Ein neuer Bewohner ist in den Dino-Garten am Urzeitmuseum gezogen: ein Stegosaurus. Jetzt wartet er nur noch auf Besucher. Das Museum nutzte den Lockdown zur Erweiterung und will am Samstag wieder öffnen.
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Ein neuer Bewohner ist in den Dino-Garten am Urzeitmuseum gezogen: ein Stegosaurus. Jetzt wartet er nur noch auf Besucher. Das Museum nutzte den Lockdown zur Erweiterung und will am Samstag wieder öffnen.

Urzeitmuseum Taufkirchen

Bürokratie für kleine Museen „ein Irrsinn“

  • Uta Künkler
    vonUta Künkler
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Chef Peter Kapustin hält die Terminvergabe im Urzeitmuseum für nicht praktikabel. Aber immerhin geht es am Samstag dort wieder los, falls die Inzidenz sinkt.

Taufkirchen – Das kulturelle Leben fährt schrittweise wieder hoch. Auch staatliche und private Museen stehen nach dem langen Lockdown vor der Wiedereröffnung. Da diese von den örtlichen Inzidenzzahlen abhängig ist, gibt es keinen einheitlichen Öffnungstermin für alle Sammlungen im Freistaat. Die dahinter steckende Bürokratie sei für kleine Museen „ein Irrsinn“, klagt Peter Kapustin, Leiter des Taufkirchener Urzeitmuseums. Trotz steigender Infektionen plant er, bald wieder aufzusperren.

Der 7-Tage-Wert für den Landkreis Erding steigt seit einigen Tagen wieder leicht an und hat bereits die Grenze 50 gerissen. Museen dürfen bis zu einer Inzidenz von 100 öffnen – ab dem Wert 50 aber nur mit vorhergehender Anmeldung der Besucher. „Das ist vielleicht für die ganz Großen wie das Deutsche Museum oder den Zoo praktikabel, für uns kleine Museen aber nicht. Die Besucher müssten sich vorher ein Zeitfenster reservieren und auch bezahlen. Das können wir nicht leisten, wir haben ja nicht einmal einen Online-Shop“, sagt Kapustin.

Es sei ohnehin schon schwierig genug, so spontan zu planen, etwa in der Mitarbeiterkoordination. Auch für die Besucher sei die Flexibilität übrigens eine Herausforderung, merkt Kapustin an. Viele von ihnen kämen aus anderen Landkreisen und müssten sich erst über die Erdinger Zahlen informieren. Für sein Urzeitmuseum gelte: Sinkt die Inzidenz unter 50, sperrt er auf, steigt sie darüber, bleibt das Museum zu.

Dabei würde er so gerne wieder öffnen, sagt Kapustin. Die Leute vermissen die Museen. Das habe er im Lockdown gemerkt, wenn Familien durch die Latten am Zaun auf die Dinosaurier im Außenbereich des Museums gespitzt haben. „Der Bedarf ist da“, sagt Kapustin.

Der Museumsleiter nutzte mit Helfern die lange Zwangspause zur weiteren Ausgestaltung der Museumsräume. So ist ein komplett neuer Themenkomplex mit eigenem Raum entstanden, in dem es um die Warmzeit in der letzten Eiszeit vor 500 000 Jahren geht. Besonders stolz ist Kapustin auf ein sehr seltenes Teilskelett eines riesigen Waldelefanten. Allein der gut erhaltene Unterkiefer wiegt fast 50 Kilogramm. Und auf einen 800 000 Jahre alten, 70 Zentimeter langen Hauer eines Flusspferds. Auch die Fossilienausstellung und der Dino-Garten wurden erweitert, unter anderem um einen Stegosaurus, der vor etwa 150 Millionen Jahren lebte.

Nun hofft Kapustin, das Urzeitmuseum am Samstag, 13. März, von 11 bis 17 Uhr zu öffnen – allerdings nur, wenn díe Inzidenz wieder auf unter 50 sinkt. Der Museumsleiter gibt sich zuversichtlich: „Meistens gehen die Werte Richtung Wochenende ja wieder etwas runter.“ Besuchern rät Kapustin, sich tagesaktuell zu informieren, nur bitte nicht auf Google, sondern auf der Museumshomepage.

Geöffnet oder nicht?

Täglich aktuelle Infos zur Öffnung des Urzeitmuseums am Attinger Weg 9 in Taufkirchen gibt es auf www.urzeitmuseum.de oder unter Tel. (01 51) 21 48 34 43.

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