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Der Garten als Wohlfühl-Oase: Brigitte Murla beim Zurückschneiden einiger Sträucher.

GartenTipps von Brigitte Murla

Ein bisschen Wildnis schadet nicht

Die Natur auch mal Natur sein lassen. Unter diesem Motto könnte man den Garten von Brigitte Murla beschreiben. Schließlich ist der heimische Garten auch Lebensraum für allerhand Tiere.

Von Maria Bachmaier

Jettenstetten – „Man kann nicht in alles eingreifen und es muss auch nicht immer nach Gesetzbuch ablaufen“, sagt Murla, die Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Erding ist. Im Herbst wird bei ihr wenig zurückgeschnitten. Auch Blätter lässt sie über Herbst und Winter liegen, als Schutz für Tiere und Pflanzen. Gräser, wie zum Beispiel Schilf werden zusammengebunden, das ist eines der wenigen Dinge, die sie vor dem Überwintern tut. Im Februar oder März werden die Gräser dann zurückgeschnitten und sobald das Wetter schön wird, die Stauden und Sträucher. Das Laub sollte nach dem Winter wegen den Schnecken auch so schnell wie möglich entfernt werden. Man kann die Blätter auch zerbröseln, sodass daraus Humus wird.

In Murlas Garten findet man auch eine wilde Ecke, das heißt hier stehen Blumen, wie zum Beispiel Lenzrosen, die von selbst aufgegangen sind. Ihr Vorbild sind parkähnliche englische Gärten, die sie auf Reisen selbst schon oft besucht hat. Deshalb gefallen ihr auch kleine Spielereien, wie die Gestaltung ihrer Buchsbäume. So lässt sich zum Beispiel bei genauerem Hinsehen ein Vogel erkennen. Allerdings will sie es damit nicht übertreiben. Zur Stabilisierung ihrer Pflanzen nimmt die Gärtnermeisterin nicht nur Metallstäbe, sondern auch Weidenäste, die sie im Februar selbst geschnitten hat. Daraus flechtet sie beispielsweise eine Art Käfig, um ihre Pflanzen in Zaum halten zu können. Aus der Korbweide hat Murla eine Kopfweide gemacht, die aufgrund der Form so genannt wird und durch jahrelanges Zuschneiden entsteht. Ihr Ziel ist es, dass der sogenannte „Kopf“ hohl wird, da sich hier gerne Fledermäuse einnisten.

Generell hat Murla gerne viele Tiere in ihrem Garten, die friedlich neben ihrer eigenen Hauskatze leben sollen. So achtet sie darauf genug Lebensräume für Insekten, Vögel und sonstige Kleintiere zu schaffen. So hat Murla eine Wildrose eingesetzt, die kaum zugeschnitten wird, sodass sich dort gerne Vögel einnisten. „Je wilder, desto besser“, sagt die 55-jährige. Auch Ehemann Peter hilft im Garten mit und kümmert sich um die Obstbäume und ist für „niedere Dienste“ wie Rasenmähen und für das Gießen der Gemüsebeete zuständig. Durch ihre Leidenschaft für den Garten habe sie ihren Mann „infiziert“, sagt Murla. So ist der Maschinenbauingenieur auch Mitglied im Gartenbauverein und macht regelmäßig Kurse zur Weiterbildung.

Neben heimischen Pflanzen gibt es auch die meist schöneren nicht heimischen Pflanzen in Murlas Garten. Dafür hat sie aber ein Regel: „Für jeden schönen Strauch, habe ich zwei heimische Pflanzen.“ Diese sind beispielsweise die Kornelkirsche, der Feldahorn, der Kreuzahorn und der Faulbaum. „Als Gärtnerin pflanze ich gerne eingeführte Sträucher, aber als Naturschützerin liegen mir auch die einheimischen Pflanzen am Herzen“, sagt Murla. Als nicht heimische Pflanzen findet man zum Beispiel die Forsythie und den Duftschneeball in ihrem Garten. Die Forsythie sollte erst nach der ersten Blüte geschnitten werden, also Ende März bis Anfang April. Um diese Zeit sollten auch Edelrosen, wie zum Beispiel die Bodendeckerrose geschnitten werden.

Einen wichtigen Tipp hat Murla noch zum Schluss: „Es gibt nichts, was man unbedingt machen muss. Wer keinen grünen Daumen hat, kann den Garten auch etwas verwildern lassen. Und wenn man etwas nicht zuschneidet, blüht es im nächsten Jahr trotzdem wieder.“

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