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Peter Kapustin: Der Sportler mit Faible für Dinosaurier

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Von: Birgit Lang

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Zum Gratulieren kamen (v. l.): Bürgermeister Stefan Haberl, die Töchter Natascha und Tatjana mit Jubilar Peter Kapustin, Frau Maximiliane mit Enkel Constantin, Sohn Peter mit Frau Ekaterina und Enkel Alexander. Professor an der Uni Würzburg Eintrag ins Goldenen Buch
Zum Gratulieren kamen (v. l.): Bürgermeister Stefan Haberl, die Töchter Natascha und Tatjana mit Jubilar Peter Kapustin, Frau Maximiliane mit Enkel Constantin, Sohn Peter mit Frau Ekaterina und Enkel Alexander. © Birgit Lang

Peter Kapustin aus Taufkirchen feiert 80. Geburtstag. Er blickt auf ein bewegtes Leben zurück, unter anderem gründete er die Special Olympics Deutschland und zusammen mit seinem Sohn das Urzeitmuseum.

Taufkirchen – Auf eine beachtliche Karriere kann Prof. Dr. Peter Kapustin zurückblicken. Vor allem auf dem Gebiet des Sportes hat er sich große Verdienste erworben, ebenso in seiner Wahlheimat Taufkirchen. Kürzlich feierte er seinen 80. Geburtstag.

Geboren wurde Kapustin in Insterburg/Ostpreußen. Seine russischen Wurzeln spiegeln sich in den Vornamen seiner drei Kinder wider: Natascha, Tatjana und Peter. Nach dem zweiten Weltkrieg verschlug es seine Familie nach Erding. Hier besuchte er die Oberrealschule und sammelte erste Erfahrungen als Leichtathlet. Bei der Geburtstagsfeier eines Klassenkameraden lernte der damals 18-Jährige die 16-jährige Maximiliane Schnappauf kennen. Gleich beim ersten Treffen habe es bei ihm „g’schnakelt“. Auch sie sei von ihm angetan, aber noch zurückhaltend gewesen.

Durch Studium und Beruf sahen sich die beiden nur selten. Erst als Kapustin 22 Jahre alt war, nahm die Liebesgeschichte ihren Lauf und im Oktober 1966 heirateten die beiden. Seine „Liane“ kümmerte sich um die Familie und unterstützte ihn, vor allem auch in den Jahren, in denen er von Würzburg nach Taufkirchen pendelte, wo die Kapustins seit 1979 leben.

Der Jubilar studierte Chemie, Biologie und Sport für Lehramt an Gymnasien, wurde 1968 Dozent an der Bayerischen Sportakademie, promovierte und wurde dann von 1974 bis 1980 Abteilungsleiter am Lehrstuhl für Sportpädagogik an der TU München, ab 1980 Professor, Ordinarius und Vorstand des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Würzburg bis zur Pensionierung 2007. Danach arbeitete er an Privatuniversitäten und Fachhochschulen, wie der HAM Erding, wo er bis heute wissenschaftlicher Berater ist.

Nicht zu vergessen sind seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Seit 1962 war er Übungsleiter, Trainer und übernahm Führungsaufgaben in Münchener Sportvereinen und im dortigen Turngau. Von 1978 bis 1990 war er Vorstandsmitglied des TSV Taufkirchen, später seine Frau Liane sogar 1. Vorsitzende. Auch auf höherer Ebene wirkte er, zuerst als Vize- dann als Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes (1988 bis 2004) sowie als Vizepräsident des Deutschen Sportbundes für Breitensport (1994 bis 2004).

Kapustin war Gründer und Präsident der Special Olympics Deutschland (1991 bis 2005), deren Ehrenpräsident er ist. An der Universität Würzburg hatte er jahrzehntelange Erfahrungen mit inklusiven Familiensport-Aktivitäten gesammelt. Dies brachte er beim Familiensportclub Lebenshilfe Würzburg ein, den er 1985 gründete und bis 2010 leitete.

Kapustin betrachtete den Sport künftig zielgruppenorientiert, als Hilfe für ein sinnerfülltes, gesundes Leben. „Ich hatte das Glück, Beruf, Ehrenämter und natürlich auch meine persönlichen und familiären Interessen gut miteinander verbinden zu können“, sagt er. Für seine Verdienste erhielt Kapustin viele Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Kapustin war Initiator des Herzgruppensports in Bayern. So hat er auch in Taufkirchen große Spuren hinterlassen. Beim TSV führte er unter anderem eine Herzgruppe ein. 2009 war er Mitbegründer und 2. Vorsitzender des Vereins „Freunde des Urzeitmuseums Taufkirchen (Vils)“. Schon während seines Biologiestudiums vor 55 Jahren fing er zum Sammeln an. Daraus entwickelte sich für ihn und seinen Sohn eine Leidenschaft, die im Urzeitmuseum gipfelte.

Zusammen mit dem Arbeitskreis 50plus startete er 2010 mit der Gemeinde eine Fragebogenaktion für damals alle 3500 Bürger ab 50 Jahren. Mit dem Fazit, dass das tragfähige soziale Netz noch weiter ausgebaut werden sollte. Das jüngste Baby des immer noch umtriebigen Kapustin ist das vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales geförderte Pilotprojekt FAMILIENSPORTinklusiv (Familien mit Kindern ohne und mit Beeinträchtigungen), das er heuer in Taufkirchen als bayernweites Beispiel mit zwei inklusiven Erlebniswanderungen und mit Unterstützung von Netzwerkpartnern startete. Ins Goldene Buch seiner Heimatgemeinde durfte er sich schon vor langer Zeit eintragen. Nur eines bedauert der Opa von sechs Enkelsöhnen, dass er nach einer Knie-OP nur mehr eingeschränkt Sport treiben kann.

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