Gemeinderat Taufkirchen

LapCampus: Chance oder Schaden?

Wie wirkt sich der geplante LapCampus am Flughafen auf Taufkirchen aus? Darüber diskutierte der Gemeinderat mit Geschäftsführer Marc Wagener und Rudolf Strehle, Umlandbeauftragter der FMG.

Taufkirchen Es ist ein einzigartiges Zukunftsprojekt, das derzeit mit dem LapCampus am Münchener Flughafen entsteht. Geschäftsführer Dr. Marc Wagener erklärte dem Taufkirchener Gemeinderat, was genau geplant ist. Auf einer Fläche von 500 000 Quadratmetern, „von der Agip-Tankstelle bis zum Besucherpark“, soll ein unternehmens- und branchenübergreifendes Ideenzentrum in vier Quartieren entwickelt werden. Rund 5000 Mitarbeiter werden in jedem Quartier arbeiten, das erste soll ab 2019 errichtet werden.

Der LapCampus soll „ein physischer und digitaler Ort“ werden, um gemeinsam mit Firmen, Start-ups, Kreativen, aber auch Hochschulen in München und Umgebung sowie Investoren an Innovationen zu arbeiten. Der Flughafen sei ein idealer Standort als „Verkehrsknotenpunkt und Innovations-Ökosystem mit ausreichend Platz“, um ein solch „offenes städtebauliches Konzept umzusetzen“, betonte Wagener.

„Hat das Projekt was mit der dritten Startbahn zu tun?“, fragte Martin Huber (AfD). „Es hat überhaupt nichts damit zu tun. Hier können sich Chancen entwickeln, ohne neue Passagiere gewinnen zu müssen“, antwortete Strehle. Anneliese Mayer (CSU) wunderte sich, wie ein urbaner Charakter zwischen zwei Startbahnen möglich sei und wollte wissen, wie die Gemeinde an dem Projekt partizipieren könne.

Es würden Gebäude errichtet, dafür brauche es Betriebe, ebenso zur Wartung und Instandhaltung, die man auch aus der Region beauftragen wolle, sagte Strehle. Außerdem biete der LapCampus zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze. Es werde Miet-Labors für Schulen geben und Start-up-Unternehmen könnten immer anklopfen, betonte er. Wagener fügte an: „Wir wollen potente Leute mit Kaufkraft, Handwerker und Einzelhandel herbringen.“ Der Campus könne sogar zum Ausflugs- und Informationsziel werden.

Bürgermeister Franz Hofstetter erhofft sich intelligente Lösungen und Systeme in puncto Mobilität und Verkehr zum Nutzen seiner Gemeindebürger. Es sei auch eine Frage, wie sich die Gemeinde einbringe, sagte Wagener. Die Strecke zum Flughafen könnte teilweise automatisiert werden, meinte er, erklärte es aber nicht im Detail. Die FMG wolle das Straßennetz ertüchtigen und ausbauen, versicherte Strehle. Es werde eine zweite Brücke über die Autobahn und „auf unsere Kosten schon mal der Tunnel“ für den Erdinger Ringschluss gebaut. Zudem wolle man intelligente Fahrsysteme entwickeln. „Es ist in unserem Interesse, dass die Mitarbeiter und Passagiere gut zum Flughafen gelangen.“

Außerdem werde jedes Quartier Parkhäuser und Longstay-Einrichtungen erhalten, in denen Mitarbeiter zeitweise wohnen könnten. Dass auch Taufkirchen die Auswirkungen spüren werde, war sich Huber sicher. „Die Leute werden rausziehen, weil sie hier günstiger wohnen“, befürchtet er. Bis dato seien die Rahmenbedingungen „mangelhaft“, sagte er. Strehle verriet auch, dass sich sein Aufgabengebiet bald ändert und er sich künftig der Frage nach Wohnraum in der Flughafenregion widmet. Birgit Lang

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