Bebauung des Bernock-Areals 

Wenige Zugeständnisse an Nachbarn

Die Nachbarn des Bernock-Areals in Taufkirchen kritisieren die geplante massive Bebauung dort. Die Gemeinde macht nur wenige Zugeständnisse.

TaufkirchenZufrieden ist etwas anderes. Die Nachbarn des Bernock-Areals in der Attinger Siedlung haben weder Kosten noch Mühen für einen Rechtsbeistand gescheut, um eine massive Nachverdichtung dort zu verhindern. Im Grundstücks- und Bauausschuss arbeiteten die Gemeinderäte ihre Einwände und die einiger Träger öffentlicher Belange nun durch und fassten einen Beschluss. Nur bei einigen Punkten konnten die Anlieger etwas bewirken.

Die Höhen des geplanten Gebäudekomplexes konnte laut Gemeinde „gegenüber der bisherigen Planung deutlich reduziert“ werden. Genaue Angaben wurden aber nicht gemacht. Bei den Wohneinheiten habe man sich auf eine „Kompromisslösung“ geeinigt, verriet nach der Sitzung einer der Räte. 41 sollen es jetzt werden. Ursprünglich hatte der Landshuter Bauträger, die Wohnwerk Bayern GmbH, 45 Wohnungen vorgesehen und Bürgermeister Franz Hofstetter bei einer vorangegangenen Sitzung nur 35 gefordert.

Der Ausschuss kann die von den Nachbarn befürchtete „erhebliche Beeinträchtigung“ des Siedlungs- und Ortsbildes nicht erkennen. Auf einer Gesamtfläche von rund 6000 Quadratmetern sollen drei dreigeschossige Baukörper mit Tiefgarage entstehen. Auf den Nachbargrundstücken sind es auf über 12 000 Quadratmetern 15 Häuser mit 18 Wohneinheiten. Die Nachbarn sehen darin ein krasses Missverhältnis, schließlich werden „auf halber Fläche mehr als doppelt so viele Wohneinheiten“ errichtet. Auch gegen die Zu- und Abfahrtsverkehr sowie die Parksituation hegen sie Bedenken.

Die Gemeinderäte sind hingegen der Ansicht, dass von einer „unverhältnismäßigen Nachverdichtung“ keine Rede sein könne. Die Siedlungsstruktur zeichne sich bereits durch eine heterogene Mischung aus Mehrfamilien-, Reihen- und Einfamilienhäusern aus. Der „soziale Wohnfrieden“ werde nicht beeinträchtigt.

Die Befürchtungen der Anlieger bezüglich der immensen Höhenunterschiede in der geplanten Tiefgarage seien nicht Gegenstand der Bauleitplanung, Beeinträchtigungen der Nachbarhäuser durch Aushub und Bau seien zu verhindern, so die Gemeinde.

Das Argument der Anlieger, dass zehn Besucher-Stellplätze im bereits vom täglichen Parkchaos heimgesuchten Bereich der Fichten- und Rosenstraße nicht ausreichend seien, erkannte das Gremium ebenfalls nicht an.

Neben der Reduzierung der Gebäudehöhe und der Wohneinheiten gab es aber noch ein Zugeständnis: Der Standort des Müllhäusls wird von der kritisierten südöstlichen Ecke nach Norden verschoben und vergrößert.

Auch das Landratsamt Erding hatte das Vorhaben „aus städtebaulicher Sicht“ zunächst als „überzogen“ bewertet, nahm diesen Einwand allerdings nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Wohnwerk Bayern GmbH, Bernhard Schädl, und dessen Planer Christian Persch wieder zurück, nachdem die beiden die monierten fehlenden Unterlagen beigebracht hatten.

Die vielen Anlieger, die zur Sitzung gekommen waren, verstanden während der Debatte rein akustisch kaum ein Wort von den vorgebrachten Einwänden und verließen den Sitzungssaal entsprechend verärgert und enttäuscht. Keiner von ihnen hatte allerdings darum gebeten, dass die Vortragenden ihre Lautstärke erhöhen. Birgit Lang

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