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Die Fischkadaver blieben in der Vils bei Taufkirchen in Seerosen hängen. 

Fischsterben in der Vils geklärt – Wohl mehrere Verursacher 

Gülle bringt das Verderben

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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 Entsetzt waren viele Spaziergänger über unzählige tote Fische, die in der letzten Juniwoche mit aufgeblähten Bäuchen in der Vils vor allem in den Teichrosen hingen (wir berichteten). Nun ist die Ursache geklärt, nicht aber die Schuldfrage.

Über die Tage hinweg verbreitete sich durch die verwesenden Fische nicht nur Entsetzen, sondern auch unangenehmer Geruch. Die Polizei Dorfen und die Gewässeraufsicht des Wasserwirtschaftsamts (WWA) München waren mehrmals alarmiert worden.

Diese inspizierten vom Einlauf des Mühlmoosbachs auf Höhe von Bogensdorf bis zum Wehr bei Siebmühle den Flusslauf, entnahmen Wasser- und Fischproben, um sie im Landesamt für Umwelt in Augsburg untersuchen beziehungsweise die Tiere obduzieren zu lassen. Vermutet wurde, dass eine Krankheit wie die Fleckenseuche des Süßwasserfisches für das Massensterben verantwortlich sein könnte. Denn es waren nur Weißfische wie Brachsen, Rotaugen oder Nasen vom Tod betroffen, andere Fische wie Forellen schwammen ganz normal in der Vils.

Hinweise auf die Einleitung von Schadstoffen wie Gülle, Silage oder häusliche Abfälle konnten zumindest anfangs keine gefunden werden. Doch nun steht das Ergebnis der Untersuchung fest: Schuld sei der „Zulauf von Gülle“ gewesen. Die Fische seien an „Sauerstoffzehrung“ gestorben, erklärt Christian Leeb, Leiter des Wasserwirtschaftsamts München, auf Nachfrage des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Es handle sich allerdings um einen „diffusen Eintrag“, der von jedem Feld zugelaufen sein könnte. „Somit können wir den Eintrag auch keinem einzelnen Landwirt zuordnen“, erklärt Leeb. Die Einleitung sei auch nicht flächendeckend erfolgt. Die Fische seien letztlich erstickt, ob und wie qualvoll, könne er nicht sagen.

Vom Fischsterben sind auch die Bezirksfischer Dorfen betroffen. Denn dieser Bereich der Vils zählt zu ihren Fisch-Gewässern. Wie viele Tiere insgesamt verendeten, lässt sich nur schwer beziffern, sagt Vorsitzender Sebastian Maier. Viele hätte sich in den Seerosen, aber auch unter Wasser festgesetzt oder in der Ufervegetation verfangen. Es seien keine Besatzfische, sondern natürlich aufgekommene gewesen.

Die toten Tiere würden von Fuchs, Mader und Raubfischen gefressen. Da sie an keiner Krankheit gestorben sind, würde es das Gewässer und weitere Fische nicht belasten. Dennoch wolle Maier die Fischereifachberatung kontaktieren, um sich über ein möglicherweise notwendiges weiteres Vorgehen zu informieren.

Birgit Land

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