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Engagiert sich: Manfred Slawny (57) ist seit 2005 Gemeinderat.

Slawny will Hofstetter beerben

Taufkirchens SPD-Chef kandidiert bei Bürgermeisterwahl

Manfred Slawny, SPD-Ortsvorsitzender, wird bei der Bürgermeisterwahl 2020 gegen CSU-Mann Stefan Haberl antreten. Wahrscheinlich.

TaufkirchenCSU-Bürgermeisterkandidat Stefan Haberl bekommt Konkurrenz: Auch Taufkirchens SPD-Ortsvorsitzender Manfred Slawny wirft seinen Hut in den Ring und bewirbt sich bei der Bürgermeisterwahl im März 2020 um die Nachfolge von Franz Hofstetter. „Die Karten sollten neu gemischt werden“, sagte der 57-Jährige am Mittwochabend in der SPD-Jahreshauptversammlung im Gasthaus Zuhr in Moosen.

„Das Amt des Taufkirchener Bürgermeisters wäre einfach zu schade für nur einen einzigen Kandidaten“, meinte Slawny. Er schätze den jungen Haberl und arbeite gerne mit ihm im Gemeinderat zusammen. Aber es gehe darum, den Bürgern von Taufkirchen ein größeres Angebot zu verschaffen, argumentierte er. Slawny ist seit 15 Jahren im Gemeinderat, dort Vereinsreferent und stellvertretender Kulturreferent. Er gehört zudem seit fast zwölf Jahren dem Kreistag an. Seit 1996 ist er SPD-Ortschef und war einige Jahre im Kreisvorstand der SPD.

1990: Beitritt zum SPD-Ortsverein

Er sei schon immer ein politischer Mensch gewesen, sagte Slawny. 1990 trat er dem SPD-Ortsverein Dorfen bei. 1995 hatten die Genossen gehofft, dass Slawny einer der Spitzenkandidaten von Dorfen wird. Er zog aber dann nach Moos bei Moosen. Dort lebt der verheiratete Vertriebsangestellte und Vater von zwei erwachsenen Kindern immer noch.

1996 sei er als „frischer Taufkirchener“ auf die SPD-Gemeinderatsliste gegangen und habe 220 Stimmen erhalten, erzählte Slawny. 2005 sei er für Sepp Langmeier in den Gemeinderat nachgerückt.

Slawny: Abwarten und eventuell Kandidatur zurückziehen

Die nächsten Wochen wolle er beobachten, ob er Zustimmung in der Bevölkerung erhalte, und ob sich noch andere Kandidaten aufstellen lassen, „wo ich eventuell meine Kandidatur zurückziehen müsste“. Dies sehe er momentan aber nicht.

„Ich weiß natürlich, dass die CSU momentan in der Pole-Position ist“, sagt Slawny, einen starken CSU-Ortsverein und vermutlich auch dessen finanzielle Mittel hinter sich habe. Bürgermeisterwahlen seien aber immer Persönlichkeitswahlen. „Ich sehe mich als Angebot für alle Taufkirchener, ich will kein reiner SPD-Kandidat sein.“ Er habe in den vergangenen 15 Jahren bewiesen, dass er sehr „sachorientiert im Gemeinderat agiert hat“. Er habe für die CSU gestimmt, wenn er Hofstetters Politik gut fand, ihn kritisiert, wenn er das Gefühl hatte, dass dieser einen Fehler begangen habe.

Lob für charmante und analytische Art

Slawny betonte, dass die Arbeit im Gremium von Konsens geprägt und die Zusammenarbeit mit den Kollegen der anderen Parteien und der Landlisten gut sei. „Kommunalpolitik ist keine Parteipolitik, das hat Taufkirchen in den vergangenen Jahren bewiesen.“ Von Hofstetter habe er sich einiges abschauen können, etwa dessen konstruktiven Stil in den Sitzungen. Er habe immer geschaut, alle mitzunehmen und keine Unterschiede gemacht zwischen den Parteien. „So ist es wichtig und richtig. Das würde ich so weiterführen.“

Ihm sei klar, dass er als SPD-Kandidat keine SPD-Mehrheiten erzielen werde, sagt Slawny. Das sei auch nicht sein Ansinnen. Er wolle sachorientierte Lösungen anbieten, für die sich die Mehrheit entscheiden könne. Die Taufkirchener Genossen lobten den 57-Jährigen für seine charmante und analytische Art, die Dinge aufzuzeigen, und bestätigten ihn einstimmig als Ortsvorsitzenden.

SC-Moosen-Amt bleibt unberührt

Sein Amt als Vorsitzender des SC Moosen bleibe von seiner Kandidatur unberührt, betonte Slawny. „Das macht mir Spaß, und ich hatte immer ein offenes Ohr für alle Sportvereine.“ Auch beruflich übernehme er Verantwortung, sei seit über 20 Jahren im Betriebsrat, jetzt Gesamtbetriebsratsvorsitzender. Außerdem ist der passionierte Schachspieler und seit sechs Jahren ehrenamtlich als Schöffe am Jugendgericht tätig.

Der Termin für die Nominierungsversammlung steht noch nicht fest.

Birgit Lang

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