Bernd Friedrich,der Rektor an einer Freisinger Realschule ist, berichtete aus der Praxis.
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Bernd Friedrich,der Rektor an einer Freisinger Realschule ist, berichtete aus der Praxis.

In Taufkirchen und Moosen

Digitale Aufrüstung in den Grundschulen

Dir Grundschulen in der Gemeinde Taufkirchen sollen digital aufgerüstet werden.

Taufkirchen – Die EDV-Ausstattung der Grund- und Mittelschulen Taufkirchen sowie der Grundschule Moosen soll aufgerüstet werden. Suanne Lederer, Mitarbeiterin der Kämmerei der Gemeinde, stellte dem Gemeinderat den Sachstand vor.

Um die Technik kümmere sich Hans Treiner von der IT, sie übernehme die Finanzierungsfragen beim Thema „Digitalisierung der Schule“. Aktuell gebe es von der Regierung drei Förderprogramme, die man in Anspruch nehme. Ein Großteil der von den Lehrern gewünschten Hard- und Software sei bestellt oder schon da. Lederer listete die Kosten, Eigenanteile und Zuschüsse auf. Alle Budgets seien noch nicht ausgeschöpft worden, weitere Förderungen schon beantragt.

Im Rahmen des Förderprogramms „Digitales Klassenzimmer“ seien 41 Notebooks, zwei Server, zwölf Dokumentenkameras und einiges mehr für alle drei Schulen für Gesamtkosten von rund 71 500 Euro gekauft worden. Dafür gebe es eine Förderung von 90 Prozent für einen Maximalbetrag von fast 66 800 Euro, bei einem Eigenanteil von zehn Prozent.

Auch am Förderprogramm „Leihgeräte“ habe sich die Gemeinde beteiligt. Es sei kurzfristig wegen Corona aufgelegt worden. In Rücksprache mit den Schulleitern wurden unter anderem 47 Notebooks, 22 iPads, ein Beamer, zwei Lautsprecher, ein Tabletkoffer (TransformerCase), Software sowie Lizenzen für insgesamt 31 400 Euro bestellt worden. Hier liege der maximale Förderbeitrag bei circa 34 600 Euro, Eine Aufstockung über 38,5 Prozent sei beantragt. Diese Geräte könnten an Schüler verliehen werden, die daheim über keine passende EDV verfügen. Schließlich müsse man gerüstet sein, wenn die Corona-Fallzahlen weiter steigen.

Noch ganz am Anfang sei man beim „Digitalpakt“. Dieses Förderprogramm könne noch bis 2024 in Anspruch genommen werden. Es mache die größten Kosten und Förderbeträge aus. Momentan sei man noch in den Planungen der Gesamtkosten. Um Förderungen von 90 Prozent bei zehn Prozent Eigenbeteiligung zu erhalten, brauche es ein Konzept, was alles benötigt werde, etwa Whtieboards für den Mittelschul-Neubau. Hier nannte die Finanzfachfrau eine maximale Fördersumme von gut 298 000 Euro und einen vorausgesetzten Eigenanteil von über 123 000 Euro. „Ich schätzte, dass wir über den EU-Stellenwert kommen und müssen dann EU-weit ausschreiben“, sagte Lederer.

SPD-Gemeinderat Bernd Friedrich, Rektor einer Freisinger Realschule, wunderte sich, warum es beim Sonderprogramm Leihgeräte ein TransformerCase brauche, in dem die Geräte gelagert werden, wenn die Schüler sie doch eigentlich mit nach Hause nehmen sollen. Lederer antwortete, dass das TransformerCase noch andere Gadgets habe, etwa um Software-Updates aufzuladen, worauf Friedrich fragte, ob dies nicht über WLAN funktioniere. Auf Nachfrage von Bürgermeister Stefan Haberl (CSU), „Wie macht ihr es in Freising?“, erklärte der Pädagoge: „Wir bestellen ganz viel Notebooks, damit die älteren Schüler damit zuhause arbeiten können.“ Problem sei, dass viele keinen Drucker hätten und die Arbeitsblätter der Lehrer nicht ausdrucken und ausfüllen könnten. Die höheren Klassen sollen Zehn-Finger-Tasten-System üben oder mit Tabellenkalkulations-Programmen arbeiten. Beim Tablet sei man sehr eingeschränkt, es eigne sich eher für jüngere Schüler. „So lange der Schulbetrieb läuft, ist die Nachfrage verhalten“, stellte Friedrich fest, aber es sei gut, die Geräte dazuhaben, um sie im Bedarfsfall ausleihen zu können.

Kurt Empl (EiMo) interessierte, wie fit die Lehrer in der EDV-Welt seien, vor allem die älteren. Er fragte, ob vielleicht noch Lehrgänge gebraucht würden. Das bejahte Lederer: „Das habe ich von den Rektoren so auch gehört.“ Die Grund- und Mittelschule Taufkirchen sei gut aufgestellt, weil sie einen IT-Betreuer hätte. In Moosen sei das Kollegium durchschnittlich etwas älter und mit der Technik nicht so bewandert, sodass künftig auch die Lehrer geschult werden müssten.

Bürgermeister Haberl gab noch zu bedenken, dass sich das alles schön anhöre, aber der Sachaufwandsträger, also die Kommune, hier auch sehr gefordert sei. Denn solche Geräte leben nur zehn, zwölf Jahren, müssten dann ersetzt werden, was jede Menge Folgekosten verursache. Auch der EDV-Betrieb, die Programme und Vernetzung, seien Herausforderungen, die es zu bewältigen gelte. „Es braucht Administratoren, und der Unterhalt bleibt zu großen Teilen auch an uns hängen“, stellte Haberl fest.

Birgit Lang

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