Maria Stachl ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
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Maria Stachl ist im Alter von 85 Jahren verstorben.

Gestorben an Covid-19

Eine Kämpferin: Maria Stachl († 85) ließ sich nie unterkriegen

Maria Stachl war eine Kämpferin, rappelte sich immer wieder nach schweren Krankheiten auf. Ihren letzten Kampf verlor sie aber.

Moosen – Sie war eine angesehene, beliebte Geschäftsfrau und nahm sich immer ein bisschen Zeit, um mit Bekannten zu reden: Maria Stachl. Im Alter von 85 Jahren hat sie nun ihren letzten Kampf verloren. Stachl ist an Covid-19 verstorben.

Zur Welt war sie am 12. Mai 1935 in Georgenzell, Gemeinde Neufraunhofen, als jüngstes von sechs Kindern der Eheleute Anton und Theresia Hingerl gekommen. Weil ihre beiden großen Brüder im Krieg waren und ihre Schwestern auswärts arbeiteten, musste sie der Mutter von klein auf im Haushalt zur Hand gehen.

Ein schlimmer Unfall passierte ihr mit 13 Jahren: Bei Holzarbeiten auf dem Hof der Eltern verlor sie alle fünf Finger der rechten Hand, als sie in die Kreissäge kam. Aber aufgeben war nie eine Option für sie gewesen. Alles, was sie später fürs Leben und die Arbeit brauchte, lernte sie bei den Klosterschwestern in der Volksschule im Schloss Neufraunhofen.

Obwohl sie mit der Hand gehandicapt war, konnte sie geschickt alle Aufgaben erledigen, sogar das Amt der Mesnerin und Kirchenpflegerin übernahm sie von ihrem Vater mit 15 Jahren und übte es bis zur Hochzeit gerne aus.

Vor mehr als 55 Jahren heiratete sie den Moosener Installateur und Spengler Adolf Stachl und lebte sich schnell im damals noch kleinen Ort ein. Ihren Adolf lernte sie beim Tanzen kennen. Am 11. Juni 1966 heirateten die beiden. Im Büro ihres Mannes zu arbeiten, machte ihr großen Spaß. Stammhalter Thomas kam am 24. Dezember 1968 zur Welt, sein Bruder Siegfried am 12. März 1971. Zwischenzeitlich hatte das junge Ehepaar den Betrieb von ihrem Schwiegervater, Adolf Stachl sen., übernommen.

Mit 44 Jahren wurde Maria Stachl einige Male an der Niere operiert. Es sollte nicht die einzige OP in ihrem Leben bleiben. Aber tapfer kämpfte sie sich jedes Mal wieder ins Leben zurück. Neben der Arbeit im Geschäft, dem Haushalt und der Kindererziehung engagierte sich Maria Stachl auch bei der Katholischen Frauengemeinschaft Moosen. Unvergesslich sind ihre Auftritte beim Frauenfasching. Einmal teilte sie Steuerbescheide an die Damen aus und jagte deren Männern einen großen Schrecken ein.

Ihre Kochkunst genoss nur ihre Familie, in den Genuss ihrer Backkünste kamen auch Nachbarn und Verwandte bei Familienfeiern. Sehr beliebt waren ihre Schuxn und ihr Schmalzgebäck, sagt ihr Sohn Siegi.

Völlig überraschend kam der plötzliche Tod ihres Ehemanns am 7. Mai 1998, als er beim Besorgen von Material in Landshut im Auto einen Herzinfarkt erlitt. Mit ihrem Zweitgeborenen führte sie das Geschäft weiter und übergab es ihm 1999. Bis zu ihrem Tod half sie im Büro. Vor allem mit den Vertretern des Großhandels pflegte sie ein ausgesprochen gutes Verhältnis, schimpfte auch mit ihnen, wenn es sein musste. Aber böse war ihr nie einer. Auch am Dorfleben zeigte sie sich stets sehr interessiert.

Maria Stachl hatte im Laufe der Jahrzehnte immer wieder schwere Krankheiten und Krankenhausaufenthalte, rappelte sich aber immer wieder auf, denn sie lebte gerne und war ein geselliger Mensch. Ihren letzten Kampf gegen die heimtückische Krankheit Covid-19 verlor die 85-jährige Geschäftsfrau aber nach drei Wochen auf der Intensivstation in Landshut. Ein schwerer Verlust für ihre beiden Söhne und ihre noch lebenden Geschwister, mit denen sie immer ein sehr enges Verhältnis pflegte.

Beerdigung ist am Donnerstag, 7. Januar, um 14.30 Uhr in der Kirche St. Stephanus in Moosen.

Birgit Lang

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