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Mit Spaß bei der Sache: Kreisvorsitzende Brigitte Murla (l.) und Kreisfachberater Michael Klinger (r.).

Kreisversammlung der Gartenbauvereine

Apfelsorten werden immer weniger

Richtig gute Stimmung herrschte bei der Kreisversammlung der Gartenbauvereine im Gasthaus Zuhr in Moosen. Nur der dramatische Rückgang der Apfelsorten bereitet Sorgen.

Moosen Kreisvorsitzende Brigitte Murla freute sich, dass von den 37 Gartenbauvereinen im Landkreis Erding 35 vertreten waren. Zusammen mit ihrem Vertreter August Groh und Kreisfachberater Michael Klinger gestaltete sie die Versammlung. Die drei informierten über vergangene Aktionen, anstehende Termine und den kontinuierlichen Sortenverlust bei Obstbäumen.

Mehrmals habe schon eine Obstsorten-Erfassung stattgefunden, erklärte Klinger. Laut dieser gab es zwischen 1855 und 1860 noch 4520 verschiedene Obstsorten im deutschen Raum. Im Jahr 2012 startete die Landesanstalt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit den Kreisfachberatern eine erneute Erfassung der Streuobstbestände in Bayern. Waren vor der Aktion nur noch 2624 Sorten bekannt, konnte man 2015 nach der Streuobsterfassung bereits wieder auf 5089 Sorten bayernweit zurückgreifen. Bei den Zahlen handle es sich allerdings lediglich um Erwähnungen in der Literatur. „Die Studie zeigt, dass nur noch rund 30 Prozent dieser Sorten verfügbar, also auch aufgepflanzt seien“, betonte der Fachberater.

Von den 2015 gemeldeten 5089 Sorten seien nur noch 1152 in Bayerns Gärten vorzufinden, also nur 23 Prozent in ganz Bayern verfügbar, darunter 647 Apfel-, 285 Birnen- und 85 Kirschsorten. Bei einer Umfrage, die 2003 im Landkreis Erding vom Kreisverband durchgeführt wurde und die mittlerweile von ihm digitalisiert worden sei, wurden 269 Sorten genannt. Darunter auch einige Vertreter lokaler Apfelsorten wie der Vilstaler Weißapfel oder der Korbiniansapfel, die es nur in der Region gebe. „Der Erdinger Südmostapfel ist leider verschwunden“, bedauerte der Experte des Landratsamtes und fügte an, der Sortenverlust hänge auch mit der abnehmenden Sortenkenntnis zusammen. „Problem ist die genau Identifizierung der Sorten.“ So sei rund ein Drittel der Sorten, die man in Gartenbaubetrieben gekauft habe, falsch ausgezeichnet.

„Die Sortenerfassung ist aufgrund der EU-Richtlinie 2008/90EG, wonach künftig nur noch amtlich registrierte Sorten verkauft werden dürfen, ins Leben gerufen worden. Deshalb sollten alle Sorten auf dieser Liste genannt sein“, betonte er. Denn Ziel des Ganzen sei es, hochwertiges und gesundes Vermehrungsmaterial zu erhalten. Der Kreisfachberater bat die Gartenbauvereine darum, zu prüfen, ob diese Sorten noch vorhanden sind und sie gegebenenfalls nach zu pflanzen.

Groh kümmerte sich um die Termine. Er sprach über das Obstblütenfest, das am Sonntag, 5. Mai, im Obstlehrgarten in St. Wolfgang stattfinden soll. Und er kündigte die zweitägige Lehrfahrt nach Sangershausen im Harz an. Groh erwähnte den Gartlertag, der am 3. Oktober im St. Wolfgang geplant ist und erzählte strahlend, dass nach über 30 Jahren am 1. November nächsten Jahres erstmals die Herbstversammlung in seinem Heimatort Wartenberg stattfinden werde. Die Trachtler würden ein Vereinsheim bauen und dort werde das Treffen organisiert. Die Preisverleihung zum Fotowettbewerb „Urban Gardening“ sei am 29. November, im Landratsamt.

Der Vize-Vorsitzende erwähnte noch Obst- und Beerenschnittkurse, die Arbeitseinsätze im Kreislehrgarten, und er verteilte die Termine auf die Mitglieder der einzelnen Vereine. Des Weiteren werde eine Gartenpfleger-Fortbildung mit dem Thema „Tomate und Gurke im Hausgarten“ im Herbst angeboten, für das sich noch Gartenpfleger anmelden könnten, sagte er. Für den Gartenpfleger-Aufbaukurs am 8. und 9. März übernehme der Kreisverband auf Anfrage die Reisekosten, für das BV-Seminar für Jugendarbeit zahle der Bezirk die Kosten. Außerdem bezuschusse der Kreisverband Jugendgruppen. Pro Jugendlichen gebe es zwei Euro, 50 Prozent für die Materialien, maximal 50 Euro. Groh bat die Betreffenden sich bis 30. November zu melden.

Der Bezirk habe ein neues Logo, erzählte Groh weiter und verriet, dass der Kreisverband-Newsletter in regelmäßigen Abständen auf Wunsch an die Vereinsvorsitzenden, den Vorstand und weitere Gruppen verschicke. Dieses Jahr sei er sechs Mal erschienen. „Jeder Verein, der sich noch nicht mit einer E-Mail-Adresse gemeldet hat, soll das bitte nachholen“, bat Groh die Anwesenden. Alle Versammlungsunterlagen und Arbeitsmaterialien für Jugendseminare seien auf der Homepage hinterlegt. Neu sei auch die „Silberne Rose“, eine Ehrenvergabe für verdiente Vereinsvorsitzende, die nach 30 Amtsjahren vergeben werde.

Birgit Lang

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