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Total begeistert (v. l.): Bürgermeister Franz Hofstetter, Anneliese Mayer, Konrad Karbaumer, Friedrich Kardinal Wetter, Gabi Loicht und Pfarrer Edson Schumacher hatten eine angeregte Zeit beim Besuch der Ausstellung.

Krippenausstellung im Wasserschloss

Auch der Kardinal bringt eine Krippe mit

Hoher Besuch hatte sich in Taufkirchen angekündigt.

Taufkirchen – Friedrich Kardinal Wetter, emeritierter Erzbischof von München und Freising. Der 91-Jährige kam, um die Miniaturkrippen-Ausstellung im Wasserschloss zu besuchen.

Seine langjährige Mitarbeiterin, Ordinariatsrätin Anneliese Mayer, die im Taufkirchener Gemeinderat sitzt, hatte Wetter vor Monaten erzählt, dass sie mit Konrad Karbaumer, dem ehemaligen Verwaltungsleiter der Gemeinde, diese Ausstellung organisiere, und Wetter hatte ihr spontan seine Olivenholz-Krippe aus Bethlehem dafür zur Verfügung gestellt.

Kürzlich fragte er: „Haben Sie meine Krippe schon ausgestellt?“ Da meinte Mayer zu ihm: „Kardinal, überzeugen sie sich selber.“ Das ließ sich Wetter nicht zwei Mal sagen. So kam er mit seinem Chauffeur, um erst einmal im Schlossrestaurant zu speisen – mit Bürgermeister Franz Hofstetter, dessen Ehefrau Gabi, Pfarradministrator Pawel Krucew CR, Pater Dominik Sobolewski CR und Pfarrer Edson Schumacher sowie Mayer und ihrer Nichte Gaby Loicht.

Interessiert unterhielt sich der Gast mit den Taufkirchener Seelsorgern über deren Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaft. Gemeinsam sprachen sie auch über das Studium und Wetters Kardinalszeit. Dann ging es in den ersten Stock des Westflügels, wo Karbaumer schon wartete, um Wetter die rund 570 Exponate der Miniaturkrippen-Ausstellung vorzustellen. Zwei Drittel seien aus Deutschland, ein Drittel stamme aus 39 Ländern, vor allem aus Lateinamerika, die 35 Privatpersonen zur Verfügung gestellt hätten.

Gleich als erstes bewunderten alle die kostbare Krippe des Kardinals. Neben ihr stand Mayers Krippe aus Nazareth. Die Ordinariatsrätin erzählte seiner Eminenz, dass der Grundstock zur Ausstellung Karbaumers 160 Miniaturkrippen gewesen seien und sie ihn dazu ermutigt habe, diese einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Beim Rundgang informierte Karbaumer den Kardinal noch über die 13 Krippen-Leihgaben der Erzdiözese und die 80 Stück von Monsignore Dr. Hand Würdiger aus Neuhaus am Inn. Sehr viel Zeit nahm sich der 91-jährige Wetter, bückte sich mehrfach, um alles genau zu betrachten. „Unglaublich, welche Mühe sich die Leute da gemacht haben. Mit Recht können manche Besucher öfter hergehen. Sie sollen ruhig weiter kommen und alles anschauen“, meinte er beeindruckt.

3500 Besucher haben die Miniaturkrippen-Ausstellung schon besucht, sie waren genauso begeistert wie der Kardinal. Das kann man im Gästebuch nachlesen, in das sich auch Wetter eintrug – mit den Worten: „Ich gratuliere zu dieser eindrucksvollen Ausstellung. Erstaunlich ist, mit welcher Liebe in aller Welt das Geheimnis der Heiligen Nacht dargestellt wird.“

Damit war sein Besuch aber noch nicht zu Ende. Wetter wollte noch die Schlosskapelle sehen, die wahrscheinlich um 1757 errichtet worden ist und zu den ältesten Kapellen des Landkreises Erding zählt. Auch hier erklärte ihm Karbaumer, der regelmäßig Schlossführungen anbietet, alle Besonderheiten. Hier interessierten Wetter vor allem die dargestellten Heiligen und die Dreifaltigkeit, denn sie würden viel über die damalige Frömmigkeit aussagen.

Warum die Mutter Gottes beim Taufkirchener Altar ihr Kind auf dem rechten Arm halte und bei der Patrona Bavaria auf dem linken, konnte er aber auch nicht beantworten. „Keine Ahnung“, meinte Wetter auf Karbaumers Frage. Das habe ein Besucher mal von ihm wissen wollen, erklärte ihm der Taufkirchener.

Nach rund vier Stunden machte sich der 91-Jährige mit einem Lächeln auf den Lippen auf den Heimweg. Zum Abschied wünschte er allen, auch der ganzen Pfarrei, ein „segenfrohes Weihnachtsfest“. Es war ja nicht Wetters erster Besuch in der Vils-Gemeinde, Schon vor rund zehn Jahren war er einmal im Mehrgenerationenhaus gewesen und ganz angetan vom Engagement der Taufkirchener.

Die Öffnungszeiten

der Miniaturkrippen-Ausstellung sind nur noch am heutigen Samstag von 16.30 bis 19 Uhr und am Sonntag von 15 bis 20 Uhr.

Birgit Lang

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