Gemeinderat Taufkirchen

Eine Pädagogin für alle Kitas

Taufkirchen - Die Taufkirchener Kindertagesstätten bekommen Zuwachs. Die Gemeinde will eine pädagogische Fachkraft anstellen, die ein ganz bestimmtes Aufgabengebiet hat.

Das Thema pädagogische Fachkraft für Kindertagesstätten stand auf der Tagesordnung der jüngsten Taufkirchener Gemeinderatssitzung. Sie soll Kinder betreuen, die eine spezielle Förderung brauchen, erklärte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) dem Gemeinderat. Das Gremium stimmte dem nach eingehender Besprechung zu.

Zugleich sollen die Gruppen künftig nicht mehr „bis zum Anschlag“ mit 25 Kindern besetzt sein, sondern nur noch mit 24 Kindern, schlug Hofstetter vor. Dies sei jetzt möglich, weil die Gemeinde über genügend Plätze verfüge. Das bedeute wesentlich mehr Qualität für die acht Gruppen, für die diese Reduzierung in Frage komme.

Der Bürgermeister erzählte, dass er im permanenten Austausch mit den Kitas stehe, dabei auch regelmäßig über die Übergänge vom Kindergarten zur Grundschule gesprochen werde. Die Frage sei, welche Möglichkeiten gebe es, dass Kinder reibungsloser von einer in die andere Einrichtung wechseln können. „Wir müssen schauen, den Kindern gerecht zu werden.“ Bei Screenings werde oft festgestellt, dass Kinder noch nicht für die Schule geeignet seien. Acht bis 15 Kinder würden pro Jahr zurückgestellt. Für sie gebe es spezielle Förderungen in Erding und Dorfen. Auch in Taufkirchen habe es bis 2013 eine entsprechende Gruppe im Mehrgenerationenhaus gegeben, die aber wieder eingestellt worden sei. „Die Eltern wollen ihre Kinder lieber in andere Einrichtungen bringen“, stellte er fest.

Um endliche eine vernünftige Lösung zu haben, plädierte Hofstetter dafür, eine zusätzliche Erzieherin mit Fachqualifikation für 20 Stunden anzustellen. Diese würde dann in die verschiedenen Einrichtungen gehen und dort die betreffenden Kinder betreuen, damit sie auch den „Status Quo“ erreichen und in die Schule wechseln können. Diese „Springerkraft“ stehe für alle Taufkirchener Kitas und alle Kinder zur Verfügung, sagte Hofstetter und betonte: „Wir wollen nicht separieren, wir wollen bestimmte Schwächen fördern“. An Kosten entstünden der Gemeinde 60 000 Euro im Jahr. Die Koordination sei bei der Gemeinde angesiedelt, antworte er auf die Frage von Gemeinderat Manfred Slawny (SPD), der zudem wissen wollte, ob deren Einsatz abhängig vom Bedarf sei und ob es feste Termine geben werde. Die Koordination werde Sachbearbeiterin Christine Empl übernehmen. Ein Grobkonzept gebe es bereits, es müsse nur noch verfeinert werden, ergänzte Hofstetter.

Die Reduzierung der Gruppenstärke wurde ebenfalls schon des Öfteren diskutiert, führte er weiter aus. Damit wäre auch die für kommendes Jahr angesagte Gebührenerhöhung gerechtfertigt. CSU-Gemeinderätin Anneliese Maier fand es begrüßenswert, dass „bildungsferne Kinder“ zusätzliche Förderung erhalten. Ein fester Dienstsitz und eine unbefristete Anstellung wären gut für die Arbeitszufriedenheit der Fachkraft, regte sie an. Eine unbefristete Anstellung hielt auch Gemeinderat Christian Aigner (FW) für sinnvoll, wenn der Bedarf da sei. Schließlich hänge beim Bildungsabschluss auch sehr viel vom Elternhaus ab.

Birgit Lang

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