BAUAUSSCHUSS

Carports gefallen nicht allen

Taufkirchen - Kann ein Carport das Siedlungsbild verschandeln? Eine Frage, mit der sich der Bauausschuss des Taufkirchener Gemeinderates beschäftigte.

Ein Anlieger des Josef-Martin-Bauer-Rings im Taufkirchener Baugebiet „Zwischen Kirchlerner Weg und Erdinger Straße“ möchte einen Carport auf seinem Grundstück errichten – dabei hat er eigene Vorstellungen. Rathaus-Sachbearbeiter Hans Baumgartner erklärte, dass es sich bei der Anfrage um eine Doppelgarage handele, wobei eine mit Glasdach, die andere mit einem Bitumendach versehen werden soll. Sollte die Gemeinde dies nicht akzeptieren, so wolle der Anwohner den gewünschten Carport an die Westgrenze des Grundstückes verschieben. Das Fahrzeug sei dort besser gegen die Witterung geschützt. Beides ist aber im Bebauungsplan nicht vorgesehen.

Damit würde die Gemeinde einen Bezugsfall schaffen, befürchtet Baumgartner. Es könnten weitere Carports folgen und „irgendwann wäre es eine komplette Carportfront“. Auch seien die bereits vorhandenen Carports alle aus Holz und der Antragsteller möchte für seinen ein Aluminiumkonstrukt. Einer der Nachbarn habe seinen Carport auch schon anthrazitfarben gestrichen, führte Baumgartner weiter aus.

Martin Huber (Rep) warf ein: „Wenn der Nachbar mit der Grenzbebauung einverstanden ist, ja, sonst muss das Bild gesichert sein. Doppelt würde ich nicht machen, dann wäre alles total verschandelt“. Wäre der Nachbar einverstanden, wäre es kein Bezugsfall, sondern eine Kompromisslösung, meinte Huber. FW-Rat Valentin Bitzer fragte, wie viele Carports es dort denn schon gebe. „Die meisten haben schon einen, bis auf drei.“ Die Carports habe der Bauträger hingebaut“, antwortete Baumgartner und ergänzte, ihre Lage sei zwingend vorgeschrieben. „Ich würde es so lassen und am Plan festhalten“, sagte CSU-Rat Thomas Unterreitmeier. Baumgartner erklärte darauf, dass es sich um sehr schmale Carports handele, die keine drei Meter breit seien. „Da kann man nur mit Schwierigkeiten aussteigen.“ Außerdem seien pro Reihenhaus zwei Stellplätze vorgeschrieben.

Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) meinte, jeder habe dies beim Kauf des Grundstücks gewusst. „Frage ist, verschlechtern wir das Bild?“ SPD-Rat Manfred Slawny sagte: „Ein Carport ist halt praktikabel.“ Der Bauherr habe es so festlegen lassen, erwiderte Hofstetter und sagte, wenn, dann man müsste alle fragen, ob sie eine Änderung wollen. Hofstetter nanne zwei Alternativen: „Entweder alle Nachbarn fragen oder es so belassen, wie es ist.“ Bei der Abstimmung kam es zu einer Patt-Situation. „4:4. Es bleibt wie es ist“, stellte Hofstetter schließlich fest. mel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sichere Versorgung und ihr Preis
Forstern will sein Wasser in kommunaler Hand behalten. Dafür plant die Gemeinde den Beitritt zum Zweckverband Wasserversorgung Anzing-Forstinning. Der Wasserpreis dürfte …
Sichere Versorgung und ihr Preis
Die Kraftwelle des Glaubens
Weihbischof Wolfgang Bischof ermahnte die Christen, ihren Glauben zu verkünden. Etwa 1000 Menschen feierten im Dauerregen beim Freiluftgottesdienst der 65. …
Die Kraftwelle des Glaubens
Von der Filzlaus bis Hightech-Uniform
Im Rahmen der Sonderausstellung „80 Jahre Fliegerhorst Erding“ ist dort von Donnerstag, 29. Juni, bis Sonntag, 16. Juli sind Tarn-, Feld- und Arbeitsbekleidung der …
Von der Filzlaus bis Hightech-Uniform
Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Alpenlandes
Als „Omas“ bezeichneten sich die drei Well-Schwestern selbst, dabei sind sie alles andere als verwelkt.
Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Alpenlandes

Kommentare