+
Wilder Schwestern: Susi (l.) und Tanja Raith mit Andreas Blaimer (r.) beim Taufkirchener Starkbierfest.

Auftritt in Taufkirchen

D’Raith-Schwestern treiben es bunt

Taufkirchen – „D’Raith-Schwestern und da Blaimer“ haben mit ihrem Programm „I mogs bunt“ die Lachmuskeln der Taufkirchener arg strapaziert und diesen richtig eingeheizt.

Ihre oberpfälzische Musik verpackt mit viel Gaudi brachten sie beim Starkbierfest in Taufkirchen auf die Bühne. Etwa 250 Besucher waren begeistert.

Zwischen ihrer urbayerischen Musik erzählen die beiden Schwestern Susi und Tanja sowie deren Ehemann Andreas Blaimer, die aus BR-Sendungen bekannt sind, aus ihrem Leben und erklären, wie die jeweiligen Songs entstanden sind. Auch das Älterwerden thematisieren die drei sehr gern, vor allem im Gespräch mit den vorderen Reihen im Publikum. Dort wurde bei den Besuchern Helmut ausgemacht, seines Zeichens über 50 Jahre alt. Tanja Raith habe es am eigenen Leib erfahren. „Ab 50 da werden de Maner echt komisch.“ Ihr Mann Andreas fährt ihr ins Wort und das Publikum lacht: „Bei Frauen is des anders. De san ab Geburt komisch.“

Tanja versucht ihre These zu begründen. Ab 50 sei das bei Männern, als ob jemand einen Schalter umgelegt habe. Auf einmal fingen die Männer bei jeder Kleinigkeit an zu jammern. Susanne stimmt ihrer Schwester zu, sie habe das auch bei den Männerstammtischen festgestellt. Früher seien die Themen „Sex, Drugs und Rock and Roll“ gewesen. Jetzt, so Tanja: „Den ganzen Abend haben sich die über drei Themen unterhalten. Tabletten, Krankheiten und Sterben“.

Der nicht mehr blutjunge Blaimer erzählt, er trage unter seinem Stützkorsett ein Alkoholpflaster: „Des is super-praktisch des Alkoholpflaster. Des tust aufe und bist total betüdelt. Und tust as oba bist sofort wieder nüchtern und kannst wieder hoam fahren“. Gerne erzählt Tanja auch von ihren Großeltern. Über 60 Jahre sei ihr Opa mit der Oma verheiratet gewesen. In Richtung Helmut sagt sie, nachdem sie sich kurz vorher bei seiner Frau informiert hatte: „25 Jahre, Du bist ja auch ein Kämpfer“. Das letzte Mal sei einer unten gesessen „und dann hob i gsogt, Fritz wia lang bistn verheirat? Dann hod a gsogt, 27 Johr. I hob gsogt, ja sauber.“ Und der Gast habe entgegnet: „Ja freile, i fahr ja a mei Auto bis hin is“. Es folgt schallendes Gelächter der Taufkirchener.

Aber dazwischen werden die Schwestern und Blaimer auch wieder melancholisch und finden so eine richtig gute Mischung aus Humor und hervorragend dargebotener bayerischer Musik, die ab und zu fast ein wenig an Größen wie Reinhard Fendrich erinnert. 

Tobi Fischbeck

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Das nächste Projekt von Stadtteilkunst wird wieder von Schülern gestaltet. Diesmal werden die weiterführenden Schulen Exponate im öffentlichen Raum schaffen. Harry …
Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Der Streit ums Frauenhaus eskaliert: Jetzt wehrt sich sogar die Kirche gegen die harten Vorwürfe des Erdinger Landrats. Der ist übers Ziel hinausgeschossen, meint …
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat
Beim Sozialdienst katholischer Frauen und bei der Erzdiözese München-Freising ist man entsetzt über die schweren Vorwürfe, die Landrat Martin Bayerstorfer gegen den …
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat
Musikalisch vom Kaukasus bis nach Paris
Knapp 100 Gäste genossen das Sommerkonzert in Wörth.
Musikalisch vom Kaukasus bis nach Paris

Kommentare