Bundesverkehrswegeplan

Gemeinde will bei B15 neu auf Gas drücken

Nach dem ersten Blick auf den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) herrschte Jubelstimmung in der Gemeinde Taufkirchen. Auf den zweiten Blick ist der Jubel nicht mehr so groß.

Taufkirchen – Die Umfahrung der Bundesstraße 388 ist im BVWP im vordringlichen Bedarf, eine Realisierung also so gut wie sicher (wir berichteten). Wenn es aber um das Thema B 15 neu geht, schaut es nicht mehr so rosig aus.

Einzig die Landshuter Umfahrung hat es dabei mit zwei Varianten in den vordringlichen Bedarf geschafft. Die beiden Varianten für den Weiterbau in Richtung Rosenheim, also eine Trasse durch den Landkreis Erding mit Ortsumfahrungen, sowie die raumgeordnete Trasse durch den Landkreis Mühldorf, befinden sich aber nur im so genannten „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“. Das heißt auf verkehrs-deutsch: Ob und wann gebaut wird ist völlig unklar. „Es könnten so locker 30 Jahre vergehen, bis eine B 15 neu realisiert ist“, befürchtet auch Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU). Das Problem dabei für die Taufkirchener: Durch die neue Umfahrung von Landshut, so sagen Experten, nehme der Verkehr auf der alten B 15 weiter zu. Sie rechnen mit mindestens zusätzlichen 7000 Fahrzeugen pro Tag, die durch Taufkirchen rollen.

Für Hofstetter eine Zahl, die „schöngerechnet“ sei. Vielmehr erwarte er sich zusätzliche 30 000 bis 40 000 Fahrzeuge am Tag. Dazu komme eine Menge Schwerverkehr, weil von der A 92 aus Norden kommend in Richtung Rosenheim abgekürzt werden könne. Das würde für Taufkirchen auf unabsehbare Zeit den Kollaps bedeuten. Nicht nur Taufkirchen würde unzumutbar belastet. Gleiches gelte für Dorfen und St. Wolfgang. „Diese Haltung, überall dagegen zu sein und zu sagen, ‚Wir brauchen keine B 15 neu’ führt dazu, dass wir die Gelackmeierten sind“, sagt Hofstetter.

Das will die Gemeinde Taufkirchen nicht hinnehmen. Daher entschloss sich der Gemeinderat, bei der Gegenstimme von Korbinian Empl (FW), zu fordern, dass die B 15 neu einerseits noch vor Inkrafttreten des BVWP in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werde, und dass man im Bundesverkehrsministerium Farbe bekennen müsse, was den weiteren Trassenverlauf angeht.

Empl ist als Emlinger von der neuen B 388-Umfahrung direkt betroffen. Manfred Slawny von der SPD-Fraktion hatte eingeworfen, dass er zwar gedanklich hinter dem Vorschlag Hofstetters stehe, die taktische Herangehensweise aber für fraglich halte. Es sei für ihn ausgeschlossen, dass bei einem so großen Projekt wie der B 15 neu alle Abschnitte sofort in den vordringlichen Bedarf gestuft würden. Auch ob die Umfahrungen von Landshut und Rosenheim feststehen würden, sei für ihn keineswegs klar. Letzten Endes stimmte Slawny aber für den Vorschlag der Gemeinde.

Tobi Fischbeck

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