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Betreut, barrierefrei und mit Tagespflege: Seniorenwohnungen in Taufkirchen

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Nichts mehr übrig ist vom alten Sparkassengebäude am Attinger Weg im Herzen von Taufkirchen. Der Abriss hat im Juli 2021 begonnen. Die eigentlichen Bauarbeiten starten heuer. Die Fertigstellung ist für Herbst 2023 angepeilt.
Nichts mehr übrig ist vom alten Sparkassengebäude am Attinger Weg im Herzen von Taufkirchen. Der Abriss hat im Juli 2021 begonnen. Die eigentlichen Bauarbeiten starten heuer. Die Fertigstellung ist für Herbst 2023 angepeilt. © Birgit Lang

Auf dem ehemaligen Sparkassengelände in Taufkirchen entsteht ein Haus mit 26 Apartments für Betreutes Wohnen. Das Unternehmen Sperr & Zellner ist der Investor, das BRK wird der Träger.

Taufkirchen – Viele warten schon ungeduldig auf den Neubau am ehemaligen Sparkassengelände in Taufkirchen, wo betreutes Wohnen inklusive Tagespflege entstehen soll. Alle 26 Wohnungen im betreuten Wohnen werden einzeln provisionsfrei an Interessenten verkauft, sagt Martin Sperr. „Ab Februar 2022 startet der Vorverkauf an alle vorgemerkten Kunden“, so der Dorfener Investor. Über elf Millionen Euro möchte sein Immobilienunternehmen Sperr & Zellner hier investieren.

Geplant sei in dem Gebäude zudem eine Tagespflege für maximal 30 Personen, die die Menschen wochentags bis 17 Uhr besuchen können, wo sie umfassend betreut werden. Die Gemeinde unterstützt das Bauvorhaben sehr, freut sich Sperr. Auch das Landratsamt habe nach halbjähriger Genehmigungszeit das Okay für den Bau erteilt.

Seit kurzem ist klar: Der BRK-Kreisverband Erding wird der Betreiber der Tagespflege und bietet voraussichtlich seine Dienste auch im betreuten Wohnen an. Die frühere BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden brachte die Einrichtung ins Spiel. Der damalige BRK-Vorsitzende, Taufkirchens Altbürgermeister Franz Hofstetter, habe den Standort als ideal für betreutes Wohnen mit Tagespflege gesehen und die Kontakte hergestellt.

Ein modernes Gebäude mit 26 Apartments und Tagespflege ist geplant. 
Ein modernes Gebäude mit 26 Apartments und Tagespflege ist geplant.  © Sperr & Zellner

„Eine solche Einrichtung hätte viele Vorteile“, sagt Sperr. Denn die Menschen, die in den 26 Wohnungen für betreutes Wohnen leben, könnten auch den Service der Tagespflege in Anspruch nehmen. „Sie könnten sich bei Bedarf zum Beispiel für das Mittagessen anmelden, oder einen Termin beim Physiotherapeuten vereinbaren, der in der Tagespflege Gymnastik oder Massagen anbietet. Das Zusammenspiel beider Einrichtungen wäre ideal“, so der Unternehmer.

Das Projekt könnte nach seinen Worten schon weiter sein. „Die Abwahl von Hofstetter als BRK-Vorsitzenden und die Beurlaubung von van der Heyden haben das Bauvorhaben zeitlich zurückgeworfen“, erklärt Sperr. Das neue BRK-Team habe um Zeitaufschub gebeten, um sich neu zu orientieren und die Frage zu klären, ob man die Dienstleistung für betreutes Wohnen anbieten könne.

Mit einem gemeinsamen Betreiber von Tagespflege und betreutem Wohnen entstünden Synergien, meint Sperr. Er wünscht sich, dass auch in der Nacht Betreuungskräfte im Haus sind. „Es ist immer gut, wenn ich auf den Knopf drücke und es kommt gleich jemand und er muss nicht erst herfahren.“ Ob alle Ziele bezüglich der geplanten Dienstleistungen erreicht werden, sei zum derzeitigen Planungsstand noch nicht klar, erklärt der Immobilienunternehmer.

