Gemeinderat Taufkirchen

B 15 neu: Slawny kontra Hofstetter

Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 erhitzt derzeit die Gemüter im Landkreis. Wie den Taufkirchener Gemeinderat Manfred Slawny, der im Gemeinderat zuletzt eine Debatte in Sachen B 15 neu ausgelöst hatte (wir berichteten).

Taufkirchen – Im Gespräch mit der Heimatzeitung hat der SPD-Gemeinderat nun seine Beweggründe erklärt und seine Sicht der Dinge dargestellt. Er habe in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats dafür dafür gesorgt, dass Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU), den Beschlussvorschlag marginal abgeändert habe. Hofstetter sei, laut Slawny, „extrem bemüht“ gewesen, eine Einstimmigkeit herzustellen und habe gemerkt, dass er Slawnys Stimme so nicht bekomme.

Die ursprüngliche Beschlussvorlage habe gelautet, dass der Gemeinderat fordere, dass man sich im BVWP auf eine Variante für den Weiterbau festlege, sowie dass die B 15 neu in den vordringlichen Bedarf komme und somit zwischen A 92 und B 12 gebaut werden könne. „Da habe ich gesagt, das ist erstens völlig unrealistisch. Das wird es so nicht geben“, erklärt Slawny. „Und zweitens: Das darauf Drängen, dass man unbedingt eine B 15 neu braucht, führt meiner Meinung nach nur dazu, dass sie auch irgendwo bei uns landet. Denn wir sind die einzigen, die schreien, dass wir die B15 brauchen.“. Daraufhin, habe ihm Hofstetter ständig „Friedensangebote“ unterbreitet und irgendwann den verklausulierten Satz vorgeschlagen, „dass die Umfahrung Landshut und der Weiterbau der B 15 neu in der gleichen Priorität bleiben“, sagt der Moosener. Ein Satz der einen sehr großen Interpretationsspielraum zulasse.

Für Slawny sei klar, dass der Abschnitt zwischen Landshut und Rosenheim vorerst ohnehin nicht in den vordringlichen Bedarf komme und somit bedeute er, dass „so lang auch die Umgehung von Landshut nicht in den vordringlichen Bedarf kommt“. Vorausgesetzt, das Veto der Taufkirchener findet im Bundesverkehrsministerium Gehör. Dieser Beschluss ähnle auch dem des Dorfener Stadtrates, sagte Slawny. Er sei dafür, dass die B 15 neu an der A 92 ende. Für einen Beschluss, dass die Gemeinde darauf dränge, auch den Abschnitt zwischen Landshut und Haag in den vordringlichen Bedarf aufzunehmen, hätte er „nie gestimmt“.

Er widerspreche Hofstetter auch bei dessen Prognose, dass bei einer Umfahrung Landshuts künftig bis zu 40 000 Fahrzeuge mehr pro Tag durch Taufkirchen fahren könnten. In der jetzigen Situation glaubt Slawny, dass die „Entscheidungsträger es immer im Hinterkopf haben, dass eine Umgehungsstraße dann vom Bund finanziert wird, wenn es nicht mehr anders geht“.

Mit Slawnys Aussagen konfrontiert, sagte Hofstetter, dass er nach wie vor für eine vierstreifige raumgeordnete Trasse im Landkreis Mühldorf sei. Seine Haltung sei klar: „Ich will die B 15 neu von der A 92 bis nach Rosenheim im vordringlichen Bedarf haben“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Er gehe weiter davon aus, dass eine Landshuter Umfahrung für mehr Verkehr sorge, „und dann sehe ich nicht ein, dass der durch unseren Ort geht“.

Eine B 15-Umfahrung im Norden sei bei entsprechendem Verkehr die schlechtere Lösung. Hofstetter sei von der Meinung Slawnys „überrascht worden“. Auch in Sachen B 388 Umfahrung seien sie stets gleicher Meinung gewesen. „Ich schätze Manfred sehr. Aber wenn er hier eine andere Meinung hat, dann hat er halt eine andere Meinung“, meint Hofstetter. „Wenn wir den Verkehr auf der alten B 15 bewältigen können, habe ich damit kein Problem. Eine Autobahn zu bauen, verbraucht viel Fläche und damit muss man haushalten“, weiß der Bürgermeister.

Es gebe einfach unterschiedliche Bewertungen, was es derzeit schwer mache, in der Sache einheitlich aufzutreten. Stimme die Angabe im BVWP, wonach durch die Landshuter Umfahrung 7000 Fahrzeuge täglich auf der B15 und 3000 auf der B 299 landen würden, könne man durchaus Slawnys Meinung sein. Bürgermeister Hofstetter selbst aber befürchte eine wesentlich höhere Anzahl an Fahrzeugen, die zusätzlich durch die Vilsgemeinde fahren würden.

Tobi Fischbeck

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