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Kreismusikschule: Auf Brasilien folgt Marokko

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Von: Fabian Holzner

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Während die Cajon-Gruppe von Edwin Karbaumer das Jubiläumskonzert im voll besetzten Bürgersaal eintrommelte, stand der Musikalische Grundkurs mit der „Tante aus Marokko“ bereits in den Startlöchern. Abschied nach 22 Jahren Junge Musiker mit Schauspiel-Talent
Während die Cajon-Gruppe von Edwin Karbaumer das Jubiläumskonzert im voll besetzten Bürgersaal eintrommelte, stand der Musikalische Grundkurs mit der „Tante aus Marokko“ bereits in den Startlöchern. Abschied nach 22 Jahren Junge Musiker mit Schauspiel-Talent © Fabian Holzner

Vielfältige Darbietungen erlebte das Publikum beim Konzert anlässlich des 50. Jubiläums der Kreismusikschule im Bürgersaal in Taufkirchen. Die jungen Musikschüler boten viel musikalisches Talent.

Taufkirchen – Brasilianische Rhythmen, barocke Melodien und eine starke Stimme boten die Schüler der Außenstelle Taufkirchen der Kreismusikschule Erding. Anlass für ihr Konzert im Bürgersaal war das 50-jährige Bestehen der Einrichtung, die mit ihrem Angebot vom Grundlagenunterricht bis zur Talentförderung aus dem Musikleben des Landkreises nicht wegzudenken ist. Gefeiert wird über mehr als zwei Wochen hinweg. Wobei die Glückwünsche, wie von zweitem Bürgermeister Christoph Puschmann überbracht, auch nachträglich gelten, denn der runde Geburtstag war bereits im vergangenen Jahr.

„Nichts geht über Live-Publikum“, sagte KMS-Leiter Peter Hackel zur nachgeholten Feierlichkeit in seiner Begrüßung. Dass Selbiges auch für die Darbietung gilt, stellten die jungen Musiker im bis auf die Fensterbänke gefüllten Bürgersaal unter Beweis.

Nach dem Einstieg der Cajon-Schüler von Edwin Karbaumer mit brasilianischen Sambarhythmen gratulierte Puschmann: „Als Gemeinde sind wir froh und stolz, dass wir das mit einer Außenstelle in den wunderschönen Räumlichkeiten im Wasserschloss unterstützen dürfen“. Sein Dank galt neben den Eltern den Lehrern, die bereits mehrere Generationen betreut haben, „aus denen Größen hervorgingen“.

Sanfte, wiegende Töne entlockte dann das Blockflötenensemble von Susanne Gelsheimer seinen Instrumenten, „Frühling aus Mondnacht“ hieß das Kinderlied des zeitgenössischen Komponisten Roland Leibold. Aus dem Ensemble trat später die langjährige Schülerin Merle Tautz heraus, um im Duett mit ihrer Lehrerin auf der Altblockflöte eine ausgelassene und im steten Wechsel der zwei Stimmen raffinierte Sonate von Georg Philipp Telemann zu präsentieren. Susanne Gelsheimer trat damit ein letztes Mal für die KMS auf, mit Blumen verabschiedete Peter Hackel sie nach 22 Jahren in Erding nach Norddeutschland.

Tiefgang verlieh Sophia Yang am Klavier der „Sicilienne“ von Gabriel Fauré, bedächtig trabte die impressionistische Melodie, bevor Akkordeon-Schüler Jonas Kraus zum „Zirkus Renz Galopp“ in die Tasten griff. Arrangiert wurde das Orchesterstück von KMS-Lehrer Michael Riedmaier. Vom Ross ging es zum Reiter: „La Chevaleresque“ von Frederic Burgmüller trägt den Beinamen „Des Edelfräuleins Ritt“, makellos interpretierte der Drittklässler Jakob Tongson die Klavieretüde. Mehrere Ausflüge in die Popmusik rundeten das Programm ab.

Abbas „Mamma Mia“ wurde unter der Leitung und Begleitung von Claudia Góndola de Hackel von einem ganzen Ensemble junger Querflötisten dargeboten und das Vororchester der Blasinstrumente, unterrichtet und dirigiert von Außenstellenleiter Kurt Müller, der ruhig, mit schmückenden Einleitungen durch das Programm führte, gab Filmmusik zum Besten: Das imposante „My Heart Will Go On“ aus „Titanic“ und die kraftvolle Titelmusik aus „Pirates Of The Caribbean“, das von dem deutschen Komponisten Klaus Badelt geschrieben wurde.

Noch jünger ist der Pop-Hit „Mut“ der deutschen Sängerin Alexa Feser, 2019 war dieser millionenfach im Internet gestreamt. Kraftvoll, sicher und ohne Übertreibungen sang Rahel Caspar dieses gefühlvolle Lied, das sie mit ihrer Lehrerin Marcela Haubrich einstudiert hatte.

Ungewöhnlich war die Performance von Nick Schlinger, der das Schlagzeug als Soloinstrument vorstellte und bereits für die freiwillige Leistungsprüfung in Silber übt. Das „Funksolo“, genauestens vom amerikanischen Funk-Schlagzeuger Rick Latham notiert, zeigte die ganze Bandbreite des Instruments, gespickt mit rhythmischen Raffinessen. Daneben gab es absolute Klassiker zu hören: Was der „Libertango“ von Astor Piazolla für das Akkordeon ist, den Markus Böhm darbot, ist die „Romanze Anonym“ für die Gitarre.

Gitarrenlehrer Dieter Geitz brachte fast sein gesamtes Gitarrenorchester, das in Zusammenarbeit mit der Grundschule Taufkirchen besteht, auf die Bühne. Sehr bekannt und „sehr Mozart“ ist auch das verspielte „Rondo alla turca“, das Rugo Greimel am Klavier meisterte.

Die ein oder andere „Größe“, von der Puschmann sprach, ließ sich beim Jubiläumskonzert bereits erahnen. Wie sich die jüngsten Musiker, die Claudia Góndola de Hackel für eine mit Schauspieleinlagen geschmückte Darbietung von „Meine Tante aus Marokko“ auf die Bühne holte, entwickeln werden, darf bei hoffentlich vielen Liveauftritten verfolgt werden.

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