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Buntes Spektakel: Lehrer Michael Röhrl (l.) bei der Probe einer Tempel-Szene mit seinen Schülern.

Shanju Shanej an der Realschule Taufkirchen

Absurdes Musical an drei Orten

Die meisten kennen Michael Röhrl als Mathe-, Physik- und IT-Lehrer an der Realschule Taufkirchen, als langjährigen 2. Kommandanten der Feuerwehr Hausmehring oder als Musiker von Bands wie Cosmo 45 und Cover.feeke.com. Aber der quirlige Allrounder kann noch mehr.

Taufkirchen Lehrer Michael Röhrl kann auch Theaterstücke schreiben und hervorragend inszenieren. Davon kann man sich heute Abend sowie bei weiteren Vorstellungen überzeugen. Nachdem er bereits im Vorjahr das Gauklermärchen von Michael Ende mit den Realschülern am und im Wasserschloss aufgeführt hat, überrascht er sein Publikum heuer mit seinem ersten „absurden Musical“, Shanju Shanej, wie er es nennt.

Es ist die Geschichte von einem fremdbestimmten Sektenführer und seinen Verehrern, dem Publikum. Es geht aber nicht um irgendwelche Glaubensgemeinschaften, sondern um die Götzen und Laster, die jeder in sich trägt, seien es Autos oder Mode, Dinge, die jeder für unsagbar wichtig hält. „Der Witz dabei ist, sobald meine Figuren ein Laster aufgeben, verfallen sie dem nächsten“, erklärt er.

Dieses Mal hat Röhrl nicht nur die Musik, sondern auch den Text geschrieben. Premiere ist am 4. Mai in der Realschule. Weitere Aufführungen sind am 5. und 9. Mai, jeweils um 20 Uhr. Zwei Zusatzvorstellungen sind am 10. und 12. Mai optional geplant.

Rund 70 Schüler von der 7. bis zur 10. Klasse und fünf von Röhrls Kollegen wirken bei Shanju Shanej mit, als Darsteller, Musiker, Sänger oder im Hintergrund als Bühnenbauer und -techniker, Choreograf, Masken- und Kostümbildner oder Caterer. Geprobt wird seit vielen Wochen intensivst. Im November war das Ensemble sogar eine Woche an der bayerischen Musikakademie Alteglofsheim.

Vom Eifer, den alle an den Tag legten, ist Röhrl begeistert. Denn vieles musste außerhalb der Schulzeit einstudiert und erledigt werden. „Sie bastelten, nähten, klebten und probten. Auch die Eltern unterstützten uns“, erzählt er und freut sich, dass die Schulleitung ebenfalls hinter ihm stand. „Die Termine für die Schulaufgaben wurden passend gelegt.“ Überaus glücklich ist er über zwei ehemalige Schulfreundinnen vom Dorfener Gymnasium, die ihm halfen: Profi-Schauspielerin Simone Ascher gab den Darstellern Tipps. „Unglaublich, was sie aus den Schülern heraus geholt hat.“ Und seine Kollegin Evelyn Koller hat im Mutterschutz seine Kostümideen umgesetzt.

Wichtig war Röhrl, möglichst viele Schüler spielen zu lassen, also hat er 21 Rollen besetzt. „Ich habe das Stück teilweise gezielt auf die Schüler geschrieben und sie gefragt, wie viel Text sie haben wollen.“ Seine teils kuriosen Ideen bekommt er, weil er sein Umfeld mit wachem Auge beobachtet und Alltagsszenen in das Stück einfließen lässt, diese maßlos überzeichnet. „Ich übertreibe einfach total. Das Wichtigste ist, über sich selber lachen zu können“, sagt er.

Ein Jahr hat er an Shanju Shanej geschrieben, im Urlaub in Amerika und daheim in der Nacht, weil ihn da nichts stört und ablenkt. „Da kann ich am besten feilen, auch an der Musik.“ Wie lustig es geworden ist, zeigt sich daran, dass er mit seinem Team auch nach der 20. Probe immer noch Tränen über die Szenen lachen kann. „Es ist mein drittes Bühnenwerk“, verrät er, schon an der Erdinger Realschule habe er „Finde dich“ und „Von Liebe erdrückt“, eines seiner Lieblingsstücke, inszeniert, beide Werke selber geschrieben und die Musik dazu komponiert. Zu wie vielen Theaterstücken er das schon getan hat, kann er nicht aufzählen. Es seien „ganz, ganz viele“ gewesen, meint er. Auch Endes Gauklermärchen gehört dazu. Schon bei dieser Aufführung hat es mehrere Standorte gegeben, so auch dieses Mal.

Sieben Szenen mit drei Hauptstandorten sind es. Das Publikum, maximal 120 Leute hat Platz, wandert mit dem Stück mit, in den Rosengarten, den Tempel und in die Küche. Mit den verschiedenen Standorten will Röhrl die Leute raus- und mitreißen. Vor allem geht es ihm aber auch um realistische Kulissen. „Einen Rosengarten kann ich nie so schön zeichnen, wie er in echt ist. Gezeichnet ist es Kitsch.“

Die Musik ist vom Feinsten. Sie reicht von zwölfstimmigen Orchesterwerken über Ohrwürmer bis hin zu ganz einfachen Zweiakkord-Stücken, „die meine Mädels auf der Gitarre spielen können“. Auch das Publikum muss mitsingen und bekommt eine eigene Trainerin. Eine erste beeindruckende Kostprobe gab es bei der Weihnachtsfeier der Realschule: Eine fast 15 Minuten lange Ouvertüre. Damit alle schon vorab fleißig üben können und die Lieder ins Ohr kriegen, hat Röhrl Text und Musik auf die Shanju-Shanej-Homepage gestellt. Textbücher gibt es zwar, aber die Schüler lieben es, alles über das Handy einzustudieren, sagt er. Auch Shanju gibt seine Infos im Stück über sein Handy weiter, verrät er.

Die Liebe zur Musik und zum Theater entdeckte Röhrl schon früh. Als Erstklassler lernte er bei Benno Meindl Klavier, ab der 5. Klasse Posaune bei Jakob Kellner am Gärtnerplatztheater. Als Gymnasiast trat er unter Edmund Speiseder auch erstmals im Theater auf. Nach dem Abi hatte er bei Paul Hansen vom Rundfunkchor München Gesangsunterricht und übernahm bei Produktionen der Kleinkunst Loipfing die musikalische Leitung. „Dort habe ich viel mit Wiebke und Peter Kleinschmidt gemacht. Peter ist ein ganz großer Regisseur und war Schulleiter der Falkenberg Schule in München. Von ihm hab ich sehr viel gelernt, wie Szenen aufgebaut werden und wie die großen Zusammenhänge funktionieren.“

Dass Röhrl sein Handwerk gelernt hat, zeigt sich bei seinem absurden Musical. Es gibt noch Restkarten, die man kostenlos online unter www.shanjushanej.de reservieren kann. Weitere Infos unter Tel. (08084) 93060.

Birgit Lang

„Shanju Shanej“: Absurdes Musical über Sektenführer feiert Premiere 

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