Ins Gespräch kommen: Menschen zusammen zu bringen, ist das Anliegen des Erzähl-Cafés Taufkirchen. Foto: Privat

Treffen im Mehrgenerationenhaus

Erzähl-Café bringt Menschen zusammen

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Taufkirchen - Menschen unterschiedlicher Generationen und verschiedener Nationen zusammen zu bringen, das ist das Anliegen des Erzähl-Cafés Taufkirchen. Jetzt fand das zweite Treffen statt.

Veranstaltet wird das Erzähl-Café vom Caritas Mehrgenerationenhaus und der Staatlichen Realschule in Taufkirchen. Anja Balantitsch von der Realschule und Katharina Gaigl vom Mehrgenerationenhaus haben das Treffen organisiert. Teilgenommen haben Schülerinnen der Klasse 8 b, Senioren und Menschen mit einem Fluchthintergrund. Nach einem geselligen Beisammensein – bereichert mit Kuchen der Catering-Gruppe – haben sich die Teilnehmer künstlerisch betätigt. „Aufgeteilt in vier alters- und nationengemischten Gruppen beschäftigten sie sich mit den Besonderheiten, Bräuchen, Sprache, politischer Situation in den Ländern Deutschland, Irak, Afghanistan und Kongo. Angeleitet von der Kunstlehrerin Michaela Draxler entstand ein kleines Kunstwerk. Die Gruppen behandelten einerseits die Unterschiede und Einzigartigkeiten der einzelnen Länder. Doch was verbindet uns? Was bedeutet Menschsein? Die Antworten auf diese Frage wurden dann in die Mitte platziert, etwa ,Jeder ist anders‘, ,Frei sein‘, ,Respekt‘, ,Verantwortung‘‘, berichtet die Leiterin Generationenprojekte Katharina Gaigl. Besonders beeindruckend sei es gewesen, wenn Flüchtlinge das Wort „Leben“ ausgesprochen hätten, das für sie nicht selbstverständlich sei, da dies in ihrem Heimatland bedroht ist. Spürbar gewesen sei die Freude und Dankbarkeit, dass Räume und Möglichkeiten geschaffen wurden, bei denen man sich begegnen und austauschen könne. Gaigl: „Wie sollen wir lernen miteinander umzugehen, wenn wir uns im Alltag gar nicht begegnen?“

Es ging auch bei diesem Treffen nicht darum, die aktuelle Situation schönzureden. Doch es bedürfe Anlässe, um miteinander und nicht übereinander zu sprechen.

Realschulrektor Josef Hanslmaier betonte, dass er gerne Treffen dieser Art unterstütze, bei denen seine Schüler die Möglichkeit bekommen, für das Leben zu lernen. Er bedankte sich bei den Akteuren, allen voran bei den Schülerinnen, für ihre Arbeit und ihren Mut, auf andere zuzugehen.

Wie wichtig er Treffen dieser Art findet, unterstrich Bürgermeister Franz Hofstetter bei seinen Schlussworten. „Es ist schön und sehr wichtig, dass ihr Euch engagiert“, wandte er sich an die Realschülerinnen. Er dankte den Senioren, dass sie sich Zeit nähmen, dabei zu sein und die jüngeren Menschen zu begleiten. An die Flüchtlinge gewandt meinte Hofstetter, es sei gut und unumgänglich, dass sie offen auf die Deutschen zugingen, und sich trotz noch vorhandener Sprachbarrieren trauten, mitzureden und sich einzubringen. „Nicht alle können zu uns kommen, doch auch in der aktuellen Situation steckt Potenzial, auch die jetzigen Flüchtlinge bringen Vielfalt zu uns“, so Hofstetter. Der Bürgermeister forderte alle Anwesenden auf, sich weiterhin einzubringen. „Für ein gelungenes Miteinander müssen alle mithelfen“, betonte Hofstetter.

Das Treffen kam gut an. Weitere Begegnungen sind laut Gaigl bereits geplant.

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