In einem großen Bogen soll die B388-Umfahrung nördlich an Taufkirchen vorbeiführen und so den Ort vom Verkehr entlasten. Entzerrt wird vor allem die Kreuzung der Bundesstraßen B 15 und B 388. 
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In einem großen Bogen soll die B388-Umfahrung nördlich an Taufkirchen vorbeiführen und so den Ort vom Verkehr entlasten. Entzerrt wird vor allem die Kreuzung der Bundesstraßen B 15 und B 388. 

Wichtiges Verkehrsprojekt

Baufreigabe für B388-Umfahrung von Taufkirchen

  • VonTimo Aichele
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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gibt grünes Licht für die Errichtung de B 388-Ortsumfahrung von Taufkirchen.

Taufkirchen – Die Ortsmitte von Taufkirchen ist ein echter Verkehrsbrennpunkt. Hier kreuzen sich zwei Bundesstraßen. 20 000 Fahrzeuge pro Tag werden dort gezählt. Nun rückt eine Entlastung näher. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer habe die Baufreigabe für die B 388-Ortsumfahrung unterschrieben, teilt Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz mit. „Damit ist eine zentrale Voraussetzung für eine zeitnahe Ausschreibung von Bauleistungen und den Baubeginn erfüllt“, so der CSU-Politiker.

„Unser Ziel ist es, so schnell als möglich, im kommenden Jahr mit den Arbeiten zu beginnen. Losgehen soll es mit Brückenbauarbeiten“, bestätigt Thomas Jakob, Pressesprecher des zuständigen Staatlichen Bauamts Freising. Die erste Phase ist die Ausschreibung der Arbeiten.

Die Baufreigabe steht noch unter einem rechtlichen Vorbehalt. Denn ein kleiner Verfahrensschritt fehlt. Vier Hauptbetroffene hatten den Planfeststellungsbeschluss von 2015 beklagt. Mit drei von ihnen wurden außergerichtliche Einigungen erzielt, berichtet Jakob. Die drei Verfahren wurden daraufhin vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingestellt.

Mit dem vierten Kläger gebe es ebenfalls eine Einigung, für die allerdings noch kleine Änderungen an der Trasse nötig sind. Der Kläger nimmt laut Jakob seine Klage zurück, sobald eine Tektur mit vereinbarten Punkten durchgeführt ist. Dieses Planänderungsverfahren liegt derzeit bei der Regierung von Oberbayern. Die Ausschreibungsunterlagen für die ersten anstehenden Bauleistungen seien in Arbeit, so der Sprecher.

Nach Erlass des Planänderungsbeschlusses könnte noch in diesem Jahr vollziehbares Baurecht vorliegen, sagt Lenz. „Ich begrüße die weitgehend einvernehmlichen Lösungen und bedanke mich bei den Grundstückseigentümern“, erklärt der Abgeordnete. „Klares Ziel ist es, im kommenden Jahr mit dem Bau zu beginnen. Der Bundesverkehrsminister hat grünes Licht gegeben.“

Froh über die Entlastung von Taufkirchen zeigt sich MdB Andreas Lenz (Bild oben) in einer Pressemitteilung zur Baufreigabe durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Geplant sind 5,4 Kilometer Straße mit zwei Fahrspuren und Kosten von 52,2 Millionen Euro. Die Verkehrsprognose 2025 sagt eine Belastung von 7400 Fahrzeugen pro Tag voraus. Damit würde die Blechlawine im Ortskern von Taufkirchen rein rechnerisch um ein Drittel ausgedünnt.

Für die weitaus stärker befahrene B 15, die Nord-Süd-Achse zwischen Regensburg und Rosenheim, gibt es keine Planungen für eine Ortsumfahrung. Hier schwelt der sehr viel größere Konflikt um die B 15 neu – eine vollkommen neue Trasse, die nach den Vorstellungen der meisten Erdinger Kommunalpolitiker durch den Landkreis Mühldorf verlaufen soll. Dort sieht man das aber anders. Die Alternative, ein Ausbau der bestehenden B 15, ist wiederum für die Betroffenen in Taufkirchen, Dorfen oder St. Wolfgang ein Horrorszenario (wir berichteten mehrfach).

Der Kampf um die B 388-Umfahrung begann in Taufkirchen 1997. Vor allem die Wegeführung war über Jahre hinweg umstritten. Im Gemeinderat gab es immer wieder teils heftige Auseinandersetzungen, die Bürgerinitiative Bürger-freundliche Ortsumfahrung Taufkirchen (BfOT) war aktiv.

Im März 2012 gab der Gemeinderat den Widerstand gegen die vom Bund präferierte Straßenführung auf. Es ging vor allem um den Abschnitt zwischen Atting und Reckenbach im Norden. Der Weiler Emling sollte nach dem Wunsch der Gemeinde dabei nördlich umfahren werden. Genehmigt wurde aber die Südvariante. Die Kosten-Nutzen-Analyse spreche gegen die Gemeindetrasse, hatte das Staatliche Bauamt damals argumentiert.

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