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Prominenter Flüchtling:Hassan Ali Djan in Taufkirchen.

Flucht in ein besseres Leben

Asylbewerber müssen lernen, lernen, lernen

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Taufkirchen - Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben und sich hier integrieren wollen, müssen vor allem eines können: die deutsche Sprache. Und sie müssen bereit sein zu lernen.

Diese Aussagen stammen nicht etwa von konservativen Politikern, sondern von Hassan Ali Djan. Er ist als 16-Jähriger selbst aus Afghanistan geflohen. Er war ein Flüchtling ohne Deutschkenntnisse und ohne Perspektiven. Heute hat der junge Mann die Mittlere Reife, eine abgeschlossene Lehre, eine eigene Wohnung und eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Und er ist mittlerweile auch prominenter Buchautor und geschätzter Gesprächspartner in politischen Kreisen. Djan sprach in Taufkirchen auf Einladung des Integrationskreises. Unter den Zuhörern waren auch 58 afghanische Flüchtlinge.

Seine Flucht ist ein Drama, wie er in seinem Buch „Flucht in ein besseres Leben“ beschreibt. Nach Monaten unterwegs erreicht Djan 2005 europäischen Boden. Er versteckt sich in einem Reservereifen eines Lastwagens. Eingerollt wie ein Embryo liegt er so auf der Ladefläche des Lkw. Er bewegt sich kaum, hat Angst entdeckt zu werden. Und der junge Mann weiß nicht, wohin die Fahrt geht. Djan will überall landen, nur nicht in Deutschland. Denn er hat gehört, dass Flüchtlinge in Deutschland nicht arbeiten dürfen, sondern in quälender Ungewissheit warten müssen, ob sie als Asylbewerber anerkannt werden. Doch als er am Zielort ankommt, muss er feststellen: er ist in Deutschland. Der Lastwagen stoppt in einem Industriegebiet im Nordwesten Münchens. Der junge Afghane nimmt die Herausforderung an. In München beginnt seine erstaunliche Entwicklung. Der Analphabet lernte Lesen und Schreiben, holt seinen Schulabschluss nach, erlernt den Beruf des Elektrikers. Heute fühlt sich Djan in München heimisch.

In Taufkirchen erzählt der prominente Ex-Flüchtling zunächst über sein Leben. 1989 muss er in Almitu als Ältester nach dem frühen Tod des Vaters die Verantwortung für die Familie übernehmen. Er beginnt als Elfjähriger auf Baustellen zu arbeiten. Djan bringt den afghanischen Flüchtlingen dann auch die deutsche Welt näher. Er erklärt das Asylverfahren und macht den anwesenden Flüchtlingen klar, dass Deutschland ein hoch entwickeltes Land sei und keinen großen Bedarf an Hilfskräften, sehr wohl jedoch an qualifizierten Fachkräften habe. Der Weg dahin führe über den Erwerb der deutschen Sprache, das macht er an diesem Abend immer wieder klar.

Nicht nur Flüchtlinge, auch die Helfer nehmen an diesem Abend viel an Wissenswertem mit, berichtet Josef Hirschböck vom Integrationskreis: „Vor allem das Bewusstein darüber, dass es vor allem eines braucht: Geduld.“

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