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Volle Regale, zu wenig Helfer: die Tafel Wartenberg.

Füreinander Miteinander gibt auf

Die Tafel Wartenberg bleibt geschlossen

Wartenberg - Der Sozialverein Füreinander Miteinander zieht sich als Betreiber der Tafel Wartenberg zurück. Das Helferteam ist zu klein.

Füreinander Miteinander rief zur internen Krisensitzung. Es kamen: drei Vorstandsmitglieder und zwei weitere Interessierte. Diese Basis ist dem Sozialverein zu dünn. Er wird die Tafel Wartenberg nicht mehr betreiben. „Es reicht einfach nicht“, sagt Vorsitzender Ulrich Adriany nach dem Treffen am Donnerstagabend. Am selben Nachmittag hatte die Tafel das letzte Mal für dieses Jahr geöffnet. Es könnte der Schlusspunkt sein.

Etwa acht Helfer braucht es pro Öffnungstag. Genauso viele stehen zur Verfügung. Wenn jemand krank ist, haben die anderen ein Problem. Die Verantwortung für dieses Projekt trägt seit einem Jahr Traudl Hohlbach aus Maria Thalheim. Doch sie zieht sich zurück, weil sie sich allein gelassen fühlte – mit der Verpflichtung, immer auf der Matte zu stehen, und auch den psychischen Belastungen dieses Ehrenamts. Wegen eines Umzugs und eines Pflegefalls in der Familie brechen zwei weitere Säulen weg. Das Team ist zu klein.

„Es war eine schwierige Entscheidung“, sagt Adriany, aber auch er und seine beiden Vorstandskollegen Christian Köhler und Jörg Sedlmaier könnten aus beruflichen Gründen nicht einspringen. Füreinander Miteinander gibt damit sein letztes von einst vielen sozialen Projekten auf. „Wir bleiben weiter bestehen, werden aber vorerst ein inaktiver Verein sein“, meint Adriany, der in Erwerbsminderungsrente ist, sich derzeit aber als Unternehmer ein neues Standbein aufbaut. „Anscheinend ist in Wartenberg das soziale Interesse nicht vorhanden“´, schließt Adriany mit Bitterkeit in der Stimme. Für den Tafel-Betrieb brauche man einmal pro Woche mindestens einen halben Tag Zeit. Das könnten nur Rentner leisten, meint der Vorsitzende: „Ich sehe in Wartenberg viele Rentner laufen.“

Die Suche nach Kooperationspartnern war erfolglos. Allerdings hat Füreinander Miteinander nur beim Helferkreis Asyl angefragt. Doch dort verweise man auf mehr als genug eigene Pflichten, berichtet Adriany. Den Asyl-Helfern prophezeit er nach dem Schließen der Tafel Wartenberg dagegen Mehrarbeit. Wie ihre Kollegen aus anderen Orten müssten sie dann wahrscheinlich Fahrdienste zur Tafel Erding anbieten.

Tatsächlich sind derzeit fast alle Tafel-Kunden in der Marktgemeinde Flüchtlinge. Viele der früheren Bezieher würden sich nicht mehr blicken lassen, erzählen Mitglieder des Helferteams.

Timo Aichele

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