Die Kinder des OASE-Naturkindergartens pflanzen unter anderem mit Bürgermeister Stefan Haberl einen Apfelbaum hinter Rathaus und Kirche Taufkirchen
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Mit großer Begeisterung haben die Kinder des OASE-Naturkindergartens unter anderem Bürgermeister Stefan Haberl beim Pflanzen eines Apfelbaums hinter Rathaus und Kirche geholfen.

Taufkirchens Bürgermeister Haberl pflanzt mit Kindern Obstbaum hinter dem Rathaus – Doppelte Symbolik

An diesen Äpfeln dürfen sich alle bedienen

Einen Apfelbaum mit doppelter Symbolik hat Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl gepflanzt. Und: Wenn er einmal Früchte trägt, sollen sich alle Menschen daran bedienen dürfen.

Taufkirchen – Ob es nun wirklich ein „Kaiser Alexander“ ist, wie es auf der Hinweistafel stand, oder doch eine „Sternrenette“, konnte der „Apfe-Sepp“ Josef Lechner nicht genau sagen. Auf alle Fälle hatte der Wambacher das Apfelbäumchen gezüchtet, das Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl auf der Wiese hinter Rathaus und Kirche pflanzte.

Gemeindegärtner Bernd Prang hatte ein großes Loch gebuddelt für das Bäumchen, das einmal vier bis fünf Meter hoch werden dürfte. Zuvor allerdings gab es eine Gesangseinlage von den Kindern und Erzieherinnen des OASE-Naturkindergartens, die als einzige passend für die Situation mit Gummistiefeln kamen.

Bürgermeister Haberl: Auch Birne, Zwetschge und Apfel sind Heimat

Als „was ganz Besonderes“ begrüßte Haberl die drei Geistlichen Pater Paul, Pfarrer Edson Schumacher, beide aus Taufkirchen, und Archimandrit Georgios Siomos, Pfarrer der Allerheiligenkirche zu München und Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Vikariat in Bayern. Auch Haberls Frau Kathi mit den Töchtern Anni und Rosi sowie seine Eltern Josef und Ilse, Gabi Hofstetter, Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, sowie OASE-Gründerin Marile Götz ließen sich diesen symbolischen Akt nicht entgehen.

Haberl sinnierte in seiner Ansprache über Heimat, die kein Wert, sondern ein Gefühl sei. Auch Birne, Zwetschge und Apfel seien Heimat, meinte er. Wenn man einen Apfelbaum in seinen Garten pflanze, gebe man ihm eine Heimat, Erde, Wasser und Vitamine, damit er verwurzeln und sich entwickeln könne. Auch für die Gemeinde sei es wichtig, verwurzelt zu sein und wachsen zu dürfen.

Ihm als neuem Bürgermeister sei zudem wichtig, dass dies für Kirche und Rathaus, die kirchliche und politische Gemeinde, gelte. So wolle er zum Beginn seiner Amtszeit dies als symbolischen Anlass dafür nehmen, dass sich beide fruchtbar entwickeln und wachsen.

Mit dem Bäumchen wird Natur erlebbar gemacht

Zugleich sei dieser Akt auch Symbol des Naturschutzes. Denn mit dem Bäumchen werde die Natur erlebbar gemacht. Haberl lud alle Menschen ein, die keinen eigenen Obstbaum hätten, sich an diesem zu bedienen, sobald er Früchte trägt.

Dies werde noch ein paar Jahre dauern, meinte der Apfe-Sepp. Schließlich sei der Baum erst zweieinhalb Jahre alt. Er habe ihn selber veredelt. Es handele sich auf alle Fälle um eine alte Sorte aus Lappach bei St. Wolfgang, ihn genau zu erkennen sei schwierig gewesen, schließlich gebe es über 2000 Sorten. Eines konnte er aber mit Sicherheit sagen: Die Äpfel schmecken süß-sauer. „I hoff, dass er guad eigrodt“, meinte er und gab ihm noch ein bisschen Bio-Dünger mit auf den Weg. Dann könne der Baum bis zu 70 Jahre alt werden.

Pater Paul ließ sich Haberls Einladung nicht zweimal sagen, für Erntedank werde man gern Äpfel holen. Zum Einpflanzen kamen die Honorationen dann kaum. Dies übernahmen die Kinder mit Begeisterung. Wie die Ameisen wuselten sie um den Erdhaufen, hakten, schaufelten. Nur der Gemeindegärtner durfte sich dazwischen batzen, um zwei Pfosten neben das Bäumchen einzuschlagen, die ihm fürs Erste Halt geben sollen.

mel

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