Deutschland vor 500 000 Jahren: Auf diese neue Abteilung ist Peter Kapustin besonders stolz.
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Deutschland vor 500 000 Jahren: Auf diese neue Abteilung ist Peter Kapustin besonders stolz.

Vieles ist neu im Taufkirchener Urzeitmuseum, das nun für fünf Tage öffnen darf

Elchschädel und Flusspferdzahn im Riesenformat

Eine neue Abteilung, seltene Exponate und neue Bewohner des Dino-Gartens hat das Taufkirchener Urzeitmuseum zu bieten. Es ist wieder geöffnet - für angemeldete Besucher.

Taufkirchen – Die Corona-Politik ist zermürbend, auch für Peter Kapustin, den Gründer und Leiter des Taufkirchener Urzeitmuseums. Derzeit darf er wieder Besucher begrüßen, die sich bei ihm online vorab anmelden müssen, soweit es der Inzidenzwert erlaubt.

Der 37-Jährige, der Geschäftsführer des Deutschen Leichtathletikverbands ist, bezeichnet sich als Optimist, gibt aber zu, dass er schon frustriert sei wegen der vom Gesetzgeber verordneten Schließungen. Die Lockdowns nutzte er mit seinem Team, um einiges im Urzeitmuseum zu erneuern, zu ergänzen und zu ändern.

Neu gestalteter Eingangsbereich mit Kinderecke

Los geht’s gleich im neu gestalteten Eingangsbereich mit Kinderecke und Garderobe. Hier beginnt der neue, große Rundgang. Ideen hat der seit seinem fünften Lebensjahr leidenschaftliche Fossilien-Sammler und Vater von zwei Söhnen immer jede Menge. Umgesetzt hat er aktuell die Abteilung „Deutschland vor 500 000 Jahren“. Begeistert, wie es für ihn typisch ist, erzählt er, was es alles zu entdecken gibt. „Die Funde, die aus Wiesbaden stammen, sind etwas ganz Besonderes. Sie sind aus der letzten Warmzeit, die innerhalb der Eiszeit war.“ Damals sei es bei uns wärmer wie heute gewesen, und Tiere, die man eigentlich eher aus Afrika kenne, hätten in unseren Breitengraden gelebt.

Stolz ist er auf einen 70 Zentimeter langen Hauer, also den Eckzahn eines Flusspferdes, „Der ist gigantisch. So was habe ich noch nirgends gesehen.“ Ein wissenschaftliches Highlight in dem Raum sei das Teilskelett eines Elefanten. „Allein der Unterarm ist einen Meter lang. Wenn man alles ausrechnen würde, hätte er die Größe eines Dinosauriers.“ Auch ein riesiger Elchschädel, den er auf eine Million Jahre schätzt, ist in der beleuchteten Vitrine zu entdecken.

Der Weg führt vorbei an Riesenechsen: Neue Bewohner stehen im Dino-Garten.

Die Skelett-Teile schlummerten im Keller eines Sammlers. Mit viel gutem Zureden und im Tausch mit einem Nashornschädel habe er diesen Fund erhalten.

In der Meeresabteilung, im Solnhofner Raum und im Schwarzen Schiefer hat sich ebenfalls einiges geändert. Wände wurden versetzt, von Malerin Romy neugestaltet, ein Durchbruch gemacht und ein Aquarium eingebaut. Während der Weihnachtsfeiertage baute Kapustin das Modell eines Urkrokodils, von denen es ganz wenige gebe. Der passende Knochenfund liegt darunter in der Vitrine. Zudem seien weitere Ammoniten, Fische, Schildkröten oder ein Mosasaurusschädel mit richtig scharfen Zähnen dazugekommen.

Neuer Riesenwirbel in der Dino-Hallo

Der Rundgang führt weiter nach oben in die Dinohalle, wo es beispielsweise einen neuen riesigen Wirbel eines Brachiosaurus zu bestaunen gibt, und im Dinogarten warten einige neue lebensgroße Modelle, teilweise mit Nachwuchs, auf die Besucher. „Ich versuche den Raum bestmöglich zu nutzen“, betont Kapustin. Das ist auch nötig. Denn mittlerweile hat das Museum unter anderem über 30 lebensechte Modelle von ganz klein bis zwölf Meter groß und mindestens 15 teils Original-Skelette.

Auch ohne Corona sei ein Riesenumbau mit Komplettmontagen geplant gewesen für diesen Winter. „Das wird kommen, wenn wieder alles normal läuft und wir wieder ein bisschen Geld haben“, verrät Kapustin. Dafür müsse die betroffene Abteilung mindestens zwei Monate lang geschlossen werden, was während Corona ideal gewesen wäre. Bei 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche könne er aktuell 50 Besucher ins Museum lassen, die sich auf dem Gelände verteilen müssten. 20 Euro kostet ein Familienticket.

Tickets und Infos

Tickets und Infos gibt’s unter www.urzeitmuseum.de.

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