Schüler und Lehrkräfte feierten den Abschluss: (v. l.) Otto Roski (Schulleiter), Bernhard Haindl, Martin Schmidt, Josef Widl, Theresia Felsl, Johannes Gaßner, Florian Wortmann, Johannes Meltl, Markus Lechner, Florian Taubenthaler, Stefan Widl, Michael Fruhmann, Stefan Drobilitsch, Joseph Heigl, Wolfgang Bauer, Ludwig Attenberger, Claudia Jakowatz (Lehrkraft), Korbinian Straßer, Regina Reingruber (Lehrkraft) und Gerhard Mayer. Foto: AELF

Landwirtschaftsschule

Es kommt nicht auf Größe des Traktors an

Geistige Ernte eingefahren: Der Hof der Familie Widl in Schrafstetten war Schauplatz der Abschlussfeier des Sommersemesters der Landwirtschaftsschule Erding.

Schrafstetten – Zuerst haben die Studierenden den landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb ihres Semesterkollegen Josef Widl unter die Lupe genommen und bei einem Betriebsrundgang besichtigt. Nach der Zeugnisverteilung und der damit sprichwörtlich eingefahrenen Ernte waren alle froh über das erreichte Ziel und die anstehende semesterfreie Zeit bis zum Schulbeginn im Herbst. Nach erfolgreichem Abschluss der geistigen Erntearbeiten wollen alle Studierenden nun die anstehende betriebliche Ernte in Angriff nehmen, heißt es dazu in einer Mitteilung von Josef Schächtl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding.

Auch die nächste Aussaat sei schon vorbereitet, aber Zeit für Erholung und Urlaub solle auch noch möglich sein. „Ohne ausreichende Qualifikation ist eine erfolgreiche Betriebsführung in der Landwirtschaft nicht möglich“ betonte Semesterleiterin Claudia Jakowatz bei der Zeugnisvergabe. Deshalb gelte es besonders hervorzuheben, dass die Studierenden-Zahl im Sommersemester mit 16 jungen Männern und einer Frau an der Landwirtschaftsschule weiterhin stabil sei. Neben elf Studierenden aus dem Landkreis Erding stammen drei aus dem Landkreis Ebersberg, zwei aus dem Landkreis München und einer aus dem Landkreis Freising. Das Sommersemester ist das zweite von drei Semestern beim Besuch der Landwirtschaftsschule.

Die Lerninhalte werden bei Praxistagen in Pflanzenbau, Tierhaltung und Ökologischen Landbau vermittelt. Auch ein Buchführungsabschluss für den eigenen Betrieb wird von den Studierenden erstellt. Mit der praktischen Arbeitsunterweisung eines Lehrlings wurde von den angehenden Betriebsleitern bereits ein Teil der Meisterprüfung abgelegt. Dabei haben die Studierenden viel pädagogisches Geschick beweisen müssen, da von ihnen eine umfassende Planung und Durchführung der praktischen Unterweisung mit einem Lehrling gefordert war. „Vor kurzem war ich noch auf der anderen Seite als Lehrling unterwegs – das war schon einfacher.“ So ähnlich lautete der Kommentar der Studierenden zu der Prüfungsaufgabe.

Das Abdrehen einer Sämaschine oder das Auslitern einer Pflanzenschutzspritze waren einige der möglichen Aufgaben. Im Rahmen einer Semesterarbeit war es eine große Herausforderung für die Studierenden, selbstständig den eigenen Betrieb zu durchleuchten. Dabei mussten die Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital sowie die Produktionsverfahren detailliert beschrieben und bewertet werden. „Nun habe ich endlich einen Überblick über die Stärken und Schwächen der Produktionsabläufe auf dem eigenen Betrieb und über die dabei anfallenden Kosten gewonnen“, so der Tenor der Studierenden.

Dass es nicht auf die Größe des Traktors ankommt, sondern auf die erforderliche Auslastung haben die Studierenden durch einen Vergleich ihrer eigenen Maschinenkosten mit dem überbetrieblichen Maschinenringaufwand aufgedeckt. „Die eigenen Schwachstellen erkennen und verbessern – das zeichnet den erfolgreichen Landwirt aus“, betonten die Lehrkräfte unisono. Dies müssen die Studierenden dann bei Schulbeginn im dritten Semester umsetzen. Neben dem regulären Schulbetrieb an der Landwirtschaftsschule mit zwei Semestern startet im Herbst auch wieder ein Praxisjahr als Vorbereitung für den Schulbesuch. Anmeldungen und weitere Informationen hierfür sind bereits jetzt am AELF Erding, Tel. (0 81 22) 4 80-0 möglich.  ar

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