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Schöner als Seehofer: Matthias Matuschik.

Matthias Matuschek im Kinocafé

Ablästern über Gott und die Welt

„Entartete Gunst“ heißt das Programm, mit dem Matthias Matuschik auf Tour ist. In Taufkirchen war das Publikum begeistert.

Taufkirchen – Er lästert über Doppelmoral, führt Ängste ad absurdum und zeigt erschreckende Veränderungen unserer Gesellschaft auf. Das Publikum im fast vollen Taufkirchener Kinosaal amüsierte sich köstlich über sein Satireprogramm.

Doch zuvor hatte der „Matuschke“, wie seine Fans den B3-Kult-Moderator nennen, eine kleine Odyssee hinter sich. Er war zuerst im „falschen Taufkirchen“, dem bei München, aufgeschlagen. Mit dem Zug über Dorfen kam er dann doch noch auf den letzten Drücker im „richtigen“ Veranstaltungssaal an.

Intoleranz mag Matuschik nicht. Wenn es beispielsweise gegen Raucher und Fleischesser geht, wie er einer ist. Sie werden ausgegrenzt und „gebrandmarkt, ob ihrer Leidenschaften, das hatten wir schon mal“, wetterte er. Die meisten Leute würden ihn ja nur aus dem Radio kennen, wenn sie ihn dann erstmals sehen, höre er immer wieder: „Der schaut aus wie der Seehofer, nur schöner. Die Medien sind seine Spielwiese, vor allem die digitalen haben es ihm angetan. „Sie sind ein Spiegel der Gesellschaft“, findet er und belegt auch gleich „welch ein Schmarrn gepostet wird“. Von angeblichen Tierschützern und Hummelrettern erzählt er, dass sich aber keine Sau über das Putzerfisch-Massaker oder das „Halal-Zertifikat“ aufrege, wie es immer öfter auf den Nahrungsmittel-Etiketten zu lesen sei. Halal bedeute, dass Lebewesen ohne Betäubung getötet werden, bevor sie verarbeitet werden. „Wir fressen die Schnitzel jetzt ja aus dem Toaster“, echauffiert er sich weiter und, dass er keinen Leberkäs mag, weil da „auch Rosetten und Zehennägel drin sind“. Auch die Veganer hat er gefressen, für ihn „das indianische Wort für zu blöd zum Jagen“, weil sie ihre Umwelt immer bekehren wollen.

Nicht jeder seiner Witze hat Tiefgang, aber die Pointen sitzen. Der gebürtige Oberpfälzer trifft genau die Sprache und den Humor des Publikums, unglaublich sympathisch und direkt bringt er seine Kritik der Gesellschaft auf den Punkt. „Die Deutschen haben Angst vor allem“, vor allem von den Asylanten. „Sie schänden unsere Weiber, fressen unsere Kinder“, lese er immer wieder auf der Bürgerwehrseite von Bauzen. Und sie bedrohten das Abendland, die Flüchtlinge. Dass dieses Abendland genauso freuenfeindlich sein kann, belegt er Reimen, die auf dem Oktoberfest zum Besten gegeben werden.

Rasant schwenkt Matuschik von einem Thema zum anderen, mimt unterschiedlichste Charaktere und verleiht seinen Figuren – vom Bauern über den Proll bis zur Ökotussi – durch unterschiedliche Dialekte und Stimmlagen Ausdruck. Als reinrassiger Macho weist er auf die Unzulänglichkeiten der Frauen und die größeren Aufgaben der Männerwelt hin, für die die Männer geschaffen sind. Er zeigt den Zuschauern perverse Entwicklungen auf, fordert sie auf, nicht alles von den Medien unreflektiert zu übernehmen und sich nicht von Aldi und Co. diktieren zu lassen, was angesagt ist. Birgit Lang

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