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Viele Fragen im voll besetzten Gebensbacher Vereinsheim: Anton Zuhr (M.) brachte mit seiner Wortmeldung zum Breitbandausbau die lautstarke Diskussion ins Rollen. 

Viele Fragen im voll besetzten Gebensbacher Vereinsheim

Breitbandausbau erhitzt die Gemüter

Der angekündigte Breitbandausbau entfachte eine lautstarke Diskussion.

GebensbachDie von der Gemeinde Taufkirchen angestrebte Ortsentwicklung scheint die Bürger in und um Gebensbach nicht wirklich zu beschäftigen, dafür aber der angekündigte Breitbandausbau. Zumindest entfachte dieses Thema eine lautstarke Diskussion in der Bürgerversammlung im Vereinsheim. Bürgermeister Franz Hofstetter wurde mit Fragen bombardiert, sodass letztlich nur noch lautes Gemurmel zu vernehmen war, weil alle ihre Bedenken und Kenntnisse gleichzeitig vortrugen.

Den Anfang machte Anton Zuhr aus Glockshub. Er wollte wissen, wie die Stadtwerke Dorfen mit der Gemeinde und der Telekom zusammenarbeiten. „Die bauen jetzt ihre eigenen Leitungen. Stellen die Stadtwerke ihre Leitungen zur Verfügung?“ Diese würde genau an seinem Anwesen vorbeilaufen.

Hofstetter erklärte, dass Gespräche mit den Dorfener Stadtwerken stattgefunden hätten, man sich einigen müsse, aber nicht ins Gehege kommen wolle. „Wir wollen nicht, dass Dorfen zu weit in unser Gebiet reinkommt.“ Denn für beide Unternehmen gehe es um die Wirtschaftlichkeit und beide würden Zuschüsse erhalten. Ein oder zwei Häuser seien nicht das Thema, betonte Hofstetter. Es habe auch schon einen Grenzfall in Wambach gegeben. Dies sei dann im Einzelfall zu klären.

Der Dorfener VR-Bank-Chef Christian Aigner, der in Rottberg wohnt, fragte, ob der Anschluss auch für Grenzgebiete zwischen Dorfen und Taufkirchen gewährleistet sei. „Von uns aus schon. Wir haben die Zusage von der Telekom, die Firma ist beauftragt“, sagte Hofstetter. Ob die Freischaltung schon im Oktober oder November nächsten Jahres soweit sei, könne er aber nicht versprechen. „Es wird wohl eher Ende 2020.“

Die Telekom muss kostendeckend arbeiten

„Und wie ist es bei uns“, fragte Franz Leipfinger aus Achatsberg. Der Vorsitzende des örtlichen Trachtenvereins hatte – wie viele andere auch – Anrufe der Telekom erhalten und wollte wissen, ob er die Leitung nun über Weinberg erhalte oder aus der anderen Richtung. Außerdem will er keine oberirdische Leitung. „Da gibt es für mich aber keine Diskussion.“ Er bestehe auf eine unterirdische Leitung, zumal er schon 10 000 Euro für die Stromleitungen zu seinem Anwesen mitbezahlt habe. Hofstetter erklärte ihm, dass die Telekom kostendeckend arbeiten müsse. Es könne sein, dass man diese Zusatzkosten dann zahlen müsse.

Wie er auf das Schreiben der Gemeinde reagieren solle, in dem es um die Leitungen gehe, die die Telekom in den kommenden Wochen installieren wolle, beschäftigte Anton Maier aus Hienfurth. Hofstetter antwortete, dass er getrost unterschreiben könne. Es gehe jetzt nur um die Zustimmung, dass die Telekom tätig werde und die Leitungen reinlegen dürfe. „Jetzt kriegst du es kostenlos und du hast keine Verpflichtung, einen Vertrag mit der Telekom über das Internet abzuschließen.“ Wenn er jetzt nicht zustimme und erst in ein paar Jahren einen Anschluss wolle, müsse er dann wohl dafür bezahlen.

Über sein schlechtes Mobilfunknetz ärgerte sich Konrad Huber aus Winkl. Ob hier auch ein Ausbau geplant sei, wollte er wissen. „Ich weiß nicht, wann die so weit sind. Bis 5G herkommt, wird es noch länger dauern“, sagte der Bürgermeister.

Michael Zuhr aus Glocks-hub thematisierte das alljährliche „Gschiss mit der Rosskoppel“ am Volksfestplatz und wollte wissen, wann man das Areal für zusätzliche Parkplätze nutzen dürfe und wann nicht. Und Sepp Frank wollte wissen, ob der Baugrund in der neuen Siedlung schon komplett vergeben sei. Hofstetter erklärte, die Gemeinde halte dort zwei Parzellen für Einheimische zurück.

Birgit Lang

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