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Gegen den Ersatzbau gestimmt haben Martin Huber und Peter Attenhauser (REP).

Mittelschule Taufkirchen

Ersatzbau kostet 32 Millionen Euro

Beim Ersatzbau samt Mehrzweckhalle an der Mittelschule Taufkirchen sind weitere Einsparungen vorgenommen worden. Dennoch sind die Gesamtkosten in Höhe von 32 Millionen Euro zwei Gemeinderäten immer noch zu teuer.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – „Wir wollen die Planungsphase der Grundlagenkonzeption zu Ende bringen“, erklärte Bürgermeister Franz Hofstetter im Gemeinderat. Deshalb habe die Verwaltung zusammen mit Architekten Simon Winter (Köhler Architekten aus Gauting) an weiteren Einsparmöglichkeiten gearbeitet. Seine Kollegin, Architektin Birgit Bräuner, stellte diese vor. Statt der ursprünglich umstrittenen Lamellenfassade soll es nun eine Plattenfassade tun. Zudem soll an der Turnhalle innen und außen auf Sichtbeton verzichtet und ein Dämmverbundsystem verwendet werden. Damit lasse sich eine „gute Million“ einsparen. Zudem werde anstelle neuer Medientechnik vorerst die bestehende weiter verwendet, das seien weitere 625 000 Euro weniger.

Mit beiden Maßnahmen erklärte sich der Gemeinderat einverstanden. Auf den Verbindungsbau zwischen Grund- und Mittelschule zu verzichten und an seiner Stelle einen Tunnelgang zu erstellen, wurde kritisch gesehen. Damit gingen Räume und die klare Struktur verloren, das sei „aber bei Weitem nicht so schlimm wie jetzt“, meinte Hofstetter. Einsparpotential seien hier 975 000 Euro.

FW-Rat Christian Aigner fand es architektonisch schade, auf die Lamellen zu verzichten. Auf den Verbindungsbau könne aber nicht verzichtet werden, denn es sei ein struktureller Einschnitt und nur geringe Reserven da. „Wenn Taufkirchen in den nächsten Jahren weiter so wächst, sind wir in zehn Jahren wieder an unseren Kapazitäten angelangt.“

Martin Huber (REP) wunderte sich, er habe auf der Klausurtagung des Rates von rückläufigen Schülerzahlen gehört. Er gehe davon aus, dass der aktuelle Stand von 32 Millionen Euro Gesamtkosten bei Weitem nicht reichen werde. „Es ist mir zu heiß. Es ist eine Dimension zu groß für Taufkirchen.“ Huber stimmte deshalb genauso gegen das Vorhaben wie sein Parteikollege Peter Attenhauser. Dieser argumentierte, dass die Gemeinde noch viele Baustellen habe, wie das Wasserschloss. Bei rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen komme die Kommune noch auf einen Schuldenstand wie der Landkreis. Er empfahl mit dem Bau zu warten, „bis wir ein Polster haben“.

Bürgermeister Hofstetter konterte, er würde das Vorhaben auch gerne liegen lassen, weil es die Gemeinde finanziell herausfordere. Aber wer übernehme die Verantwortung für den Brandschutz, fragte er. „Wir sitzen alle in einem Boot, wenn wir abgewatscht werden. Ich bitte auch das zu sehen.“ Die Schülerzahlen vorherzusehen sei schwierig, meinte er und verwies auf einen Geburtensprung in den letzten Jahren. Mit dem Bau werde frühestens 2019 begonnen, betonte Hofstetter und fügte an: „Wir müssen die Geldmarktpolitik auch sehen.“ Momentan stehe nichts an, was zwingend gemacht werden müsse. Zudem argumentierte er, dass die Hallennutzung die beste Vereinsförderung sei.

CSU-Rat Christoph Puschmann warf ein, dass in keiner der fünf Bürgerversammlungen das Vorhaben moniert worden sei. Die Bürger würden es als Nutzer als eine Investition in die Zukunft für ihre Kinder, Vereine und das Gemeinwohl sehen. „Ich bin mutig, ich stehe dazu.“

„Ich halte das Projekt für tragbar, das können wir schultern“, meinte auch Korbinian Empl (FW). Er schlug vor: „Wir sollten uns aber ein kleines Polster schaffen und werden dann auch mehr tilgen müssen, als vorgesehen.“ Zudem müssten andere, teure Projekte in den ersten Jahren zurückgestellt werden. Es sei zwar ein „großer Brocken“, den es zu schlucken gebe, aber die Planung sei zweckmäßig und schön“, sagte Josef Stummer (WG Gebensbach-Wambach). Auch er plädierte dafür, die niedrigen Zinsen zu nutzen. „Wir müssten es packen können.“

Kämmerer Fritz Krieg erklärte, dass die 32 Millionen Euro im Haushalt eingestellt seien. 14 Millionen Neuverschuldung sollen in den nächsten vier Jahren abhängig vom Ergebnis zeitnah aufgenommen werden, weil die Zinsen jetzt so niedrig seien.

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