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Hand in Hand mit dem Schutzpatron der Reisenden: Pater Paul (l.) überreichte Kommandant Stefan Tremmel eine große und eine kleine Christophorus-Figur. Anschließend segnete er im Beisein von vielen Feuerwehrkameraden das neue Hofkirchener Einsatzfahrzeug.

Fahrzeugsegnung in Unterhofkirchen

„Feuerwehrleute – die Mitarbeiter Gottes“

Nach der Segnung der Landjugend-Fahne und der Einweihung des Bürgerhauses Alte Schule ist am Sonntagvormittag auch noch das neue Feuerwehrfahrzeug gesegnet worden. „Damit gehen die Hofkirchener Festwochen zu Ende“, meinte Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter bei seiner Festansprache.

Unterhofkirchen Volles Haus herrschte erst in der Kirche und nachher im Festzelt. „Ihr seid der verlängerte Arm Gottes“, sagte Pater Paul im Gotteshaus. Wie alle anderen, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen, ob Polizei oder Rettungskräfte: Gottes Segen verspreche, sie vor Unfall und Gefahr zu bewahren, Beistand und Hilfe zu erfahren und, dass Schaden an Hab und Gut, aber auch an Leib und Seele von allen Menschen abgewendet werde. „Durch euch wirkt Gott in die Welt hinein, in eurem Team als Feuerwehrleute seid ihr Mitarbeiter Gottes“ erklärte er und betonte, dass nicht nur das Fahrzeug gesegnet, sondern auch die Feuerwehrarbeit heute gefeiert werde. Alle sollten sich immer wieder bewusst machen: „Ihr seid für uns, die wir ab und zu in Gefahr schweben, Engel.“

Pater Paul hatte für die Feuerwehrleute eine große Christophorus-Figur besorgt, stellte aber fest, dass diese „zu groß“ sei. Also schenkte er ihnen auch noch eine kleine. Diese übergab er an Kommandant Stefan Tremmel, dass er sie im neuen Einsatzfahrzeug befestige. Tremmel dankte auch für die würdige Gestaltung des Gottesdienstes, die durch die Darbietung von Organistin und Solosängerin Johanna Schumertl besondere Feierlichkeit erhielt.

Nach dem Kirchenzug zum Feuerwehrhaus mit allen fünf Taufkirchener Gemeindefeuerwehren, den Nachbarfeuerwehren aus Eschlbach, Inning und Zeilhofen sowie allen Ortsvereinen und den Vertretern der Politik, segnete Pater Paul das geschmückte Fahrzeug.

Tremmel erzählte im Festzelt, dass bereits 1990 erstmals über ein neues Einsatzfahrzeug nachgedacht wurde. Damals hatten die Unterhofkirchener noch einen Ford Transit mit nur sechs Sitzplätzen, und die Feuerwehrmänner fuhren oft mit den Privatfahrzeugen zum Einsatz. 1999 wurde ein gebrauchter VW TS aus der Vereinskasse gekauft und in Eigenleistung umgebaut. Bis heute habe er gute, treue Dienste geleistet. Aber nach 26 Jahren habe er so viele technische Mängel, dass eine Reparatur unwirtschaftlich sei. „Die Jungen wollen ihn ohne Servolenkung gar nicht mehr fahren“, verriet er.

Bilder: Fahrzeugsegnung bei der Feuerwehr in Unterhofkirchen

2015 beschloss die Gemeinde die Ersatzbeschaffung. Also wurde ein Arbeitskreis mit ihm, Albert Schraufstetter, Manfred Rosenberger, Johannes Walter, Andreas Hörmann, Florian Tremmel und Simon Baumgartner gegründet, erzählte der Kommandant. Ihnen allen dankte er für die rund 400 Stunden, die sie investiert hätten, um das passende Fahrzeug mit Ausrüstung zu konfigurieren und unterschiedlichste Varianten anzuschauen. Im September 2016 stimmte der Taufkirchener Gemeinderat schließlich einstimmig für die Anschaffung.

Nach der Ausschreibung habe die Firma Nagl den Zuschlag für das Fahrgestell des Mercedes Benz Sprinter 316 CDI erhalten, die Firma Gaidobler für den Aufbau und die Firma BAS für die Ausrüstung. Die Normbeladung und alle Zusatzgeräte listete der Kommandant akribisch auf und fügte noch an, dass es für das über 90 000 Euro teure Fahrzeug einen Zuschuss von 15 500 Euro gegeben hat: „Das ist ein schöner Batzen Geld.“ Den gelte es aber auf die nächsten 25 Jahre umzurechnen. Und dies seien ja keine Ausgaben für seine 60 Mann starke Truppe, die Hälfte davon unter 30 Jahre alt, „nur zum Üben oder zum Spielen, sondern für die ganze Bevölkerung“.

Neben Landrat Martin Bayerstorfer gratulierte auch Bürgermeister Hofstetter. Er meinte, es sei viel angeschafft worden in letzter Zeit, und er erinnerte an das Bürgerhaus und den Pavillon; und nun das Feuerwehrauto. „Alles sind sinnvolle Ausgaben für Hofkirchen, auch wichtig und notwendig.“ Er dankte allen, die sich für die Beschaffung eingesetzt haben, allen, die „grundsolide und völlig unaufgeregt ihre Arbeit leisten und immer da sind, wenn man ihre Hilfe braucht, ohne großes Aufhebens, gut gerüstet und ausgebildet“. Die enorm gestiegene Mannschaftsstärke beweise, dass es bei der Feuerwehr in Unterhofkirchen passe und man sich verstehe.

„Die Einsatztaktik ist mir abgegangen“, hakte Kreisbrandrat Willi Vogl nach. Denn mit ihrem neuen Fahrzeug könnten die Hofkirchener nun auch bei Ereignissen, wo viele Feuerwehren im Einsatz seien, Abschnitte aufbauen und die Einsatzleitung unterstützen. „Ich bin mir sicher, dass ihr es mit eurer guten Mannschaft hinbringt.“

Birgit Lang

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