So ging es 2000 los (v.l.): Richard Mittermaier, Sabine Christofori, Maria Nöscher und Renate Berk. Archiv-Foto: Birgit Lang
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So ging es 2000 los (v.l.): Richard Mittermaier, Sabine Christofori, Maria Nöscher und Renate Berk.

Jubiläum

20 Jahre „Mano Amiga“ in Taufkirchen: Die „Freundeshand“ für fairen Handel

Vorreiter des Fairtrade-Gedankens: Vor 20 Jahren wurde in Taufkirchen „Mano Amiga“ gegründet.

Taufkirchen – „Wo kommt das Produkt her?“ und „Welcher Konzern steckt dahinter?“ – diese Fragen sind für viele Konsumenten heute ausschlaggebend beim Kauf von Nahrungsmitteln. Vor 20 Jahren war die Situation eine andere, es gab in der Region kaum Naturkostläden, und in den meisten Supermärkten und Discountern suchte man vergebens nach Fairtrade-Siegeln. Seither hat sich dies in vielen Bereichen gewandelt. Dabei war der Arbeitskreis Mano Amiga „Eine Welt Taufkirchen“ ein regionaler Vorreiter in dem Bestreben, ein Bewusstsein für Ungerechtigkeit und den Umgang mit der Natur zu schaffen.

Heuer feiert der Zusammenschluss sein 20-jähriges Jubiläum. „Wir spenden zwar auch. Der Grundgedanke ist aber, Bauern vor Ort, also in Afrika, Südamerika und Indien, fair für ihre Arbeit zu entlohnen, indem man ein gerechtes Handelsnetzwerk schafft und unterstützt“, erklärt Vorsitzende Renate Berk. Um dies zu fördern, bietet die „Freundeshand“, wie der Name übersetzt heißt, zahlreiche Produkte der deutschen Fair Trade Company GEPA zum Verkauf.

Dass man solche und ähnliche Erzeugnisse mittlerweile auch bei Aldi oder Lidl bekommt, begrüßt der Arbeitskreis: „Unser Ziel ist es eigentlich, dass wir gar nicht mehr benötigt werden“, formuliert es Berk. „Wir wollen aber auch Produkte anbieten, die man nicht im Supermarkt bekommt. Beispielsweise handwerkliche Ware.“ Darüber hinaus ist auch Aufklärung durch Bildungsveranstaltungen Teil der Arbeit von Mano Amiga.

Fünf Gründungsmitglieder stießen das Projekt im Jahr 2000 an. Davor hatten sich Renate Berk und Sabine Christofori durch ihre ehrenamtliche Arbeit im Dorfener Weltladen Duka kennengelernt. Hinzu kamen der katholische Gemeindereferent Richard Mittermaier, die evangelische Pfarrerin Iris Pasedag und Maria Nöscher.

Die ökumenische Basis des Arbeitskreises und die Zusammenarbeit mit beiden Pfarrgemeinden war den Gründern von Anfang an wichtig. Seither ist Mano Amiga fester Bestandteil beim katholischen Pfarrfest und dem evangelischen Johannesfest. Auch das gemeinsam mit dem Jungen Landvolk veranstaltete Fastenessen sowie der Verkaufsstand vor der Pfarrbücherei am letzten Sonntag im Monat sind feste Termine.

Letzterer wird gut angenommen, mittlerweile wartet ein großer Kreis an Stammkunden auf diese Möglichkeit, fair gehandelte Waren zu erwerben. Das Vorhaben, Taufkirchen zu einer „Fairtrade-Gemeinde“ zu machen, so wie Erding seit fünf Jahren „Fairtrade-Town“ ist, scheitert derzeit an der personellen Kapazität von Mano Amiga. „Unser Team wird immer älter, wir brauchen dringend Nachwuchs“, stellt Renate Berk im Jubiläumsjahr fest.

Fabian Holzner

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