Fünf Alternativen stellte Architekt Hagen Pohl für die Schwimmhalle vor.
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Fünf Alternativen stellte Architekt Hagen Pohl für die Schwimmhalle vor.

Gemeinderat

Geht das Taufkirchener Lehrschwimmbecken baden?

Der Gemeinderat Taufkirchen debattiert über mögliche Standorte des Lehrschwimmbeckens am Waldbad - und über die Finanzierung in Corona-Zeiten. Die Entscheidung soll in einer Klausur fallen.

Taufkirchen – Fünf Standorte stellte Architekt Hagen Pohl für das geplante Lehrschwimmbecken beim Waldbad vor. Auf eine Variante einigen konnte sich der Gemeinderat Taufkirchen noch nicht. Ob das Projekt im Hinblick auf die Finanzen überhaupt weiterverfolgt werden soll, will das Gremium auf seiner Klausurtagung erörtern, so der Beschluss nach intensiver Diskussion.

Die Gemeinde habe 2016 mit der Sanierung des Waldbadbetriebsgebäudes eine Studie beim Architekturbüro Nagler München in Auftrag gegeben, informierte Bürgermeister Stefan Haberl (CSU). Bedarf an Schwimmunterricht für Schüler sei vorhanden. 137 Klassen hätten Interesse angemeldet. 2019 seien die Planungsleistungen für die technische Ausrüstung vergeben worden, nun gehe es mit Bäderspezialist Pohl um die Objektplanung. Er stellte fünf Alternativen vor.

Variante 1

Beim Standort am Sprungturm am Schwimmerbecken sei die Nähe zum Parkplatz ein Pluspunkt, sagte Pohl. Allerdings sei dort zu wenig Platz, und eine öffentliche Einrichtung suche man nicht hinter einer versteckt, die neun Monate im Jahr nicht genutzt werde.

Variante 2

Bei einem Lehrschwimmbecken neben dem Technikraum würde die Anbindung an öffentliche Verkehrsflächen, Platzplatze und Fußwege fehlen, das Bauwerk mitten im Schwimmbadbereich würde das Areal teilen und wäre weder für das Frei- noch das Lehrschwimmbecken gut. Auch gebe es hier keine Synergien zwischen Frei- und Hallenbad, betonte er.

Variante 3

Beim Volleyballfeld wäre die Lage und Anbindung an öffentliche Verkehrsflächen sehr gut, der Bau wäre in erster Reihe gut zu sehen, die Wege ins Freibad kurz. Allerdings würde die Freibadfläche dadurch reduziert.

Variante 4

Dieses Problem gebe es auf dem gegenüberliegenden Acker nicht. Die Gemeinde habe ein Vorkaufsrecht für den Grund, allerdings müsse man diesen erst erwerben, was zusätzlich Geld koste.

Variante 5

Die gleichen Pluspunkte würden auch für einen Standort am jetzigen Crazy-World-Areal gelten, allerdings müsse das Gebäude dort abgerissen werden. Er favorisiere deshalb die Varianten 3 und 4, erklärte Pohl. Er gab zu bedenken, dass ein Hallenbad das ganze Jahr genutzt werden könne, ein Freibad hingegen nur ein paar Wochen.

Im Hinblick auf die finanziell angespannte Situation aufgrund des Schulhaus- und Mehrweckhallenbaus war es für viele Räte fraglich, ob man die Planung überhaupt weiterführen sollte. So fand Vize-Bürgermeister Christoph Puschmann (CSU) den neutralen Blick des Planers zwar richtig. Aber „es wird wohl für eine Gemeinde in der Größe von Taufkirchen nicht leistbar sein, auch wenn es wünschenswert wäre“, meinte er. Er forderte, vorab zu klären, was sich das Gremium überhaupt vorstelle und was es kosten würde.

AfD-Rat Martin Huber wunderte sich, dass das Thema überhaupt auf der Tagesordnung stand, wo die Planung wegen Corona doch auf Null gesetzt worden sei. Für SPD-Rat Bernd Friedrich machte es keinen Sinn, für die Planung „einen Haufen Geld“ auszugeben, wenn es dann 2021 heiße, dass man es sich eh nicht leisten könne.

Kämmerer Fritz Krieg warf ein, dass er im Mai das Gremium lediglich über mögliche Einsparpotenziale informiert habe, unter anderem aus dem Bau des Lehrschwimmbeckens. Die über 100 000 Euro Planungskosten seien aber nicht gestrichen worden, denn es sei kein Beschluss gefasst worden.

CSU-Rätin Anneliese Maier betonte, dass sie für den Bau des Lehrschwimmbeckens sei, weil es die Lebensqualität verbessere und es eine sehr hohe Förderung von 50 Prozent gebe. Ob die Gemeinde es wirklich bauen könne und wolle, sei etwas Anderes. Unter den Standorten erschien ihr Nummer 3 am besten.

SPD-Rat Manfred Slawny schlug vor, zwei Alternativen parallel prüfen und die Bevölkerung entscheiden zu lassen. Seine Parteikollegin Barbara Leiner wählte Variante 4, fragte aber, ob man das Lehrschwimmbecken als Verlängerung des Eingangsgebäudes errichten könne.

CSU-Rat Tom Unterreitmeier favorisierte den ersten Standort, weil man vorhandene Leitungen nutzen könne. Standort 3 lehne er als Jugendreferent ab, weil der Volleyballplatz und die Wiese zum Fußballspielen gerne genutzt würden. Es gebe keine technische Verbindung zwischen Hallen- und Freibad, antwortete ihm Pohl. Unterirdische Umkleiden seien seiner Erfahrung nach nicht durchsetzbar.

Birgit Lang

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