Sitzung ein? Wenn sich jede Seite ein bisschen bewegt, dann finden wir eine Lösung“, meinte Eduard Stadler (SPD). Doch Kruppa blieb hart. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, auf den BN zuzugehen.

Wie Georg Brummer (CSU) berichtete, laufe das Wasser weiterhin ungehindert ins NSG. „Wenn es trockener wird, ist die Gfällach wieder ohne Wasser.“ Der Bauhof solle eine Betonplatte in den Bach legen, damit wenig Wasser ins NSG fließt, das meiste aber in der Gfällach verbleibt. Laut Kruppa wird diese Lösung geprüft. Die Gemeinde wartet jetzt auf Vorschläge vom BN. vam

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