20 Jahre Seniorenbeirat Taufkirchen

Erfolgreich gegen Jugendwahn und Isolation

Bayern soll die „digitale Inklusion“ voranbringen. Das hat Franz Wölfl, Chef der Landes-Senioren-Vertretung, beim Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Seniorenbeirats Taufkirchen von der Politik gefordert.

Von Henry Dinger

Taufkirchen – Bürgermeister Franz Hofstetter betonte in seiner Rede bei dem Festakt die Bedeutung des Seniorenbeirats als „Ratgeber für Gemeinde und Gemeinderat“. Den Älteren mit ihren Erfahrungen Gehör zu verschaffen sei genauso wichtig, wie die Kinder und Jugendliche zu fördern. Besonders freue ihn, dass aus dem anfänglichen Treffpunkt in einem engen Raum im Rathaus nun das Mehrgenerationenhaus geworden ist, in dem sich Jung und Alt zusammenfinden. Mittlerweile sei der Beirat in der Gemeinde fest verwurzelt und trage einen großen Teil dazu bei, die Lebensqualität der älteren Menschen zu verbessern.

In Vertretung von Bayerns Sozialministerin Emilia Müller überbrachte Ministerialdirektor Michael Höhenberger die Grußworte der Staatsregierung. „So ein Miteinander kennt man aus den Großstädten, wo in der Hälfte aller Haushalte Singles leben, nicht“, sagte Höhenberger. Der Seniorenbeirat würde das Zusammenleben fördern und den älteren Generation „eine deutliche Stimme“ verleihen. „Die Älteren mischen sich heute mehr ein“, so der Politiker. Der durchschnittliche Rentenbezug nach Arbeitsende betrage derzeit fast 20 Jahre, das sei ein großer Lebensabschnitt der sinnvoll gefüllt werden könne. Taufkirchen mit seiner Seniorenpolitik sei ein Vorbild , da hier „Betroffene zu Beteiligten werden“.

Das griff auch Vizelandrat Jakob Schwimmer auf, der Taufkirchen als „Leuchtturm“ im Landkreis bezeichnete, in dem die Senioren wirklich ein bedeutender Teil der Gesellschaft seien. Der Beirat würde mit Erfolg „gegen Jugendwahn und Isolation“ vorgehen.

Franz Wölfl, Vorsitzender der Landes-Senioren-Vertretung Bayern meinte in seiner Rede, „Franz Hofstetter kann froh sein, so einen aktiven Beirat in der Gemeinde zu haben“. Gleichzeitig richtete er auch seine Worte in Richtung Michael Höhenberger. Die Politik solle sich mehr dafür einsetzen, dass die „digitale Inklusion“ Älterer gelingt. Derzeit nutze nur jeder Zweite zwischen 65 und 85 Jahren das Internet. Aber gerade durch eMail und Skype könnten sie sich besser mit Freunden und Familie vernetzen, online einkaufen oder Bankgeschäfte bequem zu Hause erledigen. Außerdem greife die Digitalisierung immer mehr um sich, viele Informationen seien nur noch im Internet abrufbar, da müssen die Senioren mithalten können.

Heinz Schreiber, 1. Vorsitzende des Seniorenbeirats, dankte in seiner Ansprache allen, die in den letzten 20 Jahren zur guten Entwicklung beigetragen haben. „Die Arbeit des Beirats war am Anfang nur auf die Senioren fokussiert“, so Schreiber, „heute agieren wir generationenübergreifend.“ Denn nur so bilde man eine starke Gemeinschaft.

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