Abgelehnter Asylbewerber aus Afghanistan muss 22 Monate in Haft

Hepatitiskranker bespuckt Polizisten

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Widerlich und potenziell lebensgefährdend hat sich ein afghanischer Flüchtling verhalten. Am 13. März vorigen Jahres bespuckte er vier Polizeibeamte – und das trotz hoch ansteckender Infektionen mit Hepatitis A und C. Es grenzt an ein Wunder, dass keiner der Beamten mit der gefährlichen Lebererkrankung infiziert wurde.

Taufkirchen/Nandlstadt/Erding - Gestern musste sich der 31-jährige gebürtige Teheraner vor dem Amtsgericht Erding verantworten. Der Häftling wurde von zwei bewaffneten Beamten in den Saal geführt. Wegen Widerstands, Körperverletzung und Beleidigung wurde der einschlägig Vorbestrafte zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. Darüber hinaus droht dem Mann, der 2015 nach Deutschland kam, die Abschiebung. Denn sein Asylantrag wurde abgelehnt.

Die ekelerregenden Attacken fanden in Nandlstadt (Kreis Freising) und auf dem Weg ins Bezirkskrankenhaus Taufkirchen statt. Dorthin musste der Mann in besagter Nacht gebracht werden, weil er nach dem Konsum von zwei Flaschen Wodka sowie seinem Ausraster eine Gefahr für sich und andere darstellte.

Die vier Beamten der Moosburger Polizei sagten im Zeugenstand aus, dass sie am Abend des 13. März 2017 zu einer Bushaltestelle gerufen worden seien. Es hatte Ärger mit drei Männern gegeben, darunter der Angeklagte. Einer Frau sei an den Po gegriffen worden.

Als die Beamten eintrafen, stießen sie auf ein ihnen bekanntes Gesicht. Der Afghane flippte nach übereinstimmenden Aussagen komplett aus, trat um sich, wehrte sich gewaltsam gegen seine Fixierung und den Abtransport mit dem Streifenwagen. Dabei verletzte er drei Beamten leicht. Obwohl er kaum Deutsch kann, stieß er heftigste Beleidigungen aus. Das Schlimmste war aber: Mehrmals bespuckte er die Polizeibeamten. Eine junge Beamtin traf er mitten ins Gesicht.

Drei Beamte sagten aus, sie hätten sechs Monate in der Ungewissheit leben müssen, ob sie sich mit Hepatitis infiziert haben. Auch im Krankenwagen auf dem Weg nach Taufkirchen benahm sich der 31-Jährige völlig daneben. Insgesamt mussten ihm fünf Spuckschutz-Hauben übergestülpt werden.

Der gebürtige Teheraner ist laut Gutachter seit der Jugend schwer drogen- und alkoholabhängig. Im Suff verliert er regelmäßig die Kontrolle über sich. Obwohl er erst seit drei Jahren in Deutschland ist, stand er schon dreimal vor Gericht – einmal wegen eines ähnlichen Delikts.

Der Flüchtling entschuldigte sich in der Verhandlung bei seinen Opfern. Doch die nahmen das nicht an. „Das war das Widerlichste, was ich in meinem Leben erlebt habe“, sagte die Beamtin. Ihr Kollege sagte, das sei nur Taktik.

Die half dem Angeklagten nicht. Die Staatsanwältin aus Landshut plädierte auf zwei Jahre Haft, Verteidiger Martin Paringer erachtete ein Jahr und drei Monate als ausreichend. Richterin Michaela Wawerla verurteilte ihn zu einem Jahr und zehn Monaten – wegen der Vorstrafen, vor allem aber wegen der widerlichen Attacken.

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