Reger Austausch: An den Tischen wurde in kleinen Gruppen ausgiebig diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Foto: (Gaigl)

1. Taufkirchener Erzählcafé

Flüchtlinge von einst und jetzt reden miteinander

Mehrgenerationenhaus und Realschule Taufkirchen ist es ein Anliegen, für Menschen unterschiedlicher Generationen und Nationen Möglichkeiten der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Deshalb wurde im Fuggersaal des Wasserschlosses das 1. Taufkirchener Erzähl-Café organisiert. Das Motto lautete "Flucht und Vertreibung".

Taufkirchen – Eingeladen waren Senioren, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden, Menschen mit einem aktuellen Fluchthintergrund sowie Taufkirchener, die sich noch an die Zeit nach dem Krieg erinnern, als viele Flüchtlingen hierher kamen. Die Schülerinnen der Klasse 8 b hatten zusammen mit ihrer Religionslehrerin Anja Balantitsch und Katharina Gaigl vom Caritas Mehrgenerationenhaus das Treffen vorbereitet.

Jung und Alt, gleich welcher Herkunft, kamen, aufgeteilt in kleine gemischte Gruppen, ins Gespräch über Fluchtursachen und -wege, über die Bedeutung von Heimat und über Auswirkungen der Flucht auf das weitere Leben. Auch wenn die Situation der Flucht von damals nicht vergleichbar ist mit der heutigen Flucht, sind durchaus Parallelen erkannt und benannt worden. Senioren mit Fluchthintergrund rieten den aktuellen Flüchtlingen: „Geht unter die Leute, engagiert euch, seid fleißig und passt euch an.“ Die Gäste, die aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, dem Kongo und Eritrea stammen, brachten ihre Dankbarkeit zum Ausdruck, hier sein zu können und sagten, wie wichtig es ihnen sei, dass hier in Deutschland keine Gesetzlosigkeit herrsche.

Engagierte Schlussworte beim Erzähl-Café sprach Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter. Er betonte, dass Mauern uns nicht weiterbrächten. Solche gäbe es genügend. „Inklusion ist ein Menschenrecht“, sagte Hofstetter. Wobei er nicht vergaß, auf das Grundgesetz einzugehen und die damit verbundenen Rechte und Pflichten eines jeden Menschen, der hier vorübergehend oder dauerhaft lebt. Er hob die Vielfalt hervor, die die Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs nach Taufkirchen brachten. Auch in der aktuellen Situation stecke Potenzial, auch die jetzigen Flüchtlinge brächten Vielfalt. Er forderte alle Anwesenden auf, sich weiterhin einzubringen. Hofstetter unterstütze gerne Gelegenheiten wie das Erzähl-Café, wo „man miteinander spricht, nicht übereinander“.

Wolfgang Krzizok

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