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In Syrien wird der Tornado zum Einsatz kommen. Gewartet und instand gesetzt wird der Kampfjet in Erding. Deswegen werden Fliegerhorst-Soldaten für die Mission gegen den IS benötigt.

Weil der Kampfjet Tornado gebraucht wird

Erdinger Soldaten ziehen in Syrien-Einsatz

Erding - Das militärische Engagement der Deutschen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reicht bis nach Erding. Im Fliegerhorst wird der Tornado instand gesetzt. Das Kampfjet-Knowhow ist jetzt im Auslandseinsatz gefragt. Den lehnen beide örtlichen Bundestagsabgeordneten ab.

„Wir haben bereits erste Personalabfragen erhalten“, sagt Oberst Markus Alder, Kommandeur des Waffensystemunterstützungszentrums 1, auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies sei wenig verwunderlich, weil der deutsche Beitrag der Intervention gegen die IS maßgeblich aus dem Einsatz von Kampfjets des Typs Tornado bestehen soll. Der letzte seiner Art hat Erding zwar am 16. September 2014 auf dem Luftweg verlassen, doch Komponenten werden voraussichtlich bis 2020/20121 weiter in Erding gewartet und instand gesetzt. „Deswegen werden wir auch jetzt unseren Beitrag leisten“, so Alder.

Auf zwei Varianten wird es seiner Einschätzung nach hinauslaufen. „Ich gehe davon aus, dass wir den Verband begleiten und damit auch in der Region vor Ort sein werden.“ Zum zweiten werde das Kommando die mobilen Fähigkeiten aus Erding bei der Instandsetzung nutzen.

Der Kommandeur ist aber überzeugt, seine Kameraden nicht direkt nach Syrien schicken zu müssen. Das heißt: Sollte es tatsächlich zur Entsendung von Bodentruppen kommen, wird das ohne Beteiligung des Fliegerhorst-Militärs geschehen. „Die Basis dieses Einsatzes befindet sich in der Türkei. Dort werden wir dann mit dabei sein.“ Die Situation seit vergleichbar mit der des Kosovo-Einsatzes ab 1999, als Erding die Basis im norditalienischen Piacenza unterstützte.

Alder konnte jedoch noch nicht sagen, wann der Marschbefehl seinen Standort erreicht und wie groß das Kontingent sein wird.

CSU-Wahlkreisabgeordnete Lenz zum Syrien-Einsatz: Keine leichte Entscheidung

Die örtlichen Bundestagsabgeordenten betrachten das militärische Eingreifen gegen denIS in Syrien kritisch. Am Freitag stimmte der Bundestag der Mission zu – mit 445 Ja- und 145-Nein-Stimmen sowie sieben Enthaltungen.

Eine dieser Enthaltungen stammt vom CSU-Wahlkreisabgeordneten Andreas Lenz. Im Gespräch mit der Heimatzeitung betont er, dass sich niemanden diese Entscheidung einfach gemacht habe. Er habe mit zahlreichen Experten gesprochen, „denn es ist eine weitreichende Entscheidung“. Lenz versichert, „nicht kategorisch gegen die Mission zu sein“. Denn manchmal seien militärische Mittel notwendig, um eine Perspektive für Veränderungen zu schaffen.

„Es liegt diesem Einsatz jedoch kein hinreichendes Ziel zugrunde. Das bloße Zurückdrängen des IS kann nur ein Lösungsansatz sein. Das ist noch keine Gesamtstrategie.“ Noch dazu sei nicht klar, wie mit der syrischen Armee, mit der Türkei, Russland und Saudi-Arabien verfahren werde.

Lenz betont, zu den internationalen Bündnisverpflichtungen zu stehen und mit Frankreich solidarisch zu sein. „Das sollte uns aber nicht davon abhalten, zunächst offene Fragen zu klären.“ Es gebe auch andere Möglichkeiten der Unterstützung. Damit meint er etwa eine neue Zusammenarbeit der Geheimdienste.,

Schurer lehnt den Einsatz ab. „Mich haben die Argumente für einen Einsatz nicht überzeugt, so dass ich persönlich nicht zustimmen konnte“, schreibt Schurer auf seiner Facebook-Seite. Solidarität mit Frankreich lasse sich nicht nur an einer Zustimmung zu einem Militäreinsatz festmachen. „Zur Solidarität gehört für mich auch, sich die Wahrheit zu sagen. Und zu der gehört auch, dass die meisten Attentäter in europäischen Staaten aufgewachsen sind. Daher müssen wir zusammen vor allem die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher bekämpfen, die als eine der Hauptursachen für die Radikalisierung und gesellschaftliche Entfremdung dieser jungen Leute gilt.“

Hans Moritz

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