Schock-Nachricht: Schlagerstar Vanessa Mai verletzt sich bei Bühnen-Unfall schwer

Schock-Nachricht: Schlagerstar Vanessa Mai verletzt sich bei Bühnen-Unfall schwer
Wohin geht die Reise im Dorfen? Das wollten Gebensbacher Bürger von der Gemeinde bei einer Ortsteilversammlung wissen. Fotos: Lang

Drei Baugebiete

Gebensbach steht vor einer großen Herausforderung

Drei neue Baugebiete soll es für das Dorf Gebensbach geben. Das ist gewaltig. Doch die Einheimischen beschäftigt ein anderes Problem.

Gebensbach – Bei der Ortsteilversammlung war die Frage um die Zukunft des Vereinheims ihre größte Sorge. Viele Anwesende befürchteten, dass es durch den massiven Zugzug zu Problemen mit dem Immissionenschutz kommen könnte. Die Gebensbacher hatten um dieses Treffen gebeten, um über die Entwicklung ihres Orts informiert und ihre Sorgen los zu werden. Auch viele Junge waren anwesend. „Das zeigt, dass euch Gebensbach und das Umland wichtig sind“, freute sich Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter.

Möglichkeiten für Gebensbach aufgezeigt haben Bürgermeister Franz Hofstetter (l.) und Planer Andreas Raab.

Regional- und Stadplaner Andreas Raab, der das Projekt begleitet, stellte kurz die Ziele der Gemeindeentwicklung vor. Er meinte: „Drei Siedlungen für so ein kleines Dorf sind ungewöhnlich.“ Die Gemeinde plant am südöstlichen Ortseingang ein Wohn- und Mischgebiet mit zwölf Parzellen. Vor allem Einheimische und junge Familie sollen zum Zuge kommen. Zudem gibt es zwei private Bauvorhaben. Auf dem ehemaligen Areal der Schreinerei Schuster sollen vier Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus errichtet werden und an der nördlichen Gemeindegrenze zu Velden sollen weitere sieben Parzellen entstehen. Bei aktuell rund 130 Einwohnern wären es an die 50 bis 60 Neubürger, die zuziehen würden, schätzte Raab auf Nachfrage von Gabi Simmer. „Ihr steht vor einer Verdoppelung. Das fordert eure Kreativität heraus“, sagte er. Simmer konterte: „Wir haben nicht annähernd so viele Einheimische, die einen Grund kaufen wollen.“ Sie selber ist vor 16 Jahren nach Gebensbach gezogen und habe sich gut ins Dorfleben integriert. Bei vielen anderen sei dies nicht der Fall, wurden von mehreren Seiten bedauert.

Dass die Gebensbacher nichts gegen die Wohnbebauung und gegen Fremde hätten, ja Zuzug junger Familien sogar gewünscht sei, betonten Toni Zuhr und Sepp Frank. Anton Maier aus Hienfurt fragte, ob der Grund im Einheimischen-Modell vergeben werde könne. Bürgermeister Hofstetter antwortete, obwohl es wegen der EU neue Vergaberichtlinien gebe, werde sich die Gemeinde darum bemühen, dass „die Leute, die hier wohnen und bleiben wollen, sich hier auch Eigentum schaffen können“.

Auch Raab betone, dass die Wohnbebauung im Dorf primär für den Eigenbedarf vorgesehen sein sollte. Früher seien Dörfer Kleinzentren der Nahversorgung mit sozialem Kern gewesen, erklärte er. Die Prägung durch Landwirtschaft falle aber in weiten Teilen weg, so auch in Gebensbach, wo es keinen Landwirt mehr gebe. Die Frage sei deshalb: „Was zeichnet euch als Dorfgemeinschaft aus? Wenn jeder nur auf seine eignen Interessen schaut, funktioniert es nicht.“ Raab sprach zudem die vielen Leerstände in Gebensbach an und stellte fest, dass der historische Altort zwar noch physisch da sei, aber in keinster Weise gelebt werde.

Dorfladen gilt als „wenig sinnvoll“

„Bei uns steht alles unter Denkmalschutz“, warf Christian Frank ein. Die Anwesen zu sanieren, könne sich keiner leisten. Raab stellte richtig, dass nur die Gaststätte unter Denkmalschutz stehe. „Der Rest ist Ensemble-Schutz.“ Einen Dorfladen zu gründen, wie es Magdalena Zuhr vorschlug, hielt er für wenig sinnvoll, weil er sich „einigermaßen tragen muss und das ist in Gebensbach schwer“. Der Planer schlug ein mobiles System vor, das vielleicht von der Nachbarschaftshilfe übernommen werden könnte.

„Wie ist es für die Landwirtschaft und das Vereinsheim? Welche Rechte hat man, wenn sich die Leute beschweren“, fragte Andreas Müller. „Hat man da überhaupt noch eine Chance etwas nach 22 Uhr zu machen?“ Es gebe Bestandschutz und ein immissionsschutzrechtliches Gutachten, erklärte Raab. Um Konflikte zu verhindern, sei es „umso wichtiger, die Leute hier einzubinden und das Vereinsheim als soziales Zentrum zu etablieren“. „Wenn wir unser Vereinsheim nicht mehr nutzen dürfen, zerfällt der Kern“, prophezeite Sepp Frank und erinnerte an den „Zinnober“, den es schon wegen Lärms und der Öffnungszeiten gab.

Bürgermeister Hofstetter warf ein: „Wir müssen das Baugebiet nicht machen.“ Man könne den Grund auch bevorraten und nur einen Teil der Parzellen auf den Markt bringen. Michael Reiter meinte dazu, dass es einige junge Leute gebe, die den örtlichen Vereinen seit Kindheit verbunden seien und gerne in Gebensbach bauen würden. Dadurch würde auch das Zugehörigkeitsgefühl schneller aufgebaut. Birgit Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht böse“
Die evangelische Landeskirche führt Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare ein. 
„Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht böse“
Neues Nein zur Montessori-Schule
Die Regierung von Oberbayern bremst die Montessori-Schule in Taufkirchen erneut aus. Die Behörde kritisiert, dass die neue Schule „hinter den öffentlichen Schulen …
Neues Nein zur Montessori-Schule
AfD-Politiker spricht in Kürze in Dorfen: So organisiert sich ein heftiger Widerstand im Ort
In zwei Wochen wird ein AfD-Politiker in Dorfen sprechen, dagegen gibt es heftigen Widerstand. Die Parteikritiker organisierten eine Gegenveranstaltung – mit vergifteter …
AfD-Politiker spricht in Kürze in Dorfen: So organisiert sich ein heftiger Widerstand im Ort
„Ich lebe meinen Traum!“
Farbe, Licht und nackte Füße – das zeichnet das Bühnenbild der Musikerin Ama Pola bei ihrem CD-Release aus. Vor 200 Leuten stellte die Berglernerin ihre eigene Musik vor.
„Ich lebe meinen Traum!“

Kommentare