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An Stellwänden konnten die Taufkirchener vorgegebene Leitziele im Flächennutzungsplan gewichten.

Bürgerwerkstatt in Taufkirchen

Bildung und Gesundheit auf Platz eins

In einer sogenannten Bürgerwerkstatt hatten die Taufkirchener die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen und sich an der Entwicklung ihres Ortes zu beteiligen.

Taufkirchen – Die Gemeinde Taufkirchen und der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) bot den Bürgern im Rahmen einer „Bürgerwerkstatt“ die Möglichkeit, sich konkret an der Entwicklung ihrer Heimat zu beteiligen.

Im Bürgersaal wurden Interessierte über den aktuellen Stand des sogenannten Flächennutzungsplanes (FNP), der die städtebauliche Entwicklung in den nächsten 15 bis 20 Jahren in Grundzügen festlegen soll, informiert. Dabei wurden zur Strukturierung der Vorhaben sechs Handlungsräume von Stadtplanerin Carola Seis vorgegeben. Diesen sind jeweils Leitziele untergeordnet.

An Stellwänden wurde deren Gewichtung auf großen Plakaten von den Taufkirchenern eingestuft. Große Zustimmung erhielten die Ziele im Bereich Bildung, Betreuung und Gesundheit. Hier ist der Ausbau der Kinderbetreuung, die Ansiedlung von Fachärzten und die Sicherung der hausärztlichen Versorgung angedacht. Einzig die Erweiterung der Erwachsenenbildung wurde schwächer gewichtet.

Für die Gestaltung von Freizeit, Sport und Kultur wurde das Ziel, Naherholungsmöglichkeiten zu stärken vorgegeben und erhielt große Zustimmung. Weniger wichtig war den Anwesenden die Stärkung der Kultur- und Brauchtumspflege.

Bei der Auswertung des Meinungsbildes im Bereich Natur-, Orts- und Landschaftsbild bat Susanne Bauer vom Planungsverband um eine Stellungnahme. Der Punkt „Für das Ortsbild ist auch das Erscheinungsbild der Neubaugebiete zu steuern“ stieß auf Ablehnung. Grund sei der „Einheitsbrei“, der durch die Steuerung entstehe, meinte Georg Holnburger aus Angerskirchen.

Unterschiedlich bewerteten die Teilnehmer die Leitziele im Bereich „Arbeiten und Versorgen“. Ausgeglichen waren Zustimmung und Ablehnung zur Ansiedlung höherwertiger Betriebe und die Ausweisung neuer Gewerbegebiete. Als Grund wurde die Befürchtung genannt, dass überwiegend Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor geschaffen werden. Wichtiger war den Taufkirchenern der Breitbandausbau und die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte.

Durchwachsen war auch das Stimmungsbild im Bereich „Siedlungsentwicklung und Wohnen“. So entstand kein klares Bild, ob die Innen- der Außenentwicklung vorzuziehen sei. Bauer sagte, dass auf der Ebene der Landesplanung „Innen vor Außen“ vorgegeben werde.

Im Sachbereich „Verkehr“ stimmte die Mehrheit für einen baldigen Bau der Umfahrungen für die Bundesstraße 15 und 388. Zudem sollten mehr Parkmöglichkeiten und eine bedarfsgerechtere Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs geschaffen werden. Die nächsten Schritte im FNP-Verfahren werden die Erstellung eines Vorentwurfes und eines Entwurfes sein, nach beiden haben die Bürger wieder die Möglichkeit zu Stellungnahmen. Fabian Holzner

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