Für den Dorfener Bauträger ist dieses Bauvorhaben ein Pilotprojekt, denn Tagespflege und betreutes Wohnen in einem Haus, „das gibt es im ganzen östlichen Landkreis noch nicht, die ideale Mischung. Die große Nachfrage zeigt, dass es derzeit im Landkreis noch viel zu wenig Angebote im betreuten Wohnen gibt“. Er ist interessiert, das Gebäude nicht nur zu errichten und zu verkaufen, sondern den möglichst einwandfreien Betrieb herzustellen, wie er betont.

Begeistert zeigt sich Sperr vom Bauplan des Architekturbüros Alexander und Eberhard von Angerer in München. Alles sei in einem Atriumbau mit Tiefgarage untergebracht: Die Tagespflege sei im Erdgeschoss. Die 26 Wohnungen in den beiden Obergeschossen variieren zwischen 45 und 90 Quadratmetern. Die meisten verfügen über Balkone oder Dachterrassen. Einige sind rollstuhlgerecht, die restlichen Wohnungen barrierefrei.

Durch zwei große Aufzüge, die auch für Liegendtransport geeignet sind, sei eine notärztliche Versorgung möglich. Der Innenhof ermögliche eine großzügige grüne Oase als Begegnungsstätte für Bewohner und Nutzer der Tagespflege. Ideal sei auch die inklusive Lage des Objekts. Mitten im Zentrum von Taufkirchen, gleich gegenüber dem Ärztehaus mit Apotheke und Café, das bedeute kurze Wege für die Bewohner, die somit in der Gesellschaft inkludiert seien und auch den nahen Busbahnhof mitnutzen könnten, fasst Sperr zusammen. Auch ein Carsharing-Modell möchte er anbieten. Vielleicht könne man einen örtlichen Anbieter mit ins Boot holen. „Ältere Menschen brauchen oft kein eigenes Fahrzeug mehr, nur manchmal für Besorgungs- oder Arztfahrten.“

Den von van der Heijden geplanten Verkaufsladen werde es definitiv nicht mehr geben. Die Ladenfläche wird zugunsten der Tagespflege aufgegeben. So können bis zu 30 Menschen die Tagespflege besuchen.

Gekauft hat Sperr das Areal noch von der Sparkasse. Der Abriss begann im Juli 2021 und dauerte bis Ende des Jahres. Es waren Tresore und dementsprechend dicke Mauern zu entsorgen, berichtet er. Das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus habe außen noch super ausgesehen, aber im Keller ein massives Wasserproblem gehabt. Alles sei verschimmelt gewesen.

Baubeginn soll dieses Frühjahr sein, im Herbst 2023 die Fertigstellung. Es sei aufwendig zu bauen, und momentan könne es wegen der Lieferschwierigkeiten immer wieder zu Verzögerungen kommen, relativiert Sperr. Ausgeführt werde der Bau von der Firma Neumayer Bauteam aus Unterhofkirchen, nur mit heimischen Firmen.

Die Einrichtung sei ein Riesengewinn für die Gemeinde. ist der Unternehmer überzeugt. „Wir waren auch neugierig darauf, an diesem Standort betreutes Wohnen zu errichten. Es gibt einen Riesenbedarf. Täglich erhalten wir Anfragen, wann der Vertrieb startet“, erzählt Sperr. Natürlich gebe es die Möglichkeit, sich bereits im Vorfeld als Interessent vormerken zu lassen, um gleich bei Vertriebsstart Planungsunterlagen zu erhalten.

Die ursprünglich geplante Wohnanlage „wäre für mich tausend Mal leichter in der Umsetzung gewesen. Aber das innovative Projekt hat uns als Firmengruppe herausgefordert. Es ist ein gutes Gefühl, dass wir die Möglichkeit haben, den Bedarf an altersgerechtem Wohnen zu erfüllen“ , sagt der Bauträger.

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