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Für lange Mitgliedschaft geehrt wurden (vorne, v. l.) Franz Flieher, Maximiliane Kapustin und Karlheinz Götzberger. Die Ehrung nahmen (hinten, v. l.) Rainer Mehringer, Korbinian Empl und Valentin Bitzer vor. 

freie wähler taufkirchen

„Extrem wichtig, Flagge zu zeigen“

Die Freien Wähler Taufkirchen wollen sich neu formieren. Das kündigte der Vorsitzende Valentin Bitzer bei der Jahreshauptversammlung an.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – Der Einstieg in die Versammlung war nicht sehr vielversprechend. „Was soll der Vorstand berichten, wenn nichts passiert ist“, fragte im Bräustüberl in die Runde. Er sei aus der Not heraus zum Vorsitzenden gewählt worden, entschuldigte er sich und, dass er privat sehr eingespannt gewesen sei. Nun sei er in Rente und werde schauen, „dass die Freien Wähler wieder auf die Beine kommen und was vorwärts“ gehe. Zusammen mit seinen Kollegen Christian Aigner und Korbinian Empl berichtete er über die Arbeit im Gemeinderat. Vor allem die Themen Bauen, Nachverdichten und Wahlen sorgten in der Versammlung für Diskussion.

Über die Umgestaltung des Attinger Weges, das neue Sparkassengebäude und die Ampelanlage lasse sich streiten, stellte Bitzer fest und meinte: „Schee is ned.“ Auch Zeilbeck warf ein: „Da musst schon einen besonderen Geschmack haben, dass es einem gefällt.“ Als „heißes Eisen“ mit Kosten von über 34 Millionen Euro bezeichnete Bitzer den Neubau der Mittelschule mit Mehrzweckhalle. Für ihn ist es aber ein notwendiger und richtiger Schritt für Taufkirchen.

Empl informierte unter anderem darüber, dass sich der Gemeinderat auf Klausurtagung Gedanken über die Orte Moosen und Taufkirchen gemacht habe, wie sie sich entwickeln sollen und was an Bebauung geplant sei. Dabei seien alle Gebiete, die zur Nutzung möglich wären, überdacht worden. „Die Entwicklung soll meines Erachtens in Maßen stattfinden“, betonte Empl. 4000 neue Einwohner seien für die nächsten Jahre prognostiziert worden, verriet er. „Damit bin ich nicht einverstanden.“ Es wäre zwar positiv, wenn junge Familien mit Kindern in die Vilsgemeinde zögen, aber dieses Wachstum hätte auch negative Auswirkungen auf die Infrastruktur und die vorhandenen Einrichtungen. Als Beispiel nannte er die Kläranlage, die schnell an ihre Grenzen stoßen würde. Auch die verkehrliche Situation würde sich enorm verschlechtern. „Ich stehe für eine gezielte Entwicklung, für moderates, aber nicht überdimensionales Wachstum.“ Die Umnutzung von landwirtschaftlichen Anwesen für Gewerbe oder Wohnbebauung sei mit dem derzeitigen Flächennutzungsplan nicht möglich. Deshalb werde auch dieser neu aufgestellt. Die Bürger würden dabei miteinbezogen.

Zeilbeck warf ein, dass die „Lebensart innerorts in Taufkirchen“ auch berücksichtigt werden müsse. Wenn jedes alte Haus in Taufkirchen abgerissen und dort ein 15-Familienhaus hingebaut werde, gebe es bald keine Freiräume und Parkplätze mehr.

Die Freien Wähler müssten sich bei Zeiten positionieren, betonte der Erdinger Kreisvorsitzende Rainer Mehringer. „Wir stehen für die hart arbeitende Mittelschicht.“ Es gelte sich aufzustellen und Kompetenz darzustellen. „Es ist extrem wichtig, Flagge zu zeigen.“ Als drittgrößte Gemeinde im Landkreis Erding sollten es in Taufkirchen mindestens 24 Kandidaten für die nächsten Gemeinderatswahlen sein. Aktuell haben die Freien Wähler in Taufkirchen 34 Mitglieder. Sechs davon wurden bei der Versammlung für ihre langjährige Zugehörigkeit zur Partei geehrt: Für über 30 Jahre Maximiliane Kapustin, Josef Liebl und Benno Schwaiger sowie für über 20 Jahre Karlheinz Götzberger, Franz Flieher, Hans Lentner und Richard Berger.  mel

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