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Ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr

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Geschenk zum Jubiläum: Reiner Haupka (3. v. l.), der Ländervertreter für die Tafeln in Bayern, überreichte an NBH-Vorsitzende Hilde Mittermaier (7. v. l.) und Tafel-Einsatzleiter Norbert Döring (5. v. r.) eine Urkunde. Foto: Julius Renner
Geschenk zum Jubiläum: Reiner Haupka (3. v. l.), der Ländervertreter für die Tafeln in Bayern, überreichte an NBH-Vorsitzende Hilde Mittermaier (7. v. l.) und Tafel-Einsatzleiter Norbert Döring (5. v. r.) eine Urkunde. Foto: Julius Renner

Dorfen - Mit einem Tag der offenen Tür hat die Dorfener Tafel ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Für Bürgermeister Heinz Grundner ist die Einrichtung „eine Erfolgsgeschichte“ und ein „echter Dienst an der Gemeinschaft“.

Erstmals 2003 hat die Dorfener Tafel Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Die Tafel, die von der Nachbarschaftshilfe (NBH) Dorfen betrieben wird und deren Sachaufwandsträger die Nikolaistiftung ist, war die erste derartige Einrichtung im Landkreis. NBH-Vorsitzende Hilde Mittermaier ließ zum Jubiläum die Geschichte der Dorfener Tafel Revue passieren. Sie bedankte sich besonders bei den zahlreichen Spendern und den mittlerweile 33 Personen, die ehrenamtlich für die Einrichtung tätig sind. Für Mittermaier ist das Leitmotiv: „Die Dorfner Tafel versucht, einem anderen zu geben, was er braucht: Ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr. Nicht irgendwann, sondern jetzt.“

Bürgermeister Grundner stellte in seinem Grußwort die enge Verbindung von Tafel und Stadt heraus. Er bezeichnete die Einrichtung in Dorfen als „Erfolgsgeschichte“. Grundner bedauerte es aber, dass es in unserer Zeit des Überflusses überhaupt eine Tafel geben müsse.

Reiner Haupka, der Ländervertreter für die Tafeln in Bayern, überreichte der Dorfener Einrichtung zum zehnjährigen Jubiläum eine Urkunde. In seinem Grußwort machte Haupka auch auf die allgemeinen Missstände in Deutschland aufmerksam. Während die einen im totalen Überfluss lebten, seien mittlerweile zwölf Millionen Menschen arm oder von der Armut akut bedroht. Die Tafeln seien daher für viele Menschen wichtig geworden, weil sie teilweise existenzsichernd seien. Mit einem Zitat des früheren US-amerikanischen Generals George C. Marshall, nach dessen Namen das Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA nach dem Krieg für Westeuropa benannt wurde, umriss Haupka die Arbeit der Tafeln: „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“

Die Dorfener Tafel verteilt im Jahr mehr als 20 000 Kilogramm Lebensmittel, das sind im Durchschnitt wöchentlich mehr als 400 Kilogramm. In Anspruch genommen wird die Einrichtung derzeit von etwas mehr als 100 Haushalten, in denen über 200 Personen leben.

Unterstützt wird die Dorfener Tafel von 20 Geschäften. Backwaren spenden die Bäckereien Brugger, Stelzer und Zauner aus Dorfen sowie Gruber in St. Wolfgang. Wurstwaren kommen von den Metzergereien Widl und Stirner aus Dorfen, Feckl (Schwindkirchen), sowie Faltermeier, Schex und Wimmer (St. Wolfgang). Diverse Lebensmittel spenden in Dorfen die Märkte Rewe, Aldi, Lidl und Netto, in Schwindegg Edeka, Penny und Netto, Lidl in Taufkirchen und die Hofkäserei Hodersberg (St. Wolfgang). Obst und Gemüse gibt es von den Gärtnereien Kurz und Landshammer in St. Wolfgang. Immer wieder freut sich die Tafel auch über Geldspenden von Firmen und Privatpersonen.

Anton Renner

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