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Voller Vorfreude auf ihre Auftritte sind Emely Fischer, Antonia Brunner und Laura Baumgartner (hinten, v. l.) sowie Leonie Zelmer und Pia Maier (vorne, v. l.). 

Taufkirchener Adventskalender

Fünf Engerl, die beste Freundinnen sind

Beim Taufkirchener Adventskalender gibt es auch im 17. Jahr echte „Engerl“. Die fünf Schülerinnen proben schon fleißig für ihre Auftritte am Wasserschloss.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – Lydia Bitzer hatte im Jahr 2000 die Idee, die Fassade des Taufkirchener Wasserschlosses zu einem großen Adventskalender zu gestalten und täglich ein Fenstern von „Engerln“ öffnen zu lassen. Als „Engerl-Mama“ betreute sie die Schülerinnen auch viele Jahre.

Dieses Amt hat nun Patrizia Maier übernommen, auch die Organisation, die damit zusammen hängt. Neun Jahre lang ist die Mutter von zwei Töchtern schon im Einsatz, jeden Abend vom 1. bis zum 24. Dezember. Denn zuerst trat ihre älteste Tochter Anna viele Jahre als eines der Engerln auf, jetzt ist es ihre jüngste, Pia, die heuer im fünften Jahr mitmacht. Schon als Dreijährige war sie so begeistert, dass sie als Engerl-Nachwuchs immer dabei war. Auch mit zwölf Jahren macht ihr das Engerlsein immer noch Spaß. „Es gehört einfach zum Dezember dazu“, meint sie. Wenn es mitunter auch etwas stressig war, alles zu organisieren, hat ihre Mama ebenfalls nie die Lust verloren, ihre Töchter und die Veranstaltung zu unterstützen. „Dann muss ich wenigstens nichts kochen, weil es jeden Abend Würstl vom Schloss gibt.“

Ihr zur Seite steht Heike Aul. Ihre Tochter Natalie war ebenfalls lange Zeit ein Engerl. Aul ist die Schneiderin, die im Hintergrund steht, und die Engerl-Kostüme immer wieder auf Vordermann bringt. Vor ein paar Jahren hat sie alle Kostüme komplett neu genäht, auch die Flügerl aus Federn wurden erneuert. Nun muss alles wieder für ein paar Jahre herhalten. Neben Pia sind dieses Jahr wieder Emely Fischer (11) aus Hainöd, Laura Baumgartner (9), Antonia Brunner (10) und Leonie Zelmer (12), alle drei aus Taufkirchen, die Engerl. Allesamt sind sie Tänzerinnen bei den Dance Girls des TSV Taufkirchen und gute Freundinnen.

Antonia wurde von ihrer Musiklehrerin Isolde Bauer gefragt, ob sie nicht mal mitmachen möchte. Als Chorleiterin von JuLiTa, dem Kinderchor der Taufkirchener Liedertafel, ist Bauer immer auf der Suche nach Nachwuchs, auch für den Schlosskalender und seine Engerl. „Ich hab schon Lust gehabt“, sagt Antonia, die bei den Auftritten Flöte spielt und zudem Klavier lernt. Auch Leonie spielt Flöte.“ An den jeweiligen Adventskalender-Fenstern singen, musizieren und tragen sie jeden Abend Gedichte vor. Danach tragen sie eine Kerzen nach unten auf die Schlossterrasse, wo die Besuchern und die Tombola auf sie wartet, bei der sie jeden Abend beim Verlosen der gestifteten Preise mithelfen.

Den Schülerinnen gefällt es, wenn sie dabei die Aufmerksamkeit der Anwesenden haben, sie vor allem von den kleinen Kindern mit großen Augen angestrahlt werden. „Die schauen so ehrfürchtig und heben uns schon die Hände entgegen, weil sie die Kerze halten wollen“, sagt Pia. Auch Laura war früher eines dieser kleinen Kinder, die es wunderschön fand. Heute gehört sie selber dazu. Mit der Kälte haben sie und ihre Freundinnen keine Probleme. „Wir ziehen uns ganz warm an, ich habe einen weißen Pulli und eine weiße Jacke unter dem Kleid und fingerlose Handschuhe an, verrät die Neunjährige.

Einer der schönsten Tage sei es, wenn sie alle mit dem Nikolaus in der Kutsche vorfahren dürfen. Vor zwei Jahren fiel dabei ihre Engelsglocke unter die Zuschauer. Aufgetaucht ist sie nie wieder. Aber Emelys Mama hat ihnen eine neue geschenkt. So übernimmt jeder einen Part, um den Zauber der Veranstaltung für alle Gäste und auch die Teilnehmer aufrecht zu erhalten.

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