Respekt: Den Mut von Cordia Orlob (l.), „Sovie’s Wohnen” zu gründen, lobte Bürgermeister Franz Hofstetter (r.). Foto: prä

Zehn Jahre „Sovie’s Wohnen“

Gelebte Inklusion

Taufkirchen - „Sovie’s Wohnen“ hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die Einrichtung für psychisch erkrankte Menschen im Taufkirchener Wasserschloss hat sich beachtlich entwickelt.

Seit zehn Jahren gibt es die „Sovie’s Wohnen“ GmbH im Taufkirchener Schloss. Bei einem Festakt wurde das Jubiläum gefeiert. Geschäftsführerin und Leiterin Cordia Orlob berichtete über die Sozialeinrichtung, die aus dem Verein „Sovie’s“ (Soziale Verantwortung in Eigeninitiative) entstanden war. In ihrer Festansprache berichtete Orlob über die Entwicklung der Einrichtung. Sie erinnerte auch an die enormen Renovierungen sowie das Verständnis für kulturelle und soziale Aktivitäten im Schloss des verstorbenen Eigentümers Nico Forster, ohne die es das Wasserschloss heute so nicht gäbe, und damit auch kein „Sovie’s“. Der Verein setzt sich für die bessere Integration psychisch kranker Menschen ein. Der Name bedeute „soziale Verantwortung in Eigeninitiative“. Mit Kulturveranstaltungen im Schloss, einem Verkaufsladen und einer Cafetéria im Klinikum seien Arbeitsstellen für psychisch erkranke Menschen geschaffen worden.

„Sovie’s Wohnen“ GmbH wurde 2006 gegründet, erinnerte Orlob. Bisher sei die Wohngruppe für insgesamt 83 Bewohner eine Heimat gewesen. Untergebracht ist „Sovie’s Wohnen“ im Westflügel des Wasserschlosses im 2. und 3. Obergeschoss. Auf insgesamt fast 500 Quadratmetern gibt es einen Übergangsbereich und Langzeitbereich mit je mehreren Zimmern. Zusätzlich wurde vor fünf Jahren eine Außenwohngruppe in Taufkirchen eingerichtet.

Die Bewohner von „Sovie’s Wohnen“ sollen im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten ein möglichst selbstständiges Leben erlernen und dabei die soziale Integration in die Gesellschaft verbessern, erläuterte Orlob. Eigenverantwortung, Unabhängigkeit und Individualität stünden im Mittelpunkt der Betreuung durch ein multiprofessionelles Team aus Sozialpädagogen, Musik- und Erlebnispädagogen, Krankenschwestern sowie Arbeits- und Kunsttherapeuten. Das Schloss sorge für hohe Lebensqualität.

Bürgermeister und Bezirksrat Franz Hofstetter sagte, „Sovie’s Wohnen“ gehöre zu Taufkirchen. „Dort wurde immer schon Inklusion gelebt“, wodurch „Sovie’s Wohnen“ schon früher Vorreiter war. Der Gemeindechef dankte Orlob, dass „Sie damals den Mut gehabt haben, die Gruppe zu installieren“. Die Einrichtung habe sich „hervorragend entwickelt“. Wiedereingliederung und Integration ins Leben „sind die Maxime“, lobte Hofstetter, der sich für „die nicht einfache Arbeit“ bedankte“.

Hermann Weingartner

